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Havelland Viel Gegenwind für Pferdehof – erste Tiere bereits verkauft
Lokales Havelland Viel Gegenwind für Pferdehof – erste Tiere bereits verkauft
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08:47 08.11.2016
Pamela Boujra und Christian Schuldt im Kreise ihrer Pferde. Von einigen haben sich die beiden bereits trennen müssen. Quelle: Philip Häfner
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Schönwalde-Siedlung

Pamela Boujra übt sich mittlerweile in Galgenhumor. „Drei Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen, das ist doch gar nicht so schlecht“, sagt sie. So als ob sie es schon geahnt hätte, dass ihr Antrag auf Errichtung eines Unterstandes für Pferde in Schönwalde-Siedlung abgelehnt werden würde. Tatsächlich stimmten acht Gemeindevertreter, allesamt von der CDU, gegen das Vorhaben.

Ursprünglich hatten Boujra und ihr Partner Christian Schuldt noch ganz andere Pläne gehabt. Im ehemaligen Grenzstreifen wollten sie einen Pferdehof bauen, mit einem weitläufigen Stall, in dem es sich die Tiere hätten gut gehen lassen können. Auch Reitkurse sollten dort stattfinden.

Pferdehof abgelehnt wegen fehlender Genehmigungen

Doch die großen Pläne platzten: Gemeinde und Landkreis versagten ihre Zustimmung, weil sich das Vorhaben im Landschaftsschutzgebiet Nauen-Brieselang-Krämer befindet und Genehmigungen fehlten. Denkbar ist lediglich eine abgespeckte Version: ein landwirtschaftlicher Betrieb zur Futtermittelproduktion, mit offenen Unterständen für die Tiere und zur Lagerung von Heu und Stroh. Das ist durch den Flächennutzungsplan gedeckt.

Die Gemeindevertreter haben das Vorhaben dennoch erneut abgelehnt. Pamela Boujra glaubt inzwischen, man habe dort „grundsätzlich etwas gegen Pferdeleute“. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch beim Landkreis. Von Seiten der Schönwalder Verwaltung heißt es, es sei „damit zu rechnen, dass das fehlende gemeindliche Einvernehmen durch das Bauordnungsamt ersetzt wird.“

Pferdebesitzerin wirft Paar vorsätzliche Täuschung vor

Von einigen ihrer Tiere werden sich Pamela Boujra und Christian Schuldt allerdings trennen müssen, der Platz reicht nicht mehr für alle. Die ersten Pferde wurden bereits verkauft – für die Halter jedes Mal ein trauriger Moment. Und es droht möglicherweise noch mehr Ungemach.

Friederike Ebert, eine Studentin aus Schönwalde-Dorf wirft dem Paar vor sie womöglich vorsätzlich getäuscht zu haben. Ebert hat ihr Pferd seit zwei Jahren im hinteren Bereich des Geländes im Grenzstreifen zu stehen, in einem eigenen kleinen Stall. Nun bekam auch sie Post von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Havelland, dass sie das Gebäude unverzüglich abzubauen habe, weil derartige Anlagen im Landschaftsschutzgebiet nicht erlaubt seien. Da die 25-Jährige kein Landwirt ist, kann sie – anders als Christian Schuldt – auch nicht auf eine Ausnahmegenehmigung hoffen.

Jegliches Einfühlungsvermögen fehlt bei Behörden

„Wenn ich gewusst hätte, dass der Pferdehof dort nicht genehmigt ist, hätte ich mein Pferd nie dort untergestellt“, sagt Ebert. Doch Schuldt habe sie glauben lassen, es sei alles korrekt. „Ich denke, er hat mich betrogen“, sagt sie. Ihr Ärger richtet sich aber auch gegen die Behörden, die keinerlei Kompromissbereitschaft zeigten und zudem jegliches Einfühlungsvermögen vermissen ließen: „Sie haben zu mir gesagt: ,Dann verkaufen Sie Ihr Pferd doch.’ Aber das Pferd ist doch meine Familie. Und würden Sie jemanden aus Ihrer Familie verkaufen?“

Pamela Boujra hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Mit Ebert habe man lediglich einen Einstellvertrag, keinen Pachtvertrag – sie habe daher auch kein Recht gehabt einen eigenen Stall zu bauen. „Wir haben ihr das nicht erlaubt“, sagt sie. In ihrer Herde habe Friederike Ebert das Pferd nicht unterbringen wollen. Sie habe ein separates Stallgebäude errichtet, „obwohl wir ihr klar gemacht haben, dass das Ärger geben wird.“ Dafür gebe es mehrere Zeugen, so Boujra. Sie ist sehr enttäuscht über Eberts Verhalten: „Man reicht ihr den kleinen Finger und sie nimmt gleich die ganze Hand.“

Von Philip Häfner

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