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Umbau der Brauerei soll teurer werden

Neue Kostenberechnung gefährdet Umzugspläne der Verwaltung Umbau der Brauerei soll teurer werden

Der Umbau der Brauerei zum Rathenower Verwaltungssitz könnte erheblich teurer werden als angenommen. Nun müssen die Stadtverordneten entscheiden, ob das Vorhaben weiterverfolgt wird. Am 8. Oktober kommt das Thema in der Stadtverordnetenversammlung aufs Tablett.

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Die alte Brauerei soll bis 2018 zum Rathaus umgebaut werden.

Quelle: M. Kniebeler

Rathenow. Der Umbau der alten Brauerei zum Rathaus wird voraussichtlich erheblich teurer als geplant. Das hat Bürgermeister Ronald Seeger den Mitgliedern des Hauptausschusses am Donnerstagabend mitgeteilt. Weil die Sitzung nicht öffentlich war, waren aus dem Rathaus keine konkrete Zahlen zu erfahren. Dem Vernehmen nach erhöhen sich die Kosten für den Umbau von rund 10 auf rund 13 Millionen Euro. Zwar sollen nach wie vor zwischen 70 und 80 Prozent mit Fördergeld finanziert werden. Entscheidend aber ist, dass sich der Eigenanteil, den die Stadt beisteuern muss, bei einer derartigen Gesamtkostensteigerung ebenfalls erheblich erhöht.

„Wir müssen genau prüfen, was noch vertretbar ist“, sagte Daniel Golze, Fraktionschef der Rathenower Linken, am Freitag auf MAZ-Anfrage. Grundsätzlich stehe man in seiner Partei dem Brauereiumbau positiv gegenüber. Allerdings gebe es eine Schmerzgrenze. „Wenn der Umbau des Rathauses nicht erheblich billiger wird als die diskutierten Alternativen, dann können wir das in der Öffentlichkeit nicht mehr vertreten“, so Golze. Außerdem sei es bei einer Kostenexplosion fraglich, ob die Kommunalaufsicht dann noch die für einen Umbau benötigten Kredite genehmige.

So könnte der neue Verwaltungssitz nach dem Umbau aussehen

So könnte der neue Verwaltungssitz nach dem Umbau aussehen.

Quelle: Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow

Bislang waren laut einer Machbarkeitsstudie die Kosten für den Umbau der Brauerei in ein Verwaltungsgebäude mit rund 10 Millionen Euro veranschlagt worden, der Eigenanteil hätte bei 2,9 Millionen gelegen. Nach den neuen, detaillierten Berechnungen des Planungsbüros könnte dieser auf bis zu vier Millionen Euro steigen. Damit wäre man nicht mehr weit von jenen 4,5 Millionen Euro entfernt, die als Kaufpreis für das jetzige Rathaus veranschlagt werden.

Neuberechnung der Kosten bis zur nächsten SVV

Rathenows Vize-Bürgermeister Hans-Jürgen Lemle, auf dessen Tisch die Rathausangelegenheit liegt, hielt sich mit abschließenden Bewertungen zurück. „Wir arbeiten an einer Lösung des Problems“, sagte er am Freitagmittag auf MAZ-Nachfrage. Und das heiße nicht, dass der Brauerei-Umbau vom Tisch sei. „Wir haben von den Stadtverordneten den klaren Auftrag erhalten, das Projekt realisierbar zu machen“, sagte Lemle. Er werde die Planer nun auffordern, die bisherige Kostenberechnung zu überarbeiten. Es gehe darum, zu prüfen, wo Einsparungen möglich sind. Ziel der Verwaltung sei es, den Stadtverordneten bei der Sitzung am 8. Oktober eine überarbeitete Kostenberechnung vorzulegen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagte Lemle.

Daniel Golze zeigte sich überzeugt, dass es bei der Planung des Umbaus Spielraum gebe. Leider sei den Abgeordneten nicht erläutert worden, wie sich die Kosten im Detail zusammensetzen. Aber er gehe davon aus, dass es in punkto Ausstattung und Ausführung Einsparpotenzial gebe. „Es geht hier nicht darum, der Verwaltung ein Schloss zu bauen“, sagte er. Sondern es müsse eine zweckmäßige, effektive, kostengünstige Lösung gefunden werden. Er sei gespannt, was den Stadtverordneten am 8. Oktober präsentiert werde.

Rathaus-Standort gesucht

Die Rathenower Verwaltung soll ab dem 1. Januar 2018 in die zu diesem Zweck umgebaute Brauerei umziehen. Das haben die Stadtverordneten im Frühjahr beschlossen. Der Mietvertrag für das jetzige Rathaus in der Berliner Straße müsste spätestens ein Jahr vorher gekündigt werden.

In einer Machbarkeitsstudie wurden als Umbaukosten rund 10 Millionen Euro veranschlagt. Das beauftragte Planungsbüro hat nach einer detaillierten Untersuchung nun neue Zahlen vorgelegt, die rund drei Millionen Euro über der ersten Kostenschätzung liegen sollen. Der Eigenanteil der Stadt würde sich von knapp drei Millionen Euro auf vier Millionen Euro erhöhen.

Zwei Alternativen zum Brauereiumbau wurden geprüft: der Kauf des jetzigen Rathauses. Kosten: rund 4,5 Millionen. Und die Nutzung des Technologie- und Gründerzentrums als Verwaltungssitz. (Kosten: rund 2,5 Millionen Euro).

Die Miete für das jetzige Rathaus liegt bei rund 350000 Euro pro Jahr.

Von Markus Kniebeler

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