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Havelland Verhärtete Fronten im Grundwasserstreit
Lokales Havelland Verhärtete Fronten im Grundwasserstreit
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22:08 07.03.2018
Der B-Plan betrifft das Milcafea-Grundstück hinter dem Rathenower Nordbahnhof Rathenow. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Versickern lassen oder in die Kanalisation einleiten? – Um diese Grundsatzfrage ging es erneut im Bauausschuss am Dienstagabend. Fast zwei Stunden lang stritten die Abgeordneten über den B-Plan „Gewerbegebiet Milcafea“. Am Ende einer hitzigen Debatte stimmte eine knappe Mehrheit für den B-Plan (4 Ja-, 3 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen), der eine Versickerung des Regenwassers auf der Fläche vorsieht.

Mitglieder der Bürgerinitiative Grundwasser machen gegen diese Festlegung mobil. Im Dezember wurde auf Initiative der BI der abstimmungsreife B-Plan aus der Stadtverordnetenversammlung zurückverwiesen in den Bauausschuss. Am Mittwoch steht er in der SVV erneut zur Abstimmung.

Keine Einwände des Wasser- und Abwasserverbandes

Worum geht es? Im B-Plan-Verfahren wurden entsprechend der gesetzlichen Regelung die so genannten Träger öffentlicher Belange um ihre Stellungnahmen gebeten. In der Entwässerungsfrage – einem Teilaspekt des gesamten Verfahrens – äußerte der zuständige Wasser- und Abwasserverband keine Einwände gegen die gängige Praxis, das Wasser versickern zu lassen.

Matthias Remus, Bauamtsleiter der Stadt Rathenow, machte klar, dass es für die Stadt keinen Anlass gebe, gegen diese Entscheidung vorzugehen. Die Stadt Rathenow habe die Regenentwässerung an den Fachverband delegiert. Und dieser habe festgelegt, dass nichts gegen eine Versickerung des Regenwassers spreche. Deshalb empfehle die Verwaltung weiterhin, dem B-Plan zuzustimmen.

BI fordert Einleitung in Kanalisation

Die Vertreter der Bürgerinitiative hielten entgegen, dass es triftige Gründe gebe, das Regenwasser auf dem Milcafea-Gelände in die Kanalisation zu leiten. Es müsse alles getan werden, um die hohen Grundwasserstände, die im Winter 2010/2011 Keller unter Wasser gesetzt hatten, zu vermeiden.

BI-Gründungsmitglied Rolf Ursinus führte aus, dass in jenem Winter nicht nur Hausbesitzer in den östlichen Stadtgebieten, sondern auch in der Gegend um die Breitscheidstraße mit feuchten Kellern zu kämpfen hatten. Deshalb zähle jede Maßnahme, die dazu beitrage, hohe Grundwasserpegel zu verhindern. Mit der Kanalisierung des Regenwassers auf dem Milcafea-Gelände werde ein Beitrag dazu geleistet.

Grundwasser-Gutachten wird derzeit erarbeitet

Wie groß dieser Beitrag ist, welchen Einfluss die Versickerung auf dem betreffenden Grundstück auf den Grundwasserpegel hat, dazu gibt es allerdings keine Erhebungen. Ein Gutachten zum Grundwassergeschehen wird gerade erarbeitet. Allerdings wird auch dieses den Fokus nicht auf eine so begrenzte Fläche wie das Milcafea-Areal richten können.

Am Ende einer hitzigen Debatte standen sich Befürworter und Gegner der Versickerung frontal gegenüber. Karsten Ziehm (Pro Rathenow) forderte vehement, den Investor nicht noch mehr zu verprellen und den B-Plan endlich zu beschließen. Karl-Reinhold Granzow (Linke) erklärte, er könne nicht gegen das Interesse von hunderten grundwassergeplagten Bürgern stimmen. Deshalb gehe für ihn an der Kanalisation kein Weg vorbei. Fortsetzung der Debatte in der SVV am kommenden Mittwoch.

Von Markus Kniebeler

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