Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Überall Kraut

"Wasserpest" sorgt für Ärger Überall Kraut

Im Volksmund heißt es Wasserpest, der Fachmann nennt es Gemeines Hornblatt und Tausendblatt. Was sich derzeit auf dem Trebelsee und auf der Ketziner Havel zeigt, hat optisch eher mit einem sattgrünen Fußballrasen als mit einer Wasserstraße zu tun.

Voriger Artikel
Farbiges Pflaster ersetzt grauen Beton
Nächster Artikel
Attacke mit einem Schraubenzieher

Ketzin/ Havel. Kraut, Kraut und nochmals Kraut. Nicht einmal die Enten fühlen sich dort wohl, geschweige denn sind die Bootsführer von der grünen Plage begeistert. "Im vorigen Jahr hat sich schon angedeutet, dass diese Schlingpflanzen stark wachsen. Aber dass das so ausufert, hätte ich nicht gedacht", sagt Ketzins Bürgermeister Bernd Lück. Er selbst war am Wochenende mit dem Ruderboot im Bereich des Strandbades unterwegs, um sich ein Bild zu machen.

Mittlerweile hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg (WSA) für den Trebelsee eine Warnung herausgegeben. "Das Befahren ist nur noch in der Fahrrinne möglich. Die halten wir frei. Es gilt äußerste Vorsicht", sagte die zuständige Sachgebietsleiterin des WSA Brandenburg Britta Kornmesser gegenüber der MAZ. Inzwischen wurde die Wasserskistrecke auf dem Trebelsee gesperrt. Motorboote können auf der Ketziner Havel kaum noch irgendwo anlegen, weil dann die Gefahr besteht, dass sich die Pflanzen um den Motor wickeln. Der im Ketziner Bereich verantwortliche Fischer Lutz Schröder habe große Schwierigkeiten mit dem Ausbringen und Einholen der Reusen, so der Bürgermeister. Der Badebetrieb im Ketziner Strandbad läuft noch ohne Probleme. "Aber die Pflanzen kommen näher", sagt Bernd Lück und ergänzt: "Wir werden wohl bald auf den stadteigenen Wasserflächen krauten müssen."

Mal abgesehen von den Kosten ist die Sache nicht so einfach. Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Havelland habe laut Bürgermeister Lück zwar nichts dagegen, dass an bestimmten Stellen das Gemeine Hornblatt entfernt wird. Aber das Wie ist noch nicht klar. Die einfachste aber mühevollste Methode sei das Ausharken. Dazu werden Leute mit entsprechenden Geräten gebraucht, die im Wasser stehend arbeiten.

Die Ketziner Stadtverwaltung hofft jedoch auf spezielle Mähboote. Über einige dieser Fahrzeuge verfügt der in Nauen ansässige Wasser- und Bodenverband. Der wäre auch bereit, zu helfen. "Nur sind diese Boote gerade auf dem Großen Havelländischen Hauptkanal im Einsatz", wie Geschäftsführer Peter Hacke erklärt. Ein Umsetzen nach Ketzin würde etwa zwei Wochen dauern. Aber Peter Hacke kann das nicht anweisen, denn: "Der Hauptkanal ist ein Gewässer 1. Ordnung. Wie müssen diesen Vorfluter so freihalten, dass das Wasser ablaufen kann. Also müssen wir dort krauten." Wenn der Wasser- und Bodenverband ein Mähboot umsetzen soll, müsse das das Landesumweltamt entscheiden.

Über die Ursachen des plötzlichen Wachstums des Gemeinen Hornblattes wird noch spekuliert. Sicher ist, dass die Ketziner Havel eine sehr gute Wasserqualität hat, sprich die Sichttiefe etwa 2,50 Meter beträgt. Das einfallende Sonnenlicht und die hohen Temperaturen lassen die Schlingpflanzen sprießen. Ein zweiter Grund, so Bürgermeister Lück, sei der hohe Nährstoffgehalt im Trebelsee und in der Ketziner Havel. Man vermutet, dass die Stoffe unter anderem von den landwirtschaftlich genutzten Flächen auf der Schmergower Seite des Trebelsees ins Wasser gelangt sind. Der Verdacht einer illegalen Gülleeinleitung hat sich aber nicht bestätigt. Vertreter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises und des Wasser- und Bodenverbandes Nauen konnten während eines Lokaltermins bei Schmergow keine Verstöße feststellen.

Von Jens Wegener

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Pflanzen vermehren sich explosionsartig

Die Havel ist grün. Ekelig grün. Wasserpflanzen vermehren sich zur Zeit besonders stark und ziehen Fadenalgen an. „Alles verkrautet“, beschwert sich ein Schiffer. Einige Seitenarme sind gar nicht mehr befahrbar. An Schwimmen ist nicht zu denken, klagt ein Anwohner.

mehr
Mehr aus Havelland
54cc601a-1560-11e8-badb-9de1240b9779
Neugeborene aus dem Havelland

Die Geburt eines Kindes ist das größte Glück und der bewegendste Moment im Leben vieler Menschen. Die MAZ begrüßt die kleinen Erdenbürger im Landkreis Havelland – und feiert die Ankunft der Zwerge mit einer fortlaufend aktualisierten Bildergalerie.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg