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Havelland So stehen die Havelländer zur Zeitumstellung
Lokales Havelland So stehen die Havelländer zur Zeitumstellung
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15:20 26.10.2018
Patrick Basikow vor der Falkenseer Rathausuhr. Er ist für die Abschaffung der Sommerzeit. Quelle: Laura Sander
Falkensee

Automatisch, mechanisch, Smartwatch oder Funkuhr – in der Nacht zu Sonntag ist es wieder soweit: Die Zeitumstellung sorgt zuverlässig zwei Mal im Jahr für Verwirrung und wurde wohl noch nie kontroverser diskutiert als in diesen Wochen. Über das von der EU-Kommission vorgeschlagenen Aus für die Sommerzeit, die ursprünglich eingeführt wurde, um durch längere Tageslichtphasen Energie zu sparen, gehen auch im Havelland die Meinungen auseinander.

500 Uhren per Hand umstellen

„Persönlich würde ich mir die dauerhafte Sommerzeit wünschen. Es bleibt länger hell und die Menschen sind besser drauf“, sagt Sabine Wolff, die im Falkenseer Falkenmarkt einen Uhrenservice betreibt.

Geschäftlich gesehen hat die Zeitumstellung für die Unternehmerin jedoch ihre Vorzüge. „Viele Kunden drehen genau zwei Mal im Jahr an dem kleinen Rädchen an ihrer Armbanduhr und es passiert recht oft, dass dabei etwas kaputt geht. Erfahrungsgemäß bereiten wir uns also auf einen größeren Kundenansturm vor“, so Sabine Wolff.

Sommer-oder doch Winterzeit? Nachdem sich die EU-Kommission auf eine Abschaffung der Zeitumstellung geeinigt haben, fragten wir bei den Märkern nach. Was halten Sie von der Zeitumstellung?

Kaputte Armbanduhren oder Funkuhren, die sich entgegen ihrer eigentlichen Funktion doch nicht ganz von alleine umstellen wollen – Sabine Wolff hat gut zu tun und das obwohl ihr noch eine weitere Aufgabe im Nacken sitzt. „Wir machen uns die Arbeit und stellen alle 400 bis 500 Uhren in unserer Auslage per Hand um. Immer mal wieder über mehrere Tage verteilt, denn die Kunden haben natürlich Vorrang“, sagt die Falkenseerin.

Abenteuerlicher Aufstieg

Nicht ganz so zeitaufwendig, dafür mit einem abenteuerlichen Aufstieg verbunden, erfolgt die Umstellung der Falkenseer Rathausuhr. Hausmeister Patrick Basikow begleitet die zuständige Firma unter das Dach des Rathauses, wo Technik und Uhrwerk auf zwei verschiedenen Ebenen zu finden sind.

Die Sonnenuhr in der Brieselanger Karl-Marx-Straße. Quelle: Laura Sander

„Erst vor zwei Wochen war die Firma hier, um die Uhr zu reparieren. Für die Zeitumstellung kommen sie noch einmal“, so Basikow, der eine klare Meinung zum Thema hat: „Ich bin klar für die Abschaffung der Sommerzeit. Heute ist es mit LED-Technik und Co. nicht mehr unbedingt nötig, Energie zu sparen. Außerdem kommen vor allem ältere Menschen körperlich oftmals nicht mit der Zeitverschiebung klar. Und kleine Kinder interessiert es natürlich auch nicht, dass ihre Eltern theoretisch eine Stunde länger schlafen könnten“, sagt Patrick Basikow mit einem Schmunzeln.

Nachtschichtler müssen länger arbeiten

Über die Abschaffung der Zeitumstellung dürften auch all diejenigen froh sein, die in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag arbeiten müssen. „In Falkensee betrifft uns das zwar nicht, da die Ehrenamtlichen die Nachtschichten abdecken. Andernorts müssen die Kollegen allerdings eine Stunde länger arbeiten für die gleiche Bezahlung“, weiß Oliver Steinbeck, hauptamtlicher Feuerwehrmann in Falkensee.

„Wenn man natürlich die Schicht hat, in der die Uhr auf Sommerzeit umgestellt wird, würde sich das ausgleichen, aber wann passiert das schon mal. Meiner Meinung nach kann die Zeitumstellung abgeschafft werden, denn so richtig haben wir nichts davon“, so Steinbeck.

Und wer überhaupt keine Lust mehr hat über Sommer- oder Winterzeit zu diskutieren, tut es Anwohnern der Brieselanger Karl-Marx-Straße gleich und installiert eine Sonnenuhr – alles weitere regelt dann die Natur.

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Von Laura Sander

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