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Verbrucherschützer warnen vor Betrug

Rathenow Verbrucherschützer warnen vor Betrug

In Rathenow hat eine Dame einen Brief von einer angeblichen Rechtsanwaltskanzlei bekommen, in der ihr Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen wird. Offenkundig ist das Unsinn, was genau dahinter steckt, kann aber auch die Verbraucherschutzzentrale nicht sagen.

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Verbraucherschützerin Sabine Weiß-Gränzer.
 

Quelle: MAZ

Rathenow.  Den Mitteln und Wegen, mit denen Betrüger an die Daten oder das Geld unbescholtener Bürger herankommen wollen, sind offenbar keine Grenzen gesetzt. Bei der Rathenower Verbraucherzentrale meldete sich jüngst eine Dame, die ein Schreiben der rätselhaften Art erhalten hat.

Der Brief stammt angeblich von einer Rechtsanwaltskanzlei mit dem Namen „Koch & Werner“ aus Berlin, die mit Adresse und Telefonnummer im Briefkopf erscheint. „Vorladung zur Gerichtsverhandlung“ heißt es in der Betreffzeile, die versehen ist mit einem Aktenzeichen. Im Brief selbst werden abenteuerliche Vorwürfe laut. „Unter der o.g. Tagebuchnummer wird hier eine Strafanzeige wegen Beihilfe des Betruges, Geldwäsche und Steuerhinterziehung erhoben“, so der erste Satz des Schreibens, das mit „M. Koch, Rechtsanwalt für internationales Strafrecht“ unterschrieben ist. Und es geht ebenso abenteuerlich weiter: „Uns ist bekannt, dass Sie mit intenationalen Vorkassen/Telefonbetrügern in Verbindung stehen.“ Deshalb habe die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet „über Ihre Position in diesem Fall.“

Und dann wird eine unverhohlene Drohung ausgesprochen. Falls die Angeschriebene sich nicht innerhalb von 14 Tagen bei der „zuständigen Abteilung für Zivilrechte“ melde, würden die Akten an die zuständigen Behörden und öffentlichen Ämter weitergegeben.

Wenn man den Brief liest, kann man nur zu einem Schluss kommen – es handelt sich um groben Unfug. Das sagt auch Sabine Weiß-Gränzer, Leiterin der Rathenower Verbraucherzentrale. „Da passt nichts zusammen“, sagt sie. Niemals komme eine Vorladung von einem Rechtsanwalt. Der ganze Brief sei dubios und voller seltsamer Formulierungen. Offenkundig aber sei, dass dem Empfänger Angst eingejagt werden soll.

Ein Recherche im Internet führt zutage, dass es eine Kanzlei namens Koch & Werner in Berlin nicht gibt. Bei einem Testanruf unter der angegebenen Nummer meldet sich ein Herr, der beteuert, es handele sich um ein Missverständnis.

Einen Reim auf das Ganze kann sich auch Sabine Weiß-Gränzer nicht machen. In der Regel werde mit solchen Methoden versucht, den verunsicherten Bürgern Geld aus der Tasche ziehen, sagt sie. Vielleicht sei den Betrügern die Sache zu heiß geworden, vielleicht würden finanzielle Forderungen auch nur dann erhoben, wenn der Anrufer verunsichert und verängstigt genug klinge. Aber das sei alles Spekulation. Mit Sicherheit sagen könne sie nur, dass es sich um einen ganz und gar unseriösen Brief handele.

Und was rät sie Menschen, denen solch ein Schreiben ins Haus flattert? „Nicht reagieren, sondern gleich in den Papierkorb damit“, sagt sie. Wer wissen wolle, wer hinter der Adresse stecke, der könne im Internet nach dem Namen suchen. Im vorliegenden Falle wäre dann schnell klar geworden, dass es eine Kanzlei unter diesem Namen gar nicht gibt. Natürlich könne man auch zur Verbraucherzentrale kommen und sich dort beraten lassen.

Von Markus Kniebeler

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