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Viel Gestank, ein Blitzeinschlag und kein Hausbrand

Ketzin/Havel Viel Gestank, ein Blitzeinschlag und kein Hausbrand

Ketziner Feuerwehren mussten im letzten Jahr 353 mal ausrücken – mehr als doppelt so oft wie 2016. Ein Großteil der Einsätze war den Herbststürmen geschuldet. Anderseits gab es keinen einzigen Brand in einem Wohnhaus im Vorjahr.

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Unverletzt kam die Besatzung dieses Kajütbootes in Ketzin davon.

Quelle: Julian Stähle

Ketzin/Havel. Ein Jahr ohne einen Hausbrand, ohne Verletzte und ohne große Schäden bei den schweren Herbststürmen – 2017 war ruhig für die Feuerwehren in Ketzin/Havel und den Ortsteilen. Könnte man denken. Aber die nackte Zahl von 353 Einsätzen sagt etwas anderes.

„Fast dreimal so oft wie 2016 mussten die Wehren ausrücken, wobei weit mehr als 200 Einsätze auf das Konto der drei Stürme gehen“, bilanziert Stadtbrandmeisterin Elke Lemke. „Xavier“ und „Herwart“ im Oktober aber auch das Unwetter am 22. und 23. Juni 2017 sorgten für Ausnahmezustände bei den Ketziner Feuerwehren. „Dabei sind sogar einige ältere Kettensägen kaputt gegangen, weil sie der Belastung nicht mehr standgehalten haben“, blickt Ketzins Ortswehrführer Steffen Vogeler zurück. Glücklicherweise sei kein Mensch zu Schaden gekommen, auch Häuser und Autos blieben verschont. „Die Bäume und Äste haben sich dahin bewegt, wohin wir sie haben wollten“, scherzt Elke Lemke. Am stärksten betroffen von den Sturmfolgen waren die überirdischen Telefonleitungen vor allem in Brückenkopf. Aber einen Blitzeinschlag im Ketziner Feuerwehrdepot in der Feldstraße gab es trotzdem, wobei technische Dinge zerstört wurden.

Ein neuer potenzieller Einsatzort ist Ende vergangenen Jahres für die Feuerwehrleute hinzugekommen: das Hermes-Logistikzentrum im Gewerbegebiet in Etzin. Gleich dreimal mussten die Kameraden dorthin in den letzten Dezemberwochen fahren, obwohl es nicht gebrannt hat. „Die Brandmeldeanlage ist aus unterschiedlichen Gründen mehrfach angesprungen. Aber das kommt bei gewerblichen Neubauten wie dem im Etzin in der Startphase mal vor“, weiß Steffen Vogeler. In nächster Zeit werden die Ketziner Feuerwehren in den Objekt noch eine spezielle Einweisung bekommen. Andere Fehlalarme gab es in 2017 im Gebiet der Stadt Ketzin/Havel nicht.

Dafür mussten die Kameraden Anfang 2017 wiederholt zu Anwohnern ausrücken, weil es in Teilen der Stadt stark gerochen hat. „Wir haben es ja auch gerochen, können bei so etwas aber auch Messungen machen und die Werte der Stadtverwaltung und dem Landesumweltamt melden“, erklärt Vogeler, der auch stellvertretender Stadtbrandmeister ist. Ende Januar war der Verursacher gefunden: ein Unternehmen auf Schmergower Havelseite.

Nachdem vor wenigen Wochen die Paretzer Feuerwehr ein neues Mannschaftstransportfahrzeug bekommen hat, sind in diesem Jahr die Etziner dran. Ein Tanklöschfahrzeug soll kommen, vorausgesetzt das Land gibt Fördermittel dazu. Ohne finanzielle Zuschüsse wird auch der Anbau eines Schulungsraumes mit multifunktionaler Nutzung an das Ketziner Depot in der Feldstraße nicht möglich sein. „Wir haben alle Voraussetzungen geschaffen, Anträge eingereicht und den Eigenanteil im Haushalt bereitgestellt, so dass wir nur noch auf die Fördermittel und die Baugenehmigung warten“, sagt Bürgermeister Bernd Lück.

Die Zahl der aktiven Mitglieder in den Ketziner Feuerwehren ist mit 107 (darunter 26 Frauen) leicht gestiegen. Trotzdem hoffen Elke Lemke und Steffen Vogeler auf weitere Zugänge, wenn neue Wohngebiete wie Baumschulwiese oder am Lilienweg belebt werden. Erfreulich ist, dass es in den Ketziner Wehren jetzt 34 Atemschutzgeräteträger gibt (2016 waren nur 13). „Das ist gut, aber noch verbesserungsfähig“, sagt Vogeler.

Von Jens Wegener

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