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17:40 23.07.2013
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Ketzin/ Havel

Kraut, Kraut und nochmals Kraut. Nicht einmal die Enten fühlen sich dort wohl, geschweige denn sind die Bootsführer von der grünen Plage begeistert. "Im vorigen Jahr hat sich schon angedeutet, dass diese Schlingpflanzen stark wachsen. Aber dass das so ausufert, hätte ich nicht gedacht", sagt Ketzins Bürgermeister Bernd Lück. Er selbst war am Wochenende mit dem Ruderboot im Bereich des Strandbades unterwegs, um sich ein Bild zu machen.

Mittlerweile hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg (WSA) für den Trebelsee eine Warnung herausgegeben. "Das Befahren ist nur noch in der Fahrrinne möglich. Die halten wir frei. Es gilt äußerste Vorsicht", sagte die zuständige Sachgebietsleiterin des WSA Brandenburg Britta Kornmesser gegenüber der MAZ. Inzwischen wurde die Wasserskistrecke auf dem Trebelsee gesperrt. Motorboote können auf der Ketziner Havel kaum noch irgendwo anlegen, weil dann die Gefahr besteht, dass sich die Pflanzen um den Motor wickeln. Der im Ketziner Bereich verantwortliche Fischer Lutz Schröder habe große Schwierigkeiten mit dem Ausbringen und Einholen der Reusen, so der Bürgermeister. Der Badebetrieb im Ketziner Strandbad läuft noch ohne Probleme. "Aber die Pflanzen kommen näher", sagt Bernd Lück und ergänzt: "Wir werden wohl bald auf den stadteigenen Wasserflächen krauten müssen."

Mal abgesehen von den Kosten ist die Sache nicht so einfach. Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Havelland habe laut Bürgermeister Lück zwar nichts dagegen, dass an bestimmten Stellen das Gemeine Hornblatt entfernt wird. Aber das Wie ist noch nicht klar. Die einfachste aber mühevollste Methode sei das Ausharken. Dazu werden Leute mit entsprechenden Geräten gebraucht, die im Wasser stehend arbeiten.

Die Ketziner Stadtverwaltung hofft jedoch auf spezielle Mähboote. Über einige dieser Fahrzeuge verfügt der in Nauen ansässige Wasser- und Bodenverband. Der wäre auch bereit, zu helfen. "Nur sind diese Boote gerade auf dem Großen Havelländischen Hauptkanal im Einsatz", wie Geschäftsführer Peter Hacke erklärt. Ein Umsetzen nach Ketzin würde etwa zwei Wochen dauern. Aber Peter Hacke kann das nicht anweisen, denn: "Der Hauptkanal ist ein Gewässer 1. Ordnung. Wie müssen diesen Vorfluter so freihalten, dass das Wasser ablaufen kann. Also müssen wir dort krauten." Wenn der Wasser- und Bodenverband ein Mähboot umsetzen soll, müsse das das Landesumweltamt entscheiden.

Über die Ursachen des plötzlichen Wachstums des Gemeinen Hornblattes wird noch spekuliert. Sicher ist, dass die Ketziner Havel eine sehr gute Wasserqualität hat, sprich die Sichttiefe etwa 2,50 Meter beträgt. Das einfallende Sonnenlicht und die hohen Temperaturen lassen die Schlingpflanzen sprießen. Ein zweiter Grund, so Bürgermeister Lück, sei der hohe Nährstoffgehalt im Trebelsee und in der Ketziner Havel. Man vermutet, dass die Stoffe unter anderem von den landwirtschaftlich genutzten Flächen auf der Schmergower Seite des Trebelsees ins Wasser gelangt sind. Der Verdacht einer illegalen Gülleeinleitung hat sich aber nicht bestätigt. Vertreter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises und des Wasser- und Bodenverbandes Nauen konnten während eines Lokaltermins bei Schmergow keine Verstöße feststellen.

Von Jens Wegener

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