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Der Vorhang zu und alle Fragen offen

Debatte um den künftigen Rathaussitz Der Vorhang zu und alle Fragen offen

Die Rathausfrage ist in Rathenow nach der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag wieder völlig offen. Die Verwaltung will den Umbau der alten Brauerei verhindern, die Abgeordneten fühlen sich von der Entwicklung überrollt. Eine angekündigte Millioneninvestition aus München sorgt für zusätzliche Verwirrung.

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Brache mit Entwicklungspotenzial? Das Gelände hinter dem Rathenower Rathaus in der Berliner Straße.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Die Debatte um den künftigen Rathausstandort hat nach den überraschenden Verkündungen der Verwaltung am Donnerstagabend wieder an Fahrt aufgenommen. Die Aussage von Vize-Bürgermeister Hans-Jürgen Lemle, die Stadt werde sich den Umbau der alten Brauerei zum Verwaltungssitz wegen der gestiegenen Kosten nicht leisten können, rief in den Fraktionen verwunderte Reaktionen hervor. „Wir werden hier fast täglich mit neuen Zahlen konfrontiert“, sagte Daniel Golze, der Chef der Fraktion der Linken. Was er vermisse, sei eine fundierte Vergleichsanalyse. Ohne eine solche sehe sich seine Fraktion nicht in der Lage, eine Entscheidung in der Rathausfrage zu treffen.

Lemle war zuvor auf die Kostenberechnung des Planungsbüros für den Umbau der Brauerei eingegangen. Im Vergleich zu der ersten Schätzung seien die Aufwendungen für den Umbau von rund 10 Millionen Euro auf 13,6 Millionen Euro gestiegen. Wenn man die Kosten für die Renovierung des jetzigen Rathauses, den Umzug, die Möblierung des neuen Sitzes und andere Positionen hinzurechne, dann ergebe sich am Ende für die Stadt – nach Abzug höchstmöglicher Fördergelder – ein Eigenanteil in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro. Außerdem drohe bei derart aufwendigen Projekten immer die Gefahr einer unvorhersehbaren Kostensteigerung. Und schließlich werde es zeitlich kaum zu schaffen sein, den Umbau so hinzubekommen, dass der Umzug der Verwaltung zum 1. Januar 2018 garantiert werden könne. Diese Risiken könne die Stadt nicht eingehen. „Wir müssen von diesem Projekt Abstand nehmen“, so Lemle wörtlich.

Millionenschwere Pläne für innerstädtische Brache

Den Verbleib der Verwaltung im Rathaus in der Berliner Straße versuchte Bürgermeister Ronald Seeger den Stadtverordneten schmackhaft zu machen, indem er ihnen zwei Briefe präsentierte. Die Fielmann AG, Eigentümer des Areals zwischen Puschkinstraße und Berliner Straße, habe einen Investor aus München gewonnen, der bereit sei, die Fläche neben („060“-Gebäude) und hinter (Askania) dem Rathaus zu entwickeln. Das millionenschwere Projekt umfasse eine Mischung aus Wohnungen, Gewerbe- und Handelsflächen. Die Fielmann AG und ihr Partner seien ernsthaft bereit, ein solches Vorhaben in Angriff zu nehmen und diese innerstädtische Brache endlich zu beleben, so Seeger. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Verwaltung ihren jetzigen Sitz in der Berliner Straße behalte.

Die Stadtverordneten wirkten von diesen Ankündigungen regelrecht überrollt. Rayk Sommer (SPD) hatte als erster die Fassung wieder gewonnen und schlug vor, den Investor in den Bauausschuss einzuladen, damit sich dessen Mitglieder ein Bild machen können von den Plänen und den dahinter stehenden Menschen. Dieser Vorschlag stieß auf allgemeine Zustimmung. Ob dieses Treffen vor der SVV-Sondersitzung Anfang November, auf der die Rathausfrage entschieden werden muss, zustande kommt, darf allerdings bezweifelt werden.

Von Markus Kniebeler

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