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Umschlagplätze im Havelland nicht gefährdert

Sparpläne der Bahn Umschlagplätze im Havelland nicht gefährdert

Die von der Deutschen Bahn beabsichtigten Schließungen von Verladestellen haben keine direkten Auswirkungen im Landkreis Havelland. Die Havelländische Eisenbahn hatte schon vor einiger Zeit den Betrieb der Standorte im GVZ Wustermark und in bei Mosolf in Etzin übernommen.

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Im Sommer 2014 wurde der Umschlagbahnhof im GVZ Wustermark wieder eröffnet.

Quelle: fotobild-radon

Havelland. Die von der Deutschen Bahn ins Auge gefassten Schließungen von bundesweit mehr als 200 Verladestellen, darunter 27 im Land Brandenburg, werde sich zumindest nicht direkt negativ im Landkreis Havelland bemerkbar machen. Davon geht der Vorstandsvorsitzende der Havelländischen Eisenbahn (HVLE) Günther Alsdorf aus. Er gibt leichte Entwarnung, denn die auf der Streichliste stehenden Verladestellen bei der Firma Mosolf in Etzin, bei der Deponie Vorketzin, im Güterverkehrszentrum Wustermark und Rangierbahnhof Wustermark in Elstal „werden sowieso von uns betrieben“, so der HVLE-Chef. Vor Jahren schon hatte die Havelländische Eisenbahn diese Anlagen von der Bahntochter DB Cargo übernommen. „Wir führen sie weiter. Ich sehe im Augenblick keine Probleme“, bekräftigte Günther Alsdorf gegenüber der MAZ.

Bahntochter DB Cargo fährt seit fünf Jahren Verluste ein. Deshalb sollen bundesweit 215 der noch 1500 Verladestationen geschlossen. Es seien laut Deutscher Bahn aber noch keine Entscheidungen gefallen. Gleichzeitig sagte der Vorstandsvorsitzende der DB Cargo Jürgen Wilder, dass die Verladestellen nicht geschlossen, sondern lediglich nicht mehr angefahren werden sollen.

Im Güterverkehrszentrum Wustermark hat die Bahn Logistik Terminal Wustermark GmbH, eine Tochtergesellschaft der Havelländischen Eisenbahn, 2011 das Areal mit der Verladestation und dem Umschlagplatz für Waren von der Straße auf die Schiene gekauft und im Sommer 2014 wieder eröffnet. Zuvor war der Containerbahnhof – offiziell KV-Terminal Berlin West Wustermark – mit einer Gesamtgröße von rund 20600 Quadratmetern und zwei Gleisen mit einer Nutzlänge von 1140 Metern, lange nicht in Betrieb. Wie Günther Alsdorf sagt, sollen dort künftig noch mehr Züge verkehren, die unter anderem Waren, die im Hafen des Güterverkehrszentrum ankommen, weiter transportieren.

Bereits 2008 hatte die HVLE das 22 Hektar große Gelände des Rangierbahnhofes Wustermark von der Bahn erworben. Betrieben wird der Bahnhof von der Rail & Logistik Center Wustermark GmbH & Co KG (RLC), einer Tochtergesellschaft der Havelländischen Eisenbahn. Zudem ist auf dem Areal das größte Infrastrukturprojekt des Landkreises Havelland der letzten Jahre geplant: ein Bahntechnologie Campus. Es soll ein Zentrum aus Forschung, Entwicklung und Erprobung in Bezug auf den Eisenbahn- und speziell den Güterverkehr geschaffen werden.

Ebenfalls unberührt von den Streichplänen der Bahn scheint der Gleisanschluss im Technikzentrum Mosolf in Etzin. Die HVLE ermöglicht es, dass Pkws und Transporter auf dem Schienenweg nach Etzin kommen und von dort an Händler oder Privatkunden ausgeliefert werden. „Etwa 40 Prozent der ankommenden Fahrzeuge gelangen über die Schiene zu uns“, bestätigt Wolfgang Pfandke von der Firma Mosolf. Es gebe einen Vertrag mit der HVLE, und daran werde sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern. „Ich sehe keine Gefahr für den Verladebahnhof im Etzin“, so Pfandke.

Auf den Betrieb der Mülldeponie habe die mögliche Schließung der Verladestelle Vorketzin keinerlei Einfluss. Der Geschäfstführer des Deponiebetreibers Meab Dirk-Uwe Michaelis: „Bis auf eine Ausnahme im Jahr 2007, als Berliner Müll nach Vorketzin kam, sind die Gleise für derartige Mülltransporte schon seit mehr als 15 Jahren nicht mehr genutzt worden.“ Einzig auf der Deponie beschäftigte Baufirmen würden zeitweise die Gleise für Transporte von Baumaterial nutzen.

Als Sicht von HVLE-Chef Günther Alsdorf gebe es allerdings einen Nachteil, wenn die Bahn ihre Streichpläne umsetzt. „Dann würden diese Standorte aus dem Katalog der Verladestellen für Güterverkehre rausfallen. Das bedeutet, wenn ein Spediteur nach einem Verladebahnhof sucht, um Ware per Schiene transportieren zu lassen, würde er GVZ Wustermark und die anderen betroffenen Orte nicht mehr finden.“

Von Jens Wegener

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