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Umleitungsstau behindert die Feuerwehr

Nauen Umleitungsstau behindert die Feuerwehr

Dass die B 5-Baustelle in Nauen seit Monaten nicht fertig wird, führt auch zu Problemen im Brandschutz. Denn die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr brauchen länger, weil sie sich durch den Umleitungsverkehr in der Innenstadt quälen müssen. Das gleiche gilt für den Rettungsdienst. Spätestens Ende März soll die B 5 wieder freigegeben werden.

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Stoßstange an Stoßstange geht es momentan durch die Nauener Innenstadt. Die Geduld der Einwohner ist erschöpft.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. „Wenn „B Groß“ auf dem Pieper-Display der Feuerwehrleute steht, ist besonders große Eile angesagt. Es ist der Einsatzbefehl der Leitstelle zum Löschen eines großen Brandes. 13 Minuten haben die Feuerwehrleute Zeit, um zum Gerätehaus und zum Einsatzort zu gelangen. Doch diese Hilfsfrist wurde zuletzt immer wieder überschritten. Der Grund: Der seit Oktober permanente Stau in der Nauener Innenstadt, die als Umleitungsstrecke für die B 5-Baustelle dient. Dort müssen sich auch die Löschfahrzuge durchquälen.

„Wenn man sich an den Kreisverkehr am Rathaus hinstellt, sieht man ja, was los ist“, sagt Stadtwehrführer Jörg Meyer. Bei den Nauenern ist der Ärger groß, dass die B 5-Erneuerung immer noch anhält. „Ursprünglich sollte die Baumaßnahme sechs Wochen dauern, jetzt sind es bald sechs Monate“, empört sich der Feuerwehrchef. Von Oktober bis Jahresende gab es vier kritische Brände, bei denen die Ausrückezeit überschritten wurde, so unter anderem auch am 15. November. Da brannte es in der Straße Zu den Luchbergen. „Wir haben sieben Minuten länger gebraucht, um dort hinzukommen“, so Meyer. Nicht viel besser lief es am 28. November, als in der Schillerstraße Flammen zu bekämpfen waren.

Insgesamt hat die Feuerwehr im Vorjahr deshalb nur bei knapp 30 Prozent der kritischen Wohnungsbrände die vorgegebene Zeit einhalten können. „Bei vielen anderen Einsätzen war es genauso. Das fängt schon damit an, dass die Kameraden nicht schnell genug zum Gerätehaus kommen. Manchmal ist man zu Fuß schneller“, meint Meyer und stellt die Frage in den Raum: „Muss denn erst einer sterben?“ Denn generell gilt: Ab 13 Minuten sinken die Überlebenschancen für Personen im Brandrauch.

Weiterführendes

Die Erneuerung der B 5-Umfahrung begann später als vorgesehen – statt am 4. Oktober erst am 17. Oktober.

Jetzt müssen unter anderem noch die Knotenpunkte markiert und die Bankette hergestellt werden. Hinzu kommt der Einbau der Schutzplanken und die Komplettierung der Ampeln.

Nach der Verkehrsfreigabe der B 5-Umgehung soll bis 13. April die Anbindung Nauen-Ost erneuert und dazu voll gesperrt werden.

Der Feuerwehrchef hofft, dass die Baumaßnahmen ohne weitere Verzögerung zum Ende gebracht werden. Aber nicht nur die Feuerwehr leidet unter dem ständigen Stau, auch der Rettungsdienst. „Wir müssen eine Hilfsfrist von 15 Minuten einhalten. Im Durchschnitt verlieren wir durch den Stau zwei Minuten. In bestimmten Fällen zählt aber jede Minute“, sagt Uwe Kusay, Verwaltungsleiter der Rettungsdienst Havelland GmbH.

Auch bei den Stadtverordneten ist die Geduld schon lange am Ende, wie im jüngsten Ordnungsausschuss deutlich wurde. So meinte Thomas Lück (Linke): „Es ist beschämend, dass vom Landesbetrieb Straßenwesen niemand hier erschienen ist, um Stellung zu nehmen.“ Und Andreas Priber versteht nicht, warum es nicht gelingt, die Straße fertigzubauen: „Das geht auch zu Lasten der Sicherheit.“ Robert Borchert (SPD) meinte: „So richtig kann man es den Bürgern nicht mehr erklären.“

Als Begründung für die Verzögerung wurde vom Landesbetrieb immer die zu kalte und feuchte Witterung angeführt. Doch die Gerüchteküche brodelt seit Langem. Dazu gehört auch, dass die gute Witterung im Herbst von den Bauleuten nicht effektiv genug ausgenutzt worden sein soll.

Bauleiter Michael Reisch vom Landesbetrieb sagte: „Spätestens Ende März wollen wir den Verkehr wieder freigeben. Wir versuchen es so schnell wie möglich zu Ende zu bringen.“ Danach müsse noch die Anbindung Nauen-Ost erneuert und dazu gesperrt werden. Die Umleitungsstrecke durch die Innenstadt hätte dann aber ausgedient. Bis dahin folgen jetzt noch restliche Bitumen- und Bankettarbeiten, die Montage von Schutzplanken oder der Einbau der Ampelschleifen in die Fahrbahn.

Von Andreas Kaatz

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