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Havelland Verein will Dorfkirche vor Verfall retten
Lokales Havelland Verein will Dorfkirche vor Verfall retten
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00:35 27.07.2015
Die Vorstandsmitglieder des Fördervereins Gert Dittrich, Hanka Gregor, Dirk Friese und Natalie Bading vor der Kirche. Quelle: Norbert Stein
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Landin

Sich einer Aufgabe zu stellen, bedarf mitunter erst einmal des richtigen Anstoßes. Gert Dittrich hatte so einen Anstoß. Eigentlich schade, dass die Kirchenglocke nicht läutet, ging ihm an einem Abend durch den Kopf, als er gerade beim Werkeln auf dem Hof in der Steinstraße in Landin war. Dabei ist es aber nicht geblieben. Als vor Kurzem der Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Landin aus der Taufe gehoben wurde, wählten die 19 Gründungsmitglieder auch einen Vorstand. Gert Dittrich ist seitdem Vorsitzender. Inzwischen stärken drei weitere Mitglieder den Förderverein. Für ein kleines Dorf wie Landin mit lediglich 77 Einwohnern ein guter Start, ist sich Gert Dittrich mit weiteren Vorstandsmitgliedern bei einem Treffen vor der Kirche einig. „Weitere Mitglieder sind natürlich jederzeit willkommen“, meint die stellvertretende Vorsitzende und Ortsvorsteherin von Landin Hanka Gregor.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Kirche zu

Weitere Mitglieder und Unterstützung braucht der Förderverein auch um sein ehrgeiziges Ziel verwirklichen zu können: Die denkmalgeschützte Landiner Dorfkirche wieder zu öffnen für kirchliche und kulturelle Veranstaltungen. Das letzte mal geöffnet war die Kirche Mitte der 1990er Jahre für eine Konfirmation. Seither ist sie für Veranstaltungen jeglicher Art geschlossen. Eine neue Eindeckung des Turms und des Daches sowie eine Verstärkung der Saaldeckenbalken im Jahr 1993 konnten sie vor diesem Schicksal nicht bewahren.

Gert Dittrich, Vorsitzender des Fördervereins zum Erhalt der Dorfkirche Landin, zeigt den dringenden Sanierungsbedarf der Kirche. Quelle: Norbert Stein

Aus Geldmangel wurde nicht weiter saniert. Deshalb ist die Kirche schlichtweg in einem desolaten Zustand, die Vorhalle baufällig und im Inneren bröckelt nicht nur Putz von den Wänden. Rund 500.000 Euro sind einer groben Schätzung zufolge notwendig, um die Kirche vor dem Ruin zu bewahren. Der Förderverein will das Geld in Etappen und mit Hilfe von Förderungen beschaffen. Damit stellen sich die Mitglieder schon einer gewissen „Herkulesaufgabe“. Weil nicht alles auf einmal geht, wird zunächst ein Konzept erarbeitet für die Reihenfolge einzelner Sanierungsabschnitte und deren Kosten.

Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet

Die heutige Dorfkirche Landin wurde zu Anfang des 18. Jahrhunderts als Ziegelfachwerkbau über rechteckigen Grundriss errichtet, wovon der Ostgiebel, die Nordseite und die Vorhalle zeugen.

Der Westgiebel wurde 1865, die Südwand im späten 19. Jahrhundert aus Backstein erneuert.

Der Turm und das Dach wurden 1993 erneuert, ebenfalls die Saaldeckenbalken ausgebessert. Weitergeführt wurden die Sanierungsarbeiten nicht.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Kirche aufgrund ihres desolaten Zustandes gesperrt.

Der Förderverein möchte die Dorfkirche vor dem endgültigen Verfall retten. Spendenkonto bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse IBAN: DE94 1605 0000 1000 8855 06 BIC: WELADED1PMB

Eine Aufgabe, die keinen Aufschub duldet und für 4000 Euro als erstes realisiert werden muss, ist die Sicherung des Altars. Unterstützern bietet der Förderverein „Stifterbriefe für den Altar“, im Wert von jeweils 20 Euro an. Für die Sanierung der Vorhalle wird der Förderverein mit dem Verkauf von besonderen Steinen ebenfalls Geld sammeln.

Der Altar muss zuerst saniert werden. Quelle: Norbert Stein

Das Gesamtvorhaben realisieren kann der Förderverein nur in enger Zusammenarbeit mit der Evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland, zu der Landin gehört. Die Reformationsgemeinde hat aber 16 Kirchen. Dass die Landiner Dorfkirche auf einer langen Sanierungsliste der Reformationsgemeinde an letzter Stelle steht, ist nicht gerade erleichternd für den Förderverein. „Wir sind dennoch zuversichtlich, die Kirche im Dorf zu erhalten“, sagt Gert Dittrich mit den ersten verkauften Stifterbriefen für die Altarsicherung in der Hand.

Von Norbert Stein

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