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Turmkugel ist wieder auf der Kirche

Ferchesar Turmkugel ist wieder auf der Kirche

In Ferchesar wird die Kirche saniert. Höhepunkt einer solchen Großreparatur ist stets – wenn der Turm auch saniert wird – das Aufsetzen der Turmkugel. In Ferchesar war das mit Hindernissen verbunden.

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Pfarrer Huth (links) und Mitglieder des Fördervereins zeigen die Hülsen für die Kugel.

Quelle: Norbert Stein

Ferchesar. Die Dorfkirche in Ferchesar ist seit Monaten eine Baustelle. Das Gotteshaus wird saniert. Ein wichtiger Teilabschnitt ist nun vollendet. Die Turmhaube wurde in Ordnung gebracht. Dafür nahmen Handwerker zunächst die 1948 aufgelegten alten Schlossschindel ab und deckten die Turnhaube nach originalem Vorbild wieder mit grünen Dachsteinen neu ein. Zum Abschluss der Arbeiten setzte am Mittwoch Dachdeckermeister Jürgen Markus im Beisein von Gemeindepfarrer Stefan Huth und Mitgliedern des Fördervereins Dorfkirche Ferchesar den Knopf und die Wetterfahne wieder auf die Turmhaube. „Ein solches Ereignis wird es voraussichtlich in den nächsten einhundert Jahren nicht wieder geben in Ferchesar“, meinten Liane Zemlin und weitere Mitglieder des Fördervereins. Der Vorsitzende des Vereins, Matthes Mustroph, schwärmte von einem „wunderschönen Augenblick“.

Noch einmal Aufregung

Dabei waren die Stunden zuvor noch einmal aufregend gewesen. Am Dienstagabend hatte der Dachdeckermeister angerufen und erklärt, dass eine Hülse zu groß sei und nicht in den Turmknopf passt. Schnelles Handeln war gefragt. Und für solche Fälle hat der Förderverein Simon Kolbatsch-Weremschuk. Er fertigte am Mittwoch in aller Frühe eine neue, kleinere, etwa 45 Zentimeter große Hülse aus Blei und legte die vorgesehenen Unterlagen hinein.

Endlich alles vor Ort

Dann lötete er die Hülse zu und brachte sie zur Kirche. Matthes Mustroph hatte in der Aufregung vergessen, die Wetterfahne und den Morgenstern von zuhause mitzubringen. Also setzte sich Mustroph ins Auto, fuhr nach Hause, holte die zum Turmschmuck gehörenden Teile aus dem Stall und kam damit zur Kirche. So waren dann doch noch alles pünktlich zusammen, um vor der Kirche die letzten Arbeiten an der Kugel verrichten zu können.

Die Kugel wird verschlossen

Die Kugel wird verschlossen.

Quelle: Norbert Stein

Im Februar wurde die Kugel vom Turm geholt und geöffnet. In der Kugel befand sich eine Hülse mit historischen Zeitdokumenten zur Kirche und dem Dorf Ferchesar. Die Hülse hatte eine Beule, musste aufgeschnitten werden und war nicht wieder verwendbar. Gestern haben die Kirchengemeinde und der Förderverein nun vier Hülsen in die Kugel getan. Darin liegen die Zeitdokumente von der Einweihung der Vorgängerkirche im Jahr 1838 mit Angaben zum Dorfleben und der Häuser von Ferchesar.

Wie das Leben früher war

Eine zweite Hülse beherbergt ein mehrseitiges Schriftstück aus dem Jahr 1907, verfasst vom damaligen Pfarrer Paul Hülsen mit Angaben zum Bau des Kirchturmes und zum Leben im Dorf. In die beiden anderen Hülsen haben die Kirchenakteure aktuelle Dokumente gelegt – darunter ein Schreiben von Pfarrer Stefan Huth zum Wirken der evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland, dessen Mitglied Ferchesar ist. Weitere Schriftstücke informieren die Nachwelt über das Vereinsleben von Ferchesar, beschreiben das Dorf und seine Häuser. Eine aktuelle Ausgabe der MAZ sowie einige Euromünzen, D-Markstücke und DDR-Geld wurden auch beigegeben. Die Kugel mit den Hülsen hat der Dachdeckermeister verschlossen und anschießend auf dem Turm gesetzt.

Die Turmbaustelle – noch sieht man nur das Gerüst

Die Turmbaustelle – noch sieht man nur das Gerüst.

Quelle: Norbert Stein

Rund 400 000 Euro investiert die Kirchengemeinde in die Sanierung der Dorfkirche Ferchesar. Das Land unterstützt mit 284 000 Euro Fördermittel aus dem europäischen Leader-Fonds. Der Dachstuhl und tragende Balken wurden erneuert. Erledigt ist längst noch nicht alles, die Sanierungsarbeiten werden noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Geht alles nach Plan, kann die sanierte Kirche im Herbst mit einem Festgottesdienst eingeweiht werden.

Von Norbert Stein

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