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Im Havelland wird noch tüchtig Platt gesnackt

Strodehne Im Havelland wird noch tüchtig Platt gesnackt

„Nich verjäten: Platt räden!“ – unter diesem Motto stand ein Treffen des Mundartenzirkels Großderschau (Havelland). Mit 75 Gästen wurde in Strodehne ein unterhaltsamer Nachmittag zur Pflege der alten Sprache gefeiert. Sogar Plattsnacker aus Havelberg feierten mit.

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Elli Pawlowski trug eine Wintergeschichte auf Platt vor.

Quelle: Norbert Stein

Strodehne/Großderschau. Das Motto war Anspruch und sorgte für Unterhaltung. „Nich vejäten: Platt räden!“, hieß es am Donnerstagnachmittag im Gasthof „Stadt Berlin“ in Strodehne. Der Großderschauer Mundartenzirkel hatte zu der Veranstaltung zur Pflege der plattdeutschen Sprache eingeladen. „Früher wurde in allen Familien plattdeutsch gesprochen. Heute nur noch ganz selten“, sagte die Leiterin des Mundartenzirkels, Helga Klein zur Begrüßung. „Wir wollen das Plattdeutsch unserer Vorfahren bewahren“.

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Der Mundartzirkel Großderschau organisierte einen unterhaltsamen Nachmittag im Haveldorf Strodehne. Unter dem Titel „Nich vejäten: Platt räden“ wurde die alte Sprache gepflegt. 75 Gäste waren dazu i die Gaststätte „Stadt Berlin“ gekommen, darunter auch Besucher aus Kyritz.

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Dafür hatte der Mundartenzirkel zu der Veranstaltung im Nachbardorf auch Gäste eingeladen. „To Besök“ waren bei den Großderschauern Plattsnacker aus Kyritz, Putlitz und Havelberg. Auch einige Strodehner waren gekommen. So saßen insgesamt 75 Frauen und Männer in gemütlicher Runde zusammen. Sie lauschten Erzählungen oder trugen selbst auf Platt Gedichte, Geschichten und Lieder vor.

Gäste aus Havelberg und der Prignitz

Der Reigen der Beiträge war abwechslungsreich. Auch wer des Plattdeutschen nicht mächtig ist, verstand von dem Vorgetragenen vieles, verspürte aber vor allem die Herzlichkeit der Sprache der Vorfahren aus dem Havelland und der Prignitz. Dass Platt in den Regionen teilweise unterschiedlich gesprochen wird, machte den Nachmittag zusätzlich interessant.

Die Vortragenden waren zumeist schon im reiferen Alter. Aber auch die Jugend war vertreten und sorgte für den richtigen Auftakt. Die Geschwister Jasmin (15) und Julian (13) Jahn eröffneten mit einer Geschichte aus ihrer Putlitzer Heimat. Für die Gastgeber bewiesen André (7) und Dustin (10) mit einer Märchenerzählung, dass auch die Jugend sich am Platt begeistern kann.

Mundartzirkel 1987 in Großderschau gegründet

Mundartenzirkelmitglied Burghard Sültemeyer unterhielt mit „Unser Dörp“, Jürgen Wels aus Großderschau mit einer Koloniegeschichte und Elli Pawlowski aus Strodehne mit einer Wintergeschichte das Publikum. Die Plattsnacker aus Havelberg sangen Heimatlieder und huldigten dem Knieperkohl. Helga Klein führte durch den kurzweiligen Nachmittag und konnte über 15 Beiträge auf Platt ankündigen für den Mundartenzirkel mit seiner nunmehr 31-jährigen Tradition.

1987 im Januar kamen in Großderschau 50 Frauen und Männer in einer gemütlichen Runde zusammen und gründeten den Mundartenzirkel zur Pflege der plattdeutschen Sprache. Die damalige Ortsgruppe der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) und die LPG Großderschau hatten zu dem Treffen eingeladen. In den Familien wurde fast nur noch Hochdeutsch gesprochen, doch das Platt sollte bewahrt werden. Zu diesem Zweck wurde der Mundartenzirkel gegründet.

Regelmäßige Treffen im Heimathaus

Heute sind es noch etwa 15 Männer und Frauen, die sich regelmäßig im Großderschauer Heimathaus treffen und auf Platt erzählen. Der Mundartenzirkel organisiert zudem jedes Jahr ein Plattdeutschfestival und in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde einen plattdeutschen Gottesdienst. Auch darüber wurde an der Kaffeetafel in Strodehne gesprochen, bevor Helga Klein irgendwann sagte „Nun wird da Tied nach Huse to gohn.“

Von Norbert Stein

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