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Urlaubsgefühl in Brieselang

Sommerserie: Baden im Havelland Urlaubsgefühl in Brieselang

Klares Wasser, schmucke Schirmchen: Der Brieselanger Nymphensee bietet Luxus und Urlaubsgefühl gleichermaßen. Die Badestelle, die seit gut einem Jahr neue Betreiber hat, war in den vergangenen heißen Wochen sehr beliebt bei kleinen und großen Gästen – letzter Teil der MAZ-Sommerserie „Baden im Havelland“.

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Wasser und Sand ergeben herrliches Material – Antonia (8) und Friedrich (6) haben beim Bau einer Kleckerburg ihren Spaß am Nordufer des Nymphensees.

Quelle: Annett Lahn

Brieselang. „Ganz sauber ist das Wasser, aber kalt“, schwärmte meine Tochter als sie in der letztenSommerferienwoche in den Brieselanger Nymphensee sprang. Die Achtjährige muss es wissen, denn in den heißen Augusttagen verging kaum ein Tag ohne Abkühlung in den Seen des Havellandes. Ihr Schwimmtrainer bezeichnet sie als Fisch, ihre Oma nennt sie Wassernixe. Für Wesen dieser Art scheint der beim Autobahn-Bau entstandene Brieselanger Baggersee gemacht zu sein.

Seit April 2014 hat das dortige Waldbad neue Betreiber. Kay Kablitz und Kristina Lüthgens, die auch das Seebad in Caputh leiten, haben seither viel gebaut und dem Nymphenbad einen Hauch Luxus verliehen. Das alte Bistro avancierte zum Café mit Lounge-Charakter. Auf 100 Quadratmetern gibt es Liegestühle und Barhocker, die einen entspannten Blick hinüber zur Insel und zum geschützten Schilfgürtel des Südufers ermöglichen. Mehrere Statuen graziler nackter Damen erinnern als Nymphen an die Namensgeberinnen des Sees. Zudem gibt es Klettergerüste , einen Wasserspielplatz, Volleyballfeld, Umkleiden mit Duschen und einen Kanuverleih. Das Nordufer erhielt, statt der alten Wiese, einen breiten weichen Sandstreifen. Meine Tochter kommentiert: „Sieht aus wie an der Ostsee.“ Ich denke an die Karibik als ich mich unter einen der zehn Bastschirmchen lege, vergesse die wuchernden Goldruten am Ufer und schließe die Augen. Sogleich holen mich die alt bekannten Geräusche der Bahnlinie hinter den Bäumen und eines Ferienfliegers im Landeanflug auf Tegel wieder zurück in die Realität. Es sind die einzigen lauten Töne, die an diesem warmen Tag die Stille durchbrechen. Obwohl es noch 28 Grad heiß ist, nutzen nur wenige Badegäste Wetter und Strand. Beispielsweise ein junges Pärchen aus Prag, das auf Besuch in Falkensee ist. Sie genießen die Sonne und sagen: „Diese Leere ist unglaublich. Am Wochenende war es wesentlich voller hier.“

Dass sich nur um die 20 Badegäste an den Stränden des Sees tummeln, mag wohl auch an den Eintrittsgeldern liegen. Der Luxus hat seinen Preis. Mit zwei Kindern und Parkgebühr berappe ich stolze 10,50 Euro. Statt am Imbiss Pommes und Eis zu kaufen, hole ich, um das Budget zu schonen, Salzbrezeln und eine Wasserflasche aus der Badetasche als mein Nachwuchs hungrig aus dem Wasser kommt.

Ich sehe, wie ein Mann in Badehose angeradelt kommt. Albrecht Gürtler scheint zum Inventar zu gehören. Er wohnt um die Ecke und nutzt den See wie andere ihre Badewanne. Er berichtet, dass immer wieder moniert wird, weil Kurzbader auch den vollen Preis bezahlen müssen.

Waldbadbetreiberin Kristina Lüthgens erzählt, dass der Zaun schon oft beschädigt wurde, um drüber zu klettern und den Eintritt zu sparen. In dieser Saison erforschte sie weiter, wo die Bedürfnisse der Gäste sind. Sie möchte dem See einen eigenen Stil verpassen und gleichzeitig möglichst vielen Ansprüchen gerecht werden, auch den von Besuchern mit gehobenen Ansprüchen. Neben den vier Rettungsschwimmern, die sich bisher abwechselnd um die Sicherheit kümmern, wünscht sie sich weitere Bewerber.

Unter die Wasseroberfläche blicken regelmäßig die Mitglieder des im Waldbad ansässigen Tauch-Clubs Brieselang/ Spandau 92. Was es dort zu sehen gibt, beschreibt Vereinschef Mike Friedenberger so: „Für uns Taucher sind die Sandbänke im östlichen Teil besonders abwechslungsreich. Dort verstecken sich viele Fische vor Räubern wie den Hechten. Rotfedern und Barsche sind die am häufigsten zu sehenden Fische. Aber auch Krebse und Muscheln zeichnen ihre Muster in den Boden des Sees. Wenn man eine Linie im Sand finde, endet sie meist an einer großen Muschel. Ganz besonders toll sei es, wenn man das „ganze Jahr“ durch taucht. Da sieht man wie sich der Laich in Schwärme von Millionen Fische verwandelt. Viele enden im Rahmen der natürlichen Auslese als Fischfutter ihrer natürlichen Feinde – der Hechte. Wer die Augen beim Tauchgang aufhält, kann manchmal einen der ganz Großen sehen. „Und mit viel Glück, kann man sehen, wie sie sich einen Fisch holen“, schwärmt der Taucher. Zudem sagt er: „Ganz schwer zu finden sind die Aale. Auch von denen sind echt große Exemplare drin. Graziös zeigten sich die riesigen Karpfen oder die Schleie, die Unmengen an Dreck aufwühlen, wenn sie auf Futtersuche sind.“ Sehr lustig sehen von unten auch die paddelnden Füße der Enten aus. Wenn man zu nah von unten an sie heran taucht, erschrecken sie sich manchmal vor den aufsteigenden Blasen. Für „Tieftaucher“ ist der See mit seinen 6-7m Tiefe nicht sehr interessant, meint Friedenberger.

Von Annett Lahn

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