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Verdacht auf Gift in Schutzanzügen

Feuerwehren lassen Kleidung prüfen Verdacht auf Gift in Schutzanzügen

Der Großbrand, der in einer Lagerhalle im Industriepark Premnitz ausbrach, hat ein Nachspiel. Weil dort größere Mengen von Abfällen verschiedener Kunststoffe Feuer gefangen hatten, gibt es den Verdacht, dass die Bekleidung der nahe am Brandherd eingesetzten Feuerwehrleute hoch mit Schadstoffen belastet sein könnte.

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Vor allem die Einsatzkräfte nah am Brandherd waren dem schädlichen Rauch ausgesetzt.

Quelle: J. Stähle

Premnitz. Die Situation scheint einigen Beteiligten heikel zu sein. „Wir brauchen den Nachweis“, sagt ein verantwortlicher Feuerwehrmann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, „dass Kleidung und Ausrüstung gefahrlos für unsere Kameraden wieder einsetzbar sind.“ Bislang gebe es den Nachweis nicht, deshalb sei Vorsicht geboten. Die Gesundheit der Feuerwehrleute müsse Vorrang haben.

Im Einsatz waren 200 Feuerwehrleute der Wehren von Premnitz, Döberitz, Mögelin, Rathenow, der Gemeinde Milower Land, von Falkensee und aus dem Amt Friesack. „Wir haben ein Schreiben vom Kreisbrandmeister erhalten“, sagt der Premnitzer Bürgermeister Roy Wallenta, „dass nach Aussagen eines hinzugezogenen Brandamtsrates in der Bekleidung der Feuerwehrleute Schadstoffe sein könnten, die sich möglicherweise nicht beseitigen lassen.“

Die Stadt habe daraufhin einen stark belasteten Anzug reinigen lassen und ihn einem anerkannten Labor übergeben, um eine Prüfung auf Schadstoffe vornehmen zu lassen. Für den morgigen Tag habe das Labor die Ergebnisse zugesagt, so Roy Wallenta. Dann könne man beurteilen, ob die nach dem üblichen Verfahren gereinigte Kleidung wieder einsatztauglich sei und eine Gefährdung der Feuerwehrleute ausgeschlossen werden könne.

Drei Tage Feuer

  • Am Dienstag nach Pfingsten brach in einer 60 mal 120 Meter großen Lagerhalle der Relux Recycling GmbH im Industriepark Premnitz ein Brand aus.
  • Vor allen Dingen zu Beginn gab es starkes Feuer und heftige Rauchentwicklung.
  • Am Ende zeigte es sich, dass drei Tage nötig waren, um das Feuer endgültig zu löschen.
  • Die Relux Recycling GmbH bereitet Abfälle aus Kunststoff so auf, dass sie in der Wirbelschichtanlage des benachbarten Kraftwerks verbrannt werden können. Außerdem liefert sie sortierte und zerkleinerte Kunststoffteilchen an die ebenfalls benachbarte Vogt Plastic GmbH, die diese stofflich verwertet.
  • Wenn Kunststoff gebrannt hat, kann es sein, dass er sich nach dem Löschen wieder neu entzündet.
  • Insgesamt waren an den drei Tagen 200 Feuerwehrleute im Einsatz.
  • Die Vermutung, dass deren Schutzbekleidung möglicherweise zu hoch mit Schadstoffen belastet sein könnte, gilt aber nur für Einsatzkräfte, die nahe am Brandherd eingesetzt waren.

Die Polizei hatte die Bewohner von Döberitz-Ausbau zu Beginn des Brandes mit einem Lautsprecherwagen aufgefordert, die Fenster zu schließen. Auf die Frage, ob es gesundheitliche Gefährdungen von Anwohnern durch austretende Schadstoffe gegeben habe, antwortete der Bürgermeister, es sei eine Vorsorgemaßnahme der Polizei gewesen. Der Stadt seien keine Fälle von Gesundheitsproblemen durch den Brand bekannt geworden.

Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land, teilt mit: „Die Schutzbekleidung unserer Feuerwehrleute ist teilweise beschädigt.“ Er selbst habe die Schuhe eines Feuerwehrmannes gesehen, die „stark angegriffen“ waren. Die beim Brand eingesetzten Feuerwehrleute der Gemeinde seien aufgefordert worden, ihre Bekleidung auf Schäden oder Belastungen zu überprüfen. Das Endergebnis liege noch nicht vor.

Der Rathenower Ortswehrführer Oliver Lienig will nicht unnötig Unruhe verursachen. „Wir haben Proben genommen und lassen einige Sachen prüfen“, stellt er fest. Er gehe davon aus, dass am Montag alles an ein Labor zur Überprüfung eingeschickt werden könne. Ende der nächsten Woche dürfe man mit den Ergebnissen dieser Überprüfung rechnen, dann könne und werde er gegenüber der Presse verlässliche Aussagen machen. Vorher habe es aus seiner Sicht keinen Sinn, sich zu äußern.

Von Bernd Geske

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