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Umweltamt lehnt geplanten Windpark ab

Milower Land (Havelland) Umweltamt lehnt geplanten Windpark ab

Die Gemeinde Milower Land hat einen langen Kampf gewonnen. Das Landesamt für Umwelt hat den geplanten Windpark im Wald zwischen Großwudicke und Schmetzdorf abgelehnt. Unter anderem stehen dem Vorhaben artschutzrechtliche Belange entgegen und das, obwohl die Fläche im Regionalplan Wind als Windeignungsgebiet ausgewiesen wurde.

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Im Oktober 2016 demonstrierten zahlreiche Bürger gegen die Windräder im Wald auf dem Märkischen Platz.

Quelle: Christin Schmidt

Milower Land. 206 Meter hohe Windräder sollten aus dem Waldgebiet zwischen Großwudicke und Schmetzdorf herausragen und damit das Landschaftsbild und vieles mehr verändern. Doch dazu wird es wohl nicht kommen. Wie Felix Menzel (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Milower Land, der MAZ mitteilte, hat das Landesamt für Umwelt (LfU) das geplante Vorhaben abgelehnt. Damit geht für die Gemeinde ein jahrelanger Kampf vorerst zu Ende.

Wie die zuständige Pressestelle mitteilte, beruht die Ablehnung in erster Linie auf der Unvollständigkeit der Antragsunterlagen. Aber auch artenschutzrechtliche sowie bauordnungs- und bauplanungsrechtlichen Belange werden als Gründe genannt. „Dieser Ablehnungsbescheid ist erkämpft. Das Ministerium ist uns in seiner Argumentation gefolgt“, erklärt Menzel. Seit er vor sechs Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde, begleitet ihn das Thema.

Schwarzstorch und Zauneidechse sind hier zuhause

Die Gründe, die nun zur Ablehnung führten, kennt Menzel, er hat sie selbst immer wieder vorgetragen. „Unter anderem gibt es hier einen Schwarzstorch. Wir konnten seinen Horst nachweisen, auch wenn der Gutachter der Firma ihn nicht gefunden hat“, so Menzel. Auch die Zauneidechse, eine geschützte Reptilienart, ist hier zuhause. „Zudem ist die Erschließung unsicher, denn die Gemeinde stellt ihre Wege nicht zur Verfügung. Und während der Vororttermine stellte sich heraus, dass die von Enercon ausgewiesenen Wege gar nicht vorhanden sind“, weiß Menzel.

Felix Menzel vor dem Wald, in dem die Windräder errichtet werden sollten

Felix Menzel vor dem Wald, in dem die Windräder errichtet werden sollten.

Quelle: Christin Schmidt

Im Oktober 2016 hatte er zu einer Demonstration gegen den Windpark in Rathenow aufgerufen, zahlreiche Bürger beteiligten sich. Anschließend fand ein Erörterungstermin im Kulturzentrum statt. 252 Einwände gegen die Anlagen hatten Bürger, Vereine und die Gemeinde eingereicht. Vertreter von Enercon und weitere Experten bezogen Stellung. Anschließend gab es verschiedene Vororttermine, auch ein neues Gutachten zum Vogelschutz wurde erstellt. Fast ein Jahr lang prüften Mitarbeiter des LfU die Einwände und den Enercon-Antrag, den sie nun abgelehnt haben.

Ein Rückschlag für die Planungsgemeinschaft

Im Westhavelland, sagt Menzel, sei es ohnehin schwer, Windkraftanlagen zu bauen, denn die Region weise zahlreiche Schutzfaktoren auf. Dennoch ist die Regionale Planungsgemeinschaft – jenes Gremium, das festlegt, wo im Land Windkraftanlagen stehen dürfen – der Meinung, dass sich dieser Wald für Windenergie eignet. „An der Entscheidung wurden wir als Gemeinde nie richtig beteiligt, denn nur Kommunen mit 10 000 Einwohnern und mehr sitzen in der Regionalen Planungsgemeinschaft“, beklagt Menzel.

640 Hektar zwischen Schmetzdorf und Großwudicke wies die Planungsgemeinschaft als Windeignungsgebiet aus. Die Unternehmen Enercon und Prokon wollten dort 13 Anlagen errichten. Während Prokon seinen Antrag zurückzog und auf den Bau von vier Anlagen verzichtete, gab Enercon nicht auf. 14 Tage hat das Unternehmen Zeit, gegen den Ablehnungsbescheid Widerspruch einzulegen.

„Diese Schlacht haben wir gewonnen. Ob wir den Krieg gewonnen haben, wissen wir nicht“, mahnt Menzel. Die Nachricht dürfte dennoch für Freude im Milower Land sorgen. Für die Planungsgemeinschaft ist es dagegen ein Rückschlag. Stellt die Entscheidung des LfU doch den Regionalplan, gegen den die Gemeinde klagt, infrage.

Von Christin Schmidt

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