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Verwaiste Baustelle an ICE-Strecke ungesichert

Gefahr in Rathenow – Bahn gibt Verantwortung ab Verwaiste Baustelle an ICE-Strecke ungesichert

In Rathenow (Havelland) ist eine Baustelle an der ICE-Strecke seit Wochen ungesichert. Dazu kommt, dass die Baustelle verwaist ist. An der Strecke ist es in den vergangenen Jahren zu zwei tödlichen Unfällen gekommen. Die Bahn beruft verweist auf ein Verbot und gibt einen Teil ihrer Verantwortung ab.

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Statt den Zugang auf die Gleise mit Bauzäunen zu sichern, stehen diese daneben. Der Zugang auf die Gleise ist frei.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Es wäre ein leichtes die viel befahrene ICE-Strecke von der Straße „An der Bahn“ aus zu betreten oder Gegenstände auf die Gleise zu werfen. Seit 2015 wird hier gebaut, der Baustellenbereich ist seit Wochen ungesichert. Würde man an dieser Stelle Bauarbeiter im Einsatz antreffen, könnte man die Sache vielleicht noch erklären, doch die Baustelle ist verwaist.

Wie die Deutsche Bahn nun auf MAZ-Anfrage erklärte, musste der 2015 begonnene Neubau der Lärmschutzwand in Rathenow aus technologischen Gründen ab Januar 2016 zeitweise unterbrochen werden. Bis August 2016 sei die Baustelle vom Auftragnehmer umfangreich gesichert worden. „Baustraßen wurden in großem Umfang zurückgebaut, Lücken in der Lärmschutzwand mit Bauzäunen geschlossen und Geräte und Baumaterialien abtransportiert. In diesem Monat wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen“, erklärt Bahnsprecher Gisbert Gahler vom Regionalbüro in Berlin.

Bahn beruft sich auf Betretungsverbot

Zugleich wies er daraufhin, dass zeitweise Lücken in der Lärmschutzwand während der Bautätigkeit unvermeidlich sind. „Hier gilt wie bei allen anderen Baumaßnahmen auch, dass das Betreten der Baustelle für Unbefugte verboten ist. Erziehungsberechtigte haben dieses Verbot gegenüber ihren Kindern durchzusetzen“, so Gahler. Für Gleisanlagen gelte dieses Betretungsverbot ebenfalls uneingeschränkt, da Bahnanlagen nur in besonderen Fällen eingezäunt sind.

Am Donnerstagvormittag war an der Schallschutzwand weit und breit kein Mitarbeiter des ausführenden Bauunternehmens zu sehen. Die Lücken in der Schallschutzwand waren – wie oben bereits beschrieben – nicht geschlossen und die Baustelle nicht abgesichert. Auch der Zugang zu den Anschlüssen der Stellmotoren der Weichen war nicht gesichert.

Bahn verspricht Absicherung der Baustelle

In der Vergangenheit gab es an der Bahnstrecke in Rathenow bereits drei Todesfälle. Zuletzt starb im November 2013 ein 13-Jähriger, der an einer 15.000-Volt-Oberleitung einen Stromschlag erlitten hatte.

„Wir haben die gegebenen Hinweise zum Anlass genommen, unseren bauausführenden Unternehmer anzuhalten, die technologisch bedingten Lücken in der Lärmschutzwand auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken und die ordnungsgemäße Kennzeichnung der Baustelle sicherzustellen“, verspricht Gisbert Gahler. Die im Auftrag der DB Netz AG tätige Bauüberwachung werde die Umsetzung dieser Festlegung kontrollieren und bei Notwendigkeit für Abhilfe sorgen.

Drei Todesfälle an ICE-Strecke

Im November 2013 kletterte ein 13-jähriger Junge auf einen Kesselwagen eines Güterzuges, der an einem Bahnsteig „betriebsbedingt“ gehalten hatte. Der Junge erlitt an einer 15.000-Volt-Oberleitung einen Stromschlag und erlag wenige Tage nach dem Unfall seinen Verletzungen.

2010 wurden zwei 15-jährige Graffiti-Sprayer von einem Schnellzug erfasst und tödlich verletzt. Die Jungen hatten sich auf den Schienen aufgehalten.

Von Christin Schmidt

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