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Und über uns leuchtet die Milchstraße

Naturpark Westhavelland bewirbt sich um Titel "Sternenpark" Und über uns leuchtet die Milchstraße

Der offizielle Titel ist zwar noch nicht da. Trotzdem stellt sich der Naturpark Westhavelland in einer neuen Broschüre schon mal als Sternenpark vor. Und das in großer Auflage. Die Broschüre sieht sie als zusätzlichen Pluspunkt bei der Bewerbung um den offiziellen Titel "Dark Sky Reserve".

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Beim diesjährigen Astrotreff in Gülpe ist die Milchstraße gut zu erkennen.

Quelle: A. Hänel

Parey. "Wir haben erst einmal 3000 Stück davon drucken lassen", sagt Naturparkleiterin Kordula Isermann. In der sehr schön aufwendig gestalteten Broschüre werden fünf Stellen im Norden des Naturparks vorgestellt, in denen Sternengucker in einen ganz besonders prachtvollen Nachthimmel gucken können. Die besten Beobachtungspunkte liegen zwischen Görne und Witzke, zwischen Hohennauen und Spaatz, zwischen Parey und Gülpe, am Nordufer des Gülper Sees und bei Schwarze Pumpe südwestlich von Roddahn.

Bislang hat die IDA (International Dark-Sky Association, auf deutsch etwa: Gesellschaft für einen dunklen Nachthimmel) noch keinen offiziellen Titel ins Westhavelland vergeben. Die Verwendung des Titels Sternenpark findet die Naturparkleiterin trotzdem völlig in Ordnung. "Wir wollen den Leuten ja nur nahe bringen, wo sie bei uns die Sterne beobachten können", sagt Kordula Isermann.

Die Broschüre sieht sie als zusätzlichen Pluspunkt bei der Bewerbung um den offiziellen Titel "Dark Sky Reserve". Die Sternenpark-Idee im Naturpark ist etwa drei Jahre alt. Damals entdeckte der Leiter des Planetariums Osnabrück Andreas Hänel eher zufällig, dass es an einigen Punkten im Westhavelland geradezu spektakulär dunkel ist. So dunkel, dass man so viele Sterne sehen kann, wie sonst nur in der Wüste Namib oder in anderen menschenleeren Gebieten. Eine erste Bewerbung um den Titel der IDA war noch nicht erfolgreich, unter anderem, weil sich die amerikanisch geprägte Organisation die Begebenheiten vor Ort nicht recht vorstellen konnte.

 

Die Entdeckung des Himmels

  • Die Entdeckung des Himmels im Naturpark Westhavelland ist etwa drei Jahre alt. Damals entdeckte der Osnabrücker Astronom Andreas Hänel, dass die Lichtverschmutzung in einigen Teilen des Westhavellandes trotz der relativen Nähe zu Berlin erstaunlich gering ist. Deshalb kann man nirgendwo in Deutschland besser Sterne beobachten als im Naturpark. Die Sternenparkidee ist mittlerweile in der Region angekommen. Es gibt sogar schon Nachtwanderungen mit Sternenbeobachtung.
  • Die Broschüre Sternenpark Naturpark Westhavelland liegt unter anderem im Besucherzentrum des Naturparks in Milow aus.

Seitdem steht man im regen Austausch, am kommenden Sonntag sind Vertreter der IDA in Parey und Gülpe zu Gast, in den kommenden Wochen wird eine neue Bewerbung auf den Weg gebracht.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und gehen selbstbewusst in die zweite Bewerbung", sagt Kordula Isermann. Unter anderem haben das Amt Rhinow, das Milower Land und die Stadt Rathenow inzwischen einer Beleuchtungsrichtlinie zugestimmt. Straßenlaternen, die in Zukunft angeschafft werden, sollen danach zum Himmel hin komplett abgeschirmt sein. Das Astrotreffen in Gülpe ist mittlerweile als Veranstaltung für Hobby-Astronomen und Neugierige fest etabliert und auch die neue Sternenpark-Broschüre sieht die Naturparkleiterin als gutes Argument und beste Werbung für eine erfolgreiche Bewerbung: "Die IDA legt großen Wert auf Öffentlichkeitsarbeit. Da passt die neue Karte zum Sterne beobachten gut ins Konzept", sagt Kordula Isermann.

Die Idee des Sternenparks ist auch ansonsten schon fest im Naturpark verankert. Höhepunkt der neuen Ausstellung im Milower Besucherzentrum ist eine Art Sternenzelt, in dem man einen maßstabgetreuen Ausschnitt des Havelländischen Sternenhimmels erleben kann. Die IDA wird vermutlich Anfang 2014 über die neue Bewerbung des Naturparks entscheiden.

Von Ralf Stork

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