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Havelland Varianta-Theater wagt den Neustart
Lokales Havelland Varianta-Theater wagt den Neustart
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17:18 05.11.2018
Eine Szene im Varianta-Theater: Während der Casting-Show heißt es: Schnell noch ein Selfie für die sozialen Netzwerke aufnehmen. Quelle: Carsten Scheibe
Spandau

Vier Fremde werden vom Sturm in eine Hütte gezwungen. Damit sie sich in der Enge der Zuflucht nicht gegenseitig an die Gurgel gehen, kommen sie auf eine Idee. Sie beschließen, sich die Zeit mit einem improvisierten Theaterstück zu vertreiben. Jeder darf eine Grundidee äußern und alle müssen mitspielen: „Wenn keine Sau zusieht, kann man die Sau mal so richtig rauslassen."

Zukunft und Geschichte in einem Stück

So kommt es, dass die Zuschauer des neuen Varianta-Stücks „Fabula Rasa" im Kopf gleich mehrfach umschalten müssen. Das neue Stück, von André Rauscher geschrieben und selbst vor Ort in der Carl-Schurz-Straße 59 in der Spandauer Altstadt inszeniert, entführt die Zuschauer zunächst in die Zukunft, als die letzten Überlebenden von einem Dach auf die Fluten des überschwemmten Spandaus herunterschauen.

Dann geht es in die deutsche Nachkriegszeit, wo sich mehrere zwielichtige Personen nachts auf einem verlassenen Rangierbahnhof kurz vor Berlin treffen. Moderner wird es bei der Casting-Show „Spandaus Stern", bei der sich die Teilnehmer im Backstage-Bereich gegenseitig nicht den Sieg gönnen.

Drei Leute blieben übrig

Dass überhaupt wieder ein Varianta-Stück auf die Bühne gestellt werden konnte, grenzt an ein Wunder. Das Gymnasium, unter deren Dach die Theatertruppe seit Jahrzehnten residiert, ist ausgezogen. Die Musikschule, die übergangsweise im Haus untergekommen ist, braucht mehr Platz. Und dann musste auch noch die Technik erneuert werden. André Rauscher, der inzwischen die kreative Leitung übernommen hat, erklärt: „In all diesen Wirren um ein verändertes Hausrecht blieben vom Theater am Ende nur noch drei Leute übrig. Neben mir auch Sonya Martin und Frank Kallinowski. Um spielen zu können, brauchten wir aber Verstärkung. Ich bin froh, dass wir über eine Anzeige Tolga Tavan und Julia Schatz gefunden haben."

Verein gegründet

Man setzt auf einen kompletten Neustart. Aus dem Spandauer Volkstheater Varianta sei das Neue Theater Varianta geworden. Sonya Martin: „Wir spielen kein Volkstheater mehr und wagen uns in neue Bereiche vor. Auch haben wir einen Verein gegründet und warten nur noch auf die letzten Stempel.“ Als Verein könne man ganz anders agieren und auch Spenden besser abrechnen.

Gut 50 Personen passen in den Theatersaal. Der wird durch eine Art Laufsteg in zwei Hälften geteilt. Da die Bühne noch immer nicht voll nutzbar ist, spielt das neue Stück zum Teil mitten im Publikum. Das finden die Zuschauer toll, die sehr nah dran sind an den Schauspielern.

Das neue Stück stellt den Zuschauer auf die Probe. Es ist kein Volkstheater mehr mit Spandauer Lokalkolorit, sondern eine unterhaltsame, zugleich aber tiefsinnige Studie der menschlichen Emotionen, die miteinander um die Vorherrschaft ringen. Wie André Rauscher das Stück noch in den letzten Minuten auf eine neue Ebene hievt, ist grandios und sehenswert.

Von Carsten Scheibe

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