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Treffpunkt Kleiderkammer

Soziale Einrichtungen im Havelland suchen Winterkleidung Treffpunkt Kleiderkammer

„Bei uns kann man nicht nur Kleidung für einen kleinen Obolus erstehen, sondern wir sind auch Treffpunkt, haben immer ein offenes Ohr für die Menschen“, erklärt Andrea Darazi von der Kleiderkammer der Falkenseer Tafel. Rund 50 Kunden kämen pro Tag, bei schlechtem Wetter weniger.

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Andrea Darazi (l) und Regina Schulz helfen mit, damit in der Kleiderkammer der Tafel in Falkensee alle versorgt werden.

Quelle: Ulrike Gawande

Falkensee. „Bei uns kann man nicht nur Kleidung für einen kleinen Obolus erstehen, sondern wir sind auch Treffpunkt, haben immer ein offenes Ohr für die Menschen“, erklärt Andrea Darazi von der Kleiderkammer der Falkenseer Tafel. Rund 50 Kunden kämen pro Tag, bei schlechtem Wetter weniger. Nachdem es zuletzt draußen empfindlich kühl geworden ist, sind vor allem warme Wintersachen gefragt. Viele seien auf der Suche nach Pullovern, Strickjacken und warmen Schuhen. „Davon könnten wir deutlich mehr gebrauchen.“ Für Mantel oder Schuhe muss man drei Euro bezahlen.

„Aber wir sind kein Laden im herkömmlichen Sinne. Wir engagieren uns hier ehrenamtlich für eine kleine Aufwandsentschädigung“, so Andrea Dalazi. „Wir bieten das Gesamtpaket.“ So sind in der Falkenseer Heinkelstraße neben Kleiderkammer, die Möbelbörse, der Familientreff, der auch von Jugendlichen genutzt wird, und die Lebensmittelausgabe zu finden. Im Gegensatz zur Möbel- und Kleiderkammer, die jeder nutzen kann, benötigt man für die Lebensmittelausgabe einen Nachweis über die Bedürftigkeit. „Viele Senioren, die zuhause niemanden zum unterhalten haben, trinken hier einen Kaffee oder Tee und nehmen nebenbei noch Kleidung mit“, erzählt die engagierte junge Frau. Deshalb wird in Falkensee alles was zum Haushalt gehört angeboten, auch Spielzeug und Kinderbücher. Gerne nimmt man auch Kaffee-, Tee- und Gebäckspenden für den Treffpunkt an.

Peter Höpner aus Spandau kommt gern in Kleiderkammer nach Falkensee

Peter Höpner aus Spandau kommt gern in Kleiderkammer nach Falkensee

Quelle: Ulrike Gawande

Bei Bedarf gebe man Ware auch an andere vom Humanistischen Freidenkerbund betriebene Tafeln in Friesack oder Nauen weiter. „Noch hält sich der Andrang in Grenzen“, erzählt Katrin Gille, die bei der Nauener Tafel, die fünf Ausgabestellen betreibt, angestellt ist. Auch hier steigt jedoch die Nachfrage nach warmer Kleidung. Besonders in Friesack würde derzeit viel Winterkleidung für die Flüchtlinge benötigt. Gerne auch haltbare Lebensmittel, Spielzeug oder Plüschtiere, die stets schnell Abnehmer finden würden. Einige Flüchtlinge engagieren sich sogar selbst bei der Tafel, helfen mit, denn Hilfe wird immer gebraucht.

Kleiderkammern im Havelland

Die Kleiderkammer der Falkenseer Tafel in der Heinkelstraße 3 (Eingang vom Hof) hat werktags von 8 Uhr bis 15 Uhr, dienstags bis 18 Uhr und samstags von 8 Uhr bis 10 Uhr geöffnet.

Die Kleiderkammern der Nauener Tafel haben je von 9 Uhr bis 15 Uhr geöffnet: Nauen, Ritterstraße 3, Friesack, Berliner Straße 9, Pessin, Straße der Jugend 20, Wustermark, Berliner Straße 9, Brieselang Forstweg 1.

Die Kleiderkammers des DRK in der Forststraße 50 in Rathenow hat dienstags und mittwochs von 8:30 Uhr bis 12 Uhr sowie dienstags von 13 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Die Kleiderkammer des Diakonischen Werkes Havelland, in Premnitz, Ecke Vistra-/Fabrikstraße, hat werktags von 8 Uhr bis 12:30 Uhr sowie dienstags und donnerstags bis 15:30 Uhr geöffnet.

In Falkensee sucht man beispielsweise dringend einen Fahrer mit LKW-Führerschein Klasse B und kräftige Männer, die beim Verladen und bei der Auslieferung von Möbeln oder Lebensmitteln mit anpacken können.

Hilfe kann auch Monika Schönemann gebrauchen. Die Leiterin der Regionalstelle des DRKs in Rathenow ist neben der Kleiderkammer auch fürs Büro und das Kursangebot zuständig. „Wir suchen neben Kinderkleidung und Schuhen, dringend Herrengarderobe.“ Denn vieles, was von Männern abgegeben werde, sei verschlissen. „Damen kaufen eben öfter ein, da sind wir gut ausgestattet.“ Aufgrund der drei Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt sind die Hauptabnehmer der Spenden derzeit Flüchtlinge. So würden besonders schmale Herrensachen bis maximal Größe L und auch lange Damenmäntel gesucht. „Die Sachen sollten aber noch tragbar sein“, erklärt Monika Schönemann. Täglich kämen über zwanzig Kunden, deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Diese Beobachtung kann man auch in Falkensee bestätigen. „Die Bedürftigkeit ist gestiegen.“ Noch kämen jedoch nur wenige Flüchtlinge, trotzdem sind die Erfahrungen mit ihnen gut. „Wir versuchen zudem Vorbild zu sein und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“

Von Ulrike Gawande

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