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Havelland Über 7000 Fahrgäste nutzten den Bürgerbus
Lokales Havelland Über 7000 Fahrgäste nutzten den Bürgerbus
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13:25 15.03.2018
Manfred Kruber, Sylvia Stolze und Reinhard Schönitz (v.l.) fahren ehrenamtlich den Bürgerbus. Quelle: Laura Sander
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Dallgow-Döberitz

Mühsam schleppt sich die ältere Dame die scheinbar endlose Dallgower Bahnhofstraße entlang. Die schweren Einkauftüten schneiden sich in ihre Hände, ihr wird schwindelig. Als sie sich gegen eine Laterne lehnt, um kurz zu verschnaufen, hält neben ihr ein großer, roter Bus. Hinterm Steuer sitzt Gerhard Franzen. „Soll ich sie mitnehmen“, spricht er die erlösenden Worte. Dankbar steigt die Frau in den Dallgower Bürgerbus ein.

16 ehrenamtliche Fahrer

Solche und ähnliche Szenen erleben die 16 ehrenamtlichen Bürgerbusfahrer täglich auf ihren Touren durch das Gemeindegebiet. „Wir haben feste Zeiten und Routen. Wir machen aber natürlich auch Ausnahmen und fahren schon mal Umwege, um die Leute fernab der üblichen Strecke einzusammeln“, erzählt der Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins Gerhard Franzen. Er und seine Fahrerkollegen ergänzen seit mittlerweile drei Jahren das Busnetz in der Gemeinde, pendeln täglich zwischen Bahnhof, Havelpark und Seeburg hin und her.

„Es ist das wohl nachhaltigste Projekt in der Gemeinde. Würde es den Bürgerbus plötzlich nicht mehr geben, gingen mit Sicherheit viele Menschen auf die Barrikaden“, so Franzen. Die Planung der Routen wurde auf den Bedarf der Dallgower festgelegt, die Fahrzeiten unter anderem mit den Öffnungszeiten der ansässigen Arztpraxen abgestimmt.

40 000 Kilometer durch Dallgow

Rund 40 000 Kilometer legt der rote Bus im Jahr zurück, auch in 2016 ist die Zahl der beförderten Fahrgäste wieder gestiegen. 7143 meist ältere Menschen gelangen dank des ehrenamtlichen Einsatzes von A nach B, von Zuhause zum Arzt, Discounter oder zu Freunden. „Die Leute sind so dankbar. Von einer Dame, die regelmäßig mit uns fährt bekommen wir immer eine Kleinigkeit zu Ostern und zu Weihnachten“, so der Vorsitzende.

Zu den Regelmäßigen Nutzern des Dallgower Bürgerbusses gehört auch Liselotte Möller (Name geändert). Sie und ihre Schwester fahren oft gemeinsam und nutzen das Angebot etwa zwei Mal in der Woche. „Es hilft uns wirklich sehr und wir sind nicht so auf die Fahrtzeiten der regulären Busse angewiesen“, so Möller.

Auf ein Schwätzchen im Bürgerbus

Jede halbe Stunde erreicht der Bürgerbus den Dallgower Bahnhof, um von dort nach einigen Warteminuten wieder aufzubrechen. Heute wird Liselotte Möller von Reinhard Schönitz gefahren. Der Rentner kommt für seine Schichten extra aus Spandau in die havelländische Gemeinde und ist auch während der Fahrt immer zu einem Schwätzchen aufgelegt. „Eine Dame ist über zwei Jahre jeden Tag eine volle Runde mitgefahren, um mit den anderen Fahrgästen ins Gespräch zu kommen.

Für sie war der Bürgerbus ihr Kontakt zur Gesellschaft“, erzählt Sylvia Stolze, die seit drei Jahren ehrenamtlich die rote Bürgerbus-Mütze trägt. „All unsere Fahrer haben einen Personenbeförderungsschein und haben erst kürzlich an einer zusätzlichen Verkehrssicherheitsschulung vom ADAC teilgenommen, die wir für alle Bürgerbus-Vereine der umliegenden Gemeinden organisiert haben“, so Gerhard Franzen.

Drei Jahre Bürgerbus in Dallgow

Der Verein Bürgerbus-Dallgow-Döberitz e.V. zählt aktuell 42 Mitglieder, Freunde und Unterstützer.

Die 16 ehrenamtlichen Fahrer legen jährlich etwa 40 000 Kilometer zurück. Zwei Frauen sitzen hinter dem Steuer des Bürgerbusses.

Die Zahl der beförderten Fahrgäste erhöhte sich im Jahr 2016 um 17,53 Prozent auf 7143 Gäste. Das entspricht einer Auslastung von 58,81 Prozent.

Aufgrund baulicher Maßnahmen mussten 2016 zwischenzeitlich verschiedene kurzfristige Routenanpassungen vorgenommen werden.

Die Ortsteile Rohrbeck, Sperlingshof und Seeburg nehmen konstant an Bedeutung zu.

Die Fahrer nahmen an einem Pilotprojekt zum Fahrsicherheitstraining beim ADAC teil.

18 000 Euro hat der Verein jährlich zur Verfügung. Das Geld kommt von der Gemeinde und Havelbus.

Zu größeren Unfällen sei es in den vergangenen Jahren nicht gekommen, weiß Fahrer Manfred Kruber: „Hier und da mal ein Spiegel oder ein Kratzer, aber nichts Dramatisches. Vor allem in der Bahnhofstraße war es eine Zeit lang sehr schlimm.“

Seit der Einführung des Parkverbots hätte sich die Situation zwar verbessert, eine Verbreiterung der Fahrbahn könne hoffentlich zur vollständigen Entspannung führen, sagt auch Gerhard Franzen. Er betrachtet vor allem die Eröffnung der neuen Kita Am Reitplatz mit Sorge.

„Es werden nicht nur mehr Fußgänger und Radfahrer, es gibt mit Sicherheit auch allgemein mehr Verkehr. Die Bahnhofstraße ist eine der wichtigsten Straßen auf unsere Route – die können wir nicht einfach umfahren“, so Franzen.

Von Laura Sander

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