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Unbekannte schlugen Scheiben ein

Nauener SPD-Büro angegriffen Unbekannte schlugen Scheiben ein

In der Nacht zum Mittwoch wurden die Scheiben der SPD-Geschäftsstelle in Nauen mit großen Steinen eingeworfen. Ein Zusammenhang mit den Anschlägen auf das Büro der Nauener Linken wird vermutet.

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Zwei Doppelscheiben wurden am SPD-Büro in Nauen beschädigt.

Quelle: Foto: Andreas Kaatz

Nauen. Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch Steine in die Scheiben der SPD-Geschäftsstelle in Nauen. Ein Zeuge hatte es nach Polizeiangaben gegen 4.15 Uhr klirren gehört. Martin Gorholt, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Havelland, vermutet, dass es auf gleiche Muster wie bei der Anschlagserie auf die Linken-Büros in Nauen hinausläuft und die Täter aus dem rechtsextremen Milieu kommen. „Ich hatte mich ehrlich gesagt schon gewundert, dass bei uns noch nichts passiert ist“, sagte er. Aber das ändere nichts daran, dass wir „offensiv für eine würdevolle Begegnung mit Flüchtlingen kämpfen.“ Insgesamt wurden zwei Doppelfenster mit zwei großen Steinen beschädigt, Beschmierungen gab es keine. Die Steine müssen mit großer Wucht hineingeworfen worden sein, denn sie lagen weit hinten im Büro, sagte Gorholt. An den beiden 1,80 Meter mal 1,10 Meter großen Scheiben entstanden zwei faustgroße Löcher. Die Steine wurden durch Kriminaltechniker untersucht, hieß es von der Polizeidirektion West. Der Zeuge, der Geräusche gehört hatte, hatte keine Personen gesehen. Die Kripo ermittelt nun wegen Sachbeschädigung. Ein politischer Hintergrund wird geprüft.

Die Kreistagsvorsitzende Manuela Vollbrecht (SPD) war nach der Tat am Mittwochmorgen die erste im Büro und entdeckte die Steine. „Ich war sehr erschrocken. Ich finde es feige und hinterhältig, sich auf eine solche Weise zu artikulieren“, sagte sie. Auch Oliver Kratsch, SPD-Fraktionschef im Nauener Stadtparlament, äußerte sich entsetzt über die Geschehnisse: „Es ist ein feiger und dummer Anschlag, den man aber ernst nehmen muss.“ Er vermutet einen Zusammenhang mit dem geplanten Bau des Asylbewerberheimes in Nauen. „Eine solche Gewalt macht überhaupt keinen Sinn. Solche Vorfälle sind mit Worten nicht zu beschreiben.Wir werden unsere politische Meinung davon nicht beeinflussen lassen“, fügte er hinzu. Wenn man sich ausdrücken wolle, können man dies auch verbal tun. Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Udo Folgart ist tief betroffen über den Anschlag und bedauert, dass man sich mit solchen Mitteln Aufmerksamkeit verschaffen müsse.

Einzigartigke Serie

Eine Serie, die im Land Brandenburg bislang einzigartig ist, sind die sieben Attacken gegen Nauener Linken-Büros in den vergangenen Wochen. Mal flogen ausgebrütete Eier mit toten Küken gegen die Scheibe, mal musste das Gebäude Farbbeutel und Hammerschläge aushalten.

Der Schaden beläuft sich Schätzungen der Partei zufolge mittlerweile auf rund 20 000 Euro.

Anfang Juni hatte die Polizei zwei Männer (26 und 29) gestellt, die Farbbeutel auf das Büro der Linken geworfen hatten. Sie waren vernommen worden.

Auch ein 27-Jähriger wurde erst kürzlich ertappt, als er die Schlösser von Tür und Briefkasten des Nauener Linken-Büros verklebte. Der Staatsschutz ermittelt gegen den Mann, der in der Stadt als Neonazi bekannt ist.

Im Brandenburg sind Anschläge auf Parteibüros keine Seltenheit: In den vergangenen zehn Jahren gab es rund 100 Attacken. Dies geht aus einer Anfrage der Linken im Landtag hervor. Der Landkreis Spree-Neiße liegt auf dem ersten Platz dieser Statistik, das Havelland rangiert mit elf Attacken auf Platz zwei. Oft wurden Fassaden mit Hakenkreuzen beschmiert, Schaukästen beschädigt oder Eingangstüren in Brand gesteckt. Die meisten der erwischten Täter hatten einen rechtsextremen Hintergrund. In der Landeshauptstadt Potsdam gab es seit 2005 zehn Anschläge. Auf den hinteren Rängen sind Elbe-Elster und die Uckermark jeweils zwei Anschläge und Frankfurt/Oder mit einer Attacke.

Von Melanie Höhn

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