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Havelland Unterschlagene Hermes-Pakete: Das ist mit den Sendungen passiert
Lokales Havelland Unterschlagene Hermes-Pakete: Das ist mit den Sendungen passiert
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13:57 24.03.2019
Die meisten der unterschlagenen Pakete, welche die Polizei sicherstellt hat, waren ungeöffnet. Die meisten Empfänger müssten ihre Sendung inzwischen erhalten haben. Quelle: Polizei Brandenburg
Brandenburg/H

Die Brandenburger Polizei hat die meisten der mehr als 1000 von einem Hermes-Boten unterschlagenen Pakete inzwischen freigegeben. Der Großteil der Bürger, die ihre Sendungen nicht erhalten hatten, müssten inzwischen versorgt sein. Dieses Bild ergibt sich aus den Informationen der Polizei und des Paketdienstleisters.

Bote versteckte die Sendungen an mehreren Orten

Wie berichtet, war am 21. Januar bekannt geworden, dass ein 35 Jahre alter Mitarbeiter des Paketdienstes Hermes im großen Stil Pakete nicht ausgeliefert hatte, sondern im großen Stil gebunkert hatte.

Die Polizisten staunten nicht schlecht, als sie die Fülle der gehorteten Pakete und Warensendungen in dem Gebäude entdeckten. Die Ermittlungen stehen am Anfang.

Innerhalb weniger Tage entdeckte die Polizei nach dem Hinweis einer Bürgerin mehrere Verstecke, etwa im Nebengelass eines Wohnhauses in Kirchmöser sowie in der Gartenlaube einer Ferienhaussiedlung in Ferchesar (Westhavelland).

>>Lesen Sie mehr zum Thema: Krimineller Hermes-Bote bunkerte noch viel mehr Pakete

Knapp über 1000 ungeöffneten Pakete sind nach der amtlichen Bestandsaufnahme und Spurensicherung an Hermes zur weiteren Veranlassung übergeben worden, berichtet Polizeisprecher Daniel Keip.

Der größte Teil der Pakete wurde inzwischen zugestellt

Das Unternehmen Hermes bestätigt den Empfang. Der weitaus größte Teil der zurückerhaltenen Sendungen seien Lieferungen von Online-Händlern gewesen, teilt Sebastian Kaltofen für den Versanddienstleister mit.

Hermes habe sie direkt an diese Shops zurückgesendet. „Denn in der Zwischenzeit haben wir Ersatzlieferungen an die Kunden zugestellt“, versichert Kaltofen.

Weitere 130 Privatsendungen hat Hermes nach seinen Angaben ebenfalls an die Empfänger zugestellt. Der Unternehmenssprecher: „Es gibt noch eine geringe Anzahl an Paketen, bei denen die Adressdaten aufgrund beschädigter Adressaufkleber nicht mehr ohne Weiteres identifiziert werden können.“

Schadensregulierungen werden von Fall zu Fall entschieden

Bei jedem einzelnen Paket versuche das Unternehmen nun, es doch noch zuzuordnen, um es dann in eine erneute Zustellung zu geben.

Hermes hat die Empfänger der Privatsendungen den Angaben zufolge vorab über den Sendungsverlauf informiert. Ob Schadensregulierungen oder Entschädigungen in Frage kommen, betrachte das Unternehmen auf den jeweiligen Einzelfall bezogen individuell.

Geöffnete Pakete liegen in der Asservatenkammer

Die verschiedenen geöffneten Pakete, welche die Polizei bei dem Verdächtigen gefunden hat, sind noch herrenlos. Sie befinden sich als Asservate in der Obhut der Polizei-Sachbearbeiter. Bei einigen Sendungen gibt es nach Angaben Keips Probleme, sie Empfängern zuzuordnen.

Hermes hat die Zusammenarbeit mit dem Zusteller, wie es heißt, „selbstverständlich umgehend beendet“. Auf die Frage nach der Erklärung für dessen Verhalten antwortet Sebastian Kaltofen: „Das Verhalten des ehemaligen Zustellers ist selbstverständlich völlig inakzeptabel und bringt leider die vielen tausend Paketboten in Verruf, die täglich einen hervorragenden Job machen. Wir müssen in diesem Fall von einer sehr hohen kriminellen Energie ausgehen.“

Bote war wohl überfordert

Nach Informationen der MAZ hat sich der 35 Jahre alte Bote überfordert gefühlt und die Sendungen daher gebunkert. Mehr Details wird erst das zu erwartende Strafverfahren ans Licht befördern.

Welche Schadenshöhe durch die Unterschlagung entstanden ist, lässt sich nach Hermes-Angaben noch nicht absehen, da die Bearbeitung nicht abgeschlossen sei.

Von Jürgen Lauterbach

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