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Frachtschiffe dürfen auf die Untere Havel

Freigabe für drei Wochen Frachtschiffe dürfen auf die Untere Havel

In den kommenden drei Wochen könnten auf der Unteren Havel zwischen Pritzerbe und Havelberg Frachtschiffe mit bis zu 80 Metern Länge gesichtet werden. Normalerweise ist der Fluss für Schiffe dieser Größe tabu, aber weil an der Schleuse in Niegripp bei Magdeburg gebaut wird, wurde die Untere Havel offiziell als Ausweichstrecke benannt.

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Die Schleuse in Garz wurde am Donnerstag repariert. Nun ist der Weg auf der Unteren Havel frei.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow/Garz. Die Untere Havel zwischen Pritzerbe und Havelberg ist ein beliebtes Wassersportrevier. Hausboote, Sportboote und kleinere Passagierschiffe sind hier in den Sommermonaten unterwegs. Frachtschiffe allerdings sieht man hier selten. Zwar dürften kleinere Schiffe von bis zu 40 Meter Länge den Fluss noch befahren. Aber die sind eher die Ausnahme als die Regel.

Das könnte sich in den kommenden Wochen ändern. Weil bei Niegripp in der Nähe von Magdeburg eine Schleuse wegen Reparaturarbeiten gesperrt ist, dürfen bis zum 26. April Schiffe mit einer Maximallänge von 82 Metern und einer Breite von höchstens neun Metern die Havel als Ausweichstrecke nutzen. Ob das tatsächlich passiert, bleibt abzuwarten. „Wenn überhaupt, dann ist das für Leerschiffe attraktiv, die von Rathenow in Richtung Hamburg wollen“, sagt Joachim Karp, Leiter der Rathenower Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brandenburg.

Wenn die Niegripper Schleuse dicht sei, dann werde der Weg in die Elbe noch komplizierter, erklärt Karp. Und weil die Strecke zur Elbe über die Untere Havel ohnehin die kürzeste sei, könne der ein oder andere Frachtschiffkapitän sich möglicherweise für diese im Regelfall gesperrte Alternativroute entscheiden. Karp erwartet vor allem leere Schiffe, weil die wegen des geringen Tiefgangs problemlos durchkommen. Und weil es sowohl auf der Havel als auch auf der Elbe Richtung Hamburg mit der Strömung gehe, halte sich der Energieverbrauch in Grenzen. „Das kann wirtschaftlich tatsächlich ganz attraktiv sein“, so Karp.

Im März 2015 waren zuletzt größere Frachtschiffe auf der Unteren Havel unterwegs, wie dieses Tankschiff an der Rathenower Schleuse

Im März 2015 waren zuletzt größere Frachtschiffe auf der Unteren Havel unterwegs, wie dieses Tankschiff an der Rathenower Schleuse.

Quelle: J. Karp

Allerdings war am Donnerstagn Vormittag noch nicht ganz sicher, ob die Ausweichstrecke über die Untere Havel überhaupt genutzt werden kann. In der vergangenen Woche ging der Antrieb eines Schleusentores in der Schleuse Garz kaputt. Am Nachmittag dann gelang es den Technikern des Wasser- und Schifffahrtsamtes, den Antrieb zu reparieren. Damit ist der Weg auf der Unteren Havel zwischen Pritzerbe und Havelberg wieder frei – und das nicht nur für die Frachtschiffe, sondern für jeglichen Schiffsverkehr.

Dass die Untere Havel per Sondergenehmigung zur Ausweichstrecke für den Frachtverkehr bis zu den oben genannten Schiffgrößen erklärt wird, ist nicht ungewöhnlich. Vor genau einem Jahr, im März 2015, wurde die Strecke wegen Umbauarbeiten an der Wusterwitzer Schleuse für Frachtschiffe von bis zu 80 Metern Länge freigegeben. Doch die Nachfrage hielt sich in Grenzen. In drei Wochen wurden auf dem Abschnitt zwischen Pritzerbe und Havelberg gerade mal 60 Frachtschiffe gezählt.

Im März 2015 waren zuletzt größere Frachtschiffe auf der Unteren Havel unterwegs, wie dieses Tankschiff an der Rathenower Schleuse

Im März 2015 waren zuletzt größere Frachtschiffe auf der Unteren Havel unterwegs, wie dieses Tankschiff an der Rathenower Schleuse.

Quelle: J. Karp

Schiffsverkehr auf der Havel

Die Untere Havel-Wasserstraße zwischen Spandau und Plaue ist eine Wasserstraße der Klasse IV und damit zulässig für die gängigen Binnenfrachtschiffe. Von Plaue bis Rathenow wurde die Untere Havel auf die Binnenwasserstraßenklasse III zurückgestuft. Für das letzte Stück von Rathenow bis Havelberg gilt Klasse I. In diesem Bereich sind zwar noch kleinere Frachtschiffe erlaubt, de facto sind hier aber fast ausschließlich Sport- und Freizeitboote unterwegs (und größere Passagierschiffe, für die es eine Ausnahmegenehmigung gibt.)

Der Frachtverkehr aus Berlin läuft bis zur Stadt Brandenburg/Plaue über die Havel. Dort biegen die Verbände in den Elbe-Havel-Kanal, der die Verbindung sowohl zur Elbe als auch zum Mittellandkanal herstellt.

Kommt es zu Störungen auf dieser Strecke, dann kann die Untere Havel zwischen Plaue und Havelberg ausnahmsweise für größere Frachtschiffe (bis 82 Meter Länge und 9 Meter Breite) freigegeben werden.

 

Von Markus Kniebeler

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