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Verkehrsrüpel ignorieren Fahrverbot

Rathenow Verkehrsrüpel ignorieren Fahrverbot

Die Milower Landstraße in Rathenow darf wegen Leitungsarbeiten derzeit nur noch einspurig in Richtung Premnitz befahren werden. Doch etliche Autofahrer setzen sich trotz klarer Beschilderung dreist über diese Regelung hinweg und sorgen damit im Baustellenbereich für erhebliches Chaos.

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Trotz Barriere, Verbotsschild und Polizei wurde die Einbahnstraßenregelung gestern mehrfach missachtet.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Weil die Trinkwasserleitung erneuert wird, ist die Milower Landstraße derzeit nur auf einer Spur befahrbar – stadtauswärts. Autofahrer, die aus Richtung Premnitz kommen, werden mit zwei großen Hinweistafeln auf die Umleitungsstrecke geleitet, die über den Knüppeldamm und den verlängerten Grünauer Weg stadteinwärts führt.

Wer zu Aldi will oder nördlich gelegenen Anliegern (Eikemeier, Family Fitness), der kommt noch durch. An der Abfahrt in das kleine Gewerbegebiet ist aber endgültig Schluss. Rund 100 Meter vor dem Bahnübergang steht eine Barriere, flankiert von zwei roten Einbahnstraßenschildern, die anzeigen, dass niemand mehr durchfahren darf. Das allerdings hält etliche Autofahrer nicht davon ab, es dennoch zu tun. Und selbst ein sichtbar hinter der Barriere postierter Einsatzwagen der Polizei schreckt nicht ab. Am Mittwochvormittag, als die MAZ sich ein Bild von der Situation machte, erdreisteten sich binnen kurzer Zeit zwei Pkw-Fahrer, die Barriere samt Polizeiauto zu umfahren.

Dieses Fehlverhalten einiger Uneinsichtiger führte zu chaotischen Situationen im Baustellenbereich. Weil die große Asphaltfräse auf der gesperrten Fahrbahn im Einsatz war, gab es keine Ausweichmöglichkeiten. Hektische Wendemanöver auf engem Raum brachten den Verkehrsfluss immer wieder zum Erliegen. „Unverantwortlich“, sagte einer der Polizeibeamten. Offenbar gebe es Autofahrer, die sich weder von Verkehrszeichen, noch von der Aussicht auf ein Verwarngeld abschrecken ließen. Kurz darauf wurde er mit seinem Kollegen zu einem anderen dringenden Einsatz gerufen. „Wir können hier nicht 24 Stunden am Tag stehen bleiben.“

Diejenigen, die ordnungsgemäß die Umleitungsstrecke nutzten, wirbelten auf dem verlängerten Grünauer Weg einigen Staub auf. Die Strecke durch den Wald war mit Betonrecyling-Material geglättet worden. Am Mittwoch beschwerten sich Anwohner des südlichen Grünauer Wegs und der Rheinstraße am Sorgentelefon, dass der aufgewirbelte helle Staub bis zu den Häusern dringe. „Alles weiß im Vorgarten“, sagte Jörg Rakow. Seine Frau habe die Wäsche abnehmen müssen, um sie vor dem Dreck zu schützen.

Der Vorschlag Rakows, eine Asphaltdecke über den Recyclingbelag zu ziehen, um die Staubentwicklung zu mindern, kann indes nicht in die Tat umgesetzt werden. Die Baumschutzsatzung verbiete es, im Wald eine Asphaltschicht zu ziehen, so der Bauleiter. Andere Möglichkeiten, den Staub zu unterbinden, sehe er nicht. Einzig der Regen am Nachmittag sorgte für eine Entspannung der Lage.

Von Markus Kniebeler

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