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Havelland Urnengräber sind bei Rathenowern beliebt
Lokales Havelland Urnengräber sind bei Rathenowern beliebt
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02:15 19.05.2017
Stets ordentlich und bestens gepflegt: die namentliche Urnengemeinschaftsanlage auf dem städtischen Weinbergfriedhof. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Es hört sich ein bisschen makaber an, beim Thema Bestattung von einem Boom zu sprechen. Aber was die Beliebtheit der namentlichen Urnengemeinschaftsanlage auf dem städtischen Weinbergfriedhof angeht, kann man mit Recht von einem solchen sprechen. Im Jahr 2014 wurden auf einer freien Fläche neben der Trauerhalle die ersten Stelen aufgestellt. Mittlerweile stehen dort neun an der Zahl. Das Gräberfeld ist damit voll belegt. Und weil die Nachfrage nach dieser Bestattungsform anhält, wird derzeit eine zweite Anlage vorbereitet.

Die außerordentliche Beliebtheit dieser Beisetzungsform hat ganz praktische Gründe. Wer die einmalige Bestattungsgebühr bezahlt — sie liegt je nach Art der Bestattung zwischen 800 und 1200 Euro — hat mit der Pflege des Grabes nichts mehr zu tun. Für den Zeitraum von 20 Jahren kümmern sich die Rathenower Friedhofsgärtner um die Anlage. Sie pflanzen und schneiden, wässern und jäten, halten die Beete sauber. Kurzum: Es sieht immer ordentlich und gepflegt aus, ohne dass der Angehörige selbst Hand anlegen oder einen Dritten mit der Pflege beauftragen muss. Lediglich für die Beschriftung der Grabplatte muss neben der einmaligen Bestattungsgebühr noch Geld aufgebracht werden.

Den Mittelpunkt eines Gräberfeldes bildet eine Stele, auf der zwischen 32 und 40 Platten angebracht sind. Die zu den Gedenkplatten gehörigen Urnen werden rund um die Stele in den Boden gelassen. Sobald alle Plätze belegt sind, gilt das Feld als abgeschlossen. Und wird fortan von den Friedhofsgärtnern gepflegt. Was auch bedeutet, dass die Angehörigen selber nicht Hand anlegen dürfen. „Wer eine kleine Vase hinstellen will, der darf das natürlich tun“, sagt Gerhard Range, Leiter des Sachgebiets Grünanlagen in der Stadtverwaltung Rathenow. Aber die Gestaltung der Beete ist und bleibt Sache der Friedhofsgärtner. Gerade deshalb werde diese Bestattungsform ja gewählt, so Range. Außerdem gehe es darum, der gesamten Anlage ein einheitliches Erscheinungsbild zu verschaffen.

Diese Form der Bestattung ist übrigens weit beliebter ist als die anonyme Urnengemeinschaftsanlage nebenan, bei der die Urne auf einer grünen Wiese an einem nicht gekennzeichneten Ort in den Boden kommt – ohne individuellen Gedenkstein oder Gedenktafel.

„Die meisten Angehörigen wünschen sich einen individuellen Ort, der an den Verstorbenen erinnert“, so Range. Diesem Bedürfnis komme man mit einer namentlichen Urnengemeinschaftsanlage entgegen. Und entbinde den Angehörigen von der Pflicht, sich eigenverantwortlich um die Pflege zu kümmern (wie das bei eine Grabwahlstelle der Fall ist).

Vor allem ältere Menschen, denen die Arbeit am Grab zu beschwerlich werde, seien froh über ein solches Angebot. Und auch bei Angehörigen, die nicht mehr in Rathenow leben und sich deshalb nicht mehr regelmäßig kümmern können, komme die Bestattungsform sehr gut an, sagt Range.

Die Zahlen sprechen für sich. Von rund 250 Bestattungen im Jahr auf dem städtischen Friedhof, finden mittlerweile 170 auf der namentlichen Urnengemeinschaftsanlage statt – Tendenz steigend.

Von Markus Kniebeler

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