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Unmut über Raststättenpläne

Priorter wollen keine Raststätte in unmittelbarer Nähe Unmut über Raststättenpläne

Sie befürchten Lärm und Stress - die Priorter lehnen eine Autobahnraststätte, die gebaut werden soll strikt ab. 30 Grundstücke würden durch den Rastplatz in Mitleidenschaft gezogen und an Wert verlieren. Nur wollen die Priorter eine Bürgerinitiative gründen.

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Einsatz am Brennpunkt

Bislang gibt es an der Autobahn unweit von Priort-Dorf nur einen kleinen Platz zum Rasten. Das könnte sich ändern. Anlieger befürchten gravierende Nachteile.

Quelle: Konrad Radon

Rathenow. Warum soll eine neue Autobahnraststätte ausgerechnet bei Priort gebaut werden? Diese Frage beschäftigt Einwohner des Dorfes heftig. „Etwa 30 Wohngrundrundstücke wären betroffen, weil sie in unmittelbarer Nähe des Groß-Rastplatzes liegen würden“, sagt Frank Zander, ein Betroffener, der sich mit bisherigen Plänen des Landesbetriebes Straßenwesen, Abteilung Autobahn, intensiv beschäftigt hat.

 Ständiger Lärm, nächtliche Dauerbeleuchtung, Werteverfall der Grundstücke – das alles sind Befürchtungen, mit denen sich die Anwohner, die bereits jetzt das Getöse der Autobahn ständig als Hintergrundgeräusch haben, herumschlagen. Ihrem geballten Unmut machten sie in der jüngsten Wustermarker Gemeindevertretersitzung Luft, kombiniert mit der Forderung, so früh wie möglich gegen diese Pläne vorzugehen. Nicht nur Einwohner, auch Landwirte machen sich Sorgen: Für einen Raststättenbau müssten wertvolle landwirtschaftliche Flächen in Anspruch genommen werden, sagte Reiner Engelmann, Chef der Firma Marktfrucht Wustermark.

Von einer neuen Tank- und Rastanlage „Havelseen“ war in der Vergangenheit immer wieder mal die Rede. Der Protest formiert sich gerade jetzt, weil Einwohner und Politiker aus der Gemeinde Wustermark davon ausgehen, dass das entscheidende Planfeststellungsverfahren unmittelbar bevorsteht. CDU-Gemeindevertreter Reiner Kühn – selbst ein Priorter – fordert daher, dass man sich in der Gemeinde so schnell wie möglich eine Meinung bildet. Er hat große Bedenken wegen der Lage der Raststätte: Zwischen Autobahn und Dorf stünden nur 250 bis 400 Meter zur Verfügung und nicht, wie in Papieren des Landesbetriebes dargelegt, 440 Meter bis zum ersten Haus. „Alternativstandorte wurden keineswegs ausreichend untersucht“, sagt er. Tobias Bank von der Linksfraktion versicherte, dass man mit allen Mitteln versuche, eine Rastanlage im Vorfeld zu verhindern. Und Elke Schiller (WWG) fand, es könne nichts schaden, den Protest mit einem Schreiben zu unterstützen.

Bauherr wäre der Bund, der Landesbetrieb Straßenwesen plant in seinem Auftrag. Dabei sei man in einem frühen Stadium, sagte Sprecherin Brigitte Sterl. Gegenwärtig würde der Entwurf fertiggestellt und dann dem Bundesverkehrsministerium zugeleitet. „Das heißt, der Bau der Rastanlage hängt von der Finanzierungszusage und Genehmigung des Ministeriums ab“, betonte Brigitte Sterl. Sollte es zustimmen, werde Baurecht geschaffen und ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Dies beginne frühestens Mitte 2014 und dauere mindestens zwei Jahre. Gebaut werde nicht vor 2017. „Mit Einleitung des Verfahrens erhalten alle Betroffenen die Möglichkeit, Einwände vorzubringen“, versicherte die Sprecherin. Weil es so großes Interesse gebe, soll in Kürze eine Information auf die Homepage des Landesbetriebes gestellt werden.

Die Priorter werden sich Pläne und Infos zum Rastplatz genau ansehen und auswerten. Die Gründung einer Bürgerinitiative schloss Frank Zander nicht aus.

Von Anke Fiebranz

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