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Viel Verkehr auf der Karl-Marx-Straße

Fahrzeugzählung in Brieselang Viel Verkehr auf der Karl-Marx-Straße

Die Gemeinde Brieselang hat für ihren Ort eine Verkehrszählung in Auftrag gegeben. Daraus geht nun unter anderem hervor, dass die Autofahrer aus dem Bereich Nord vor allem über Kienast, Bredower und Pappelallee sowie über die Karl-Marx-Straße zur L 202 fahren, weniger nach Norden zur L 201.

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Die berüchtigte 90-Grad-Kurve im Dorf Zeestow, das vom Lkw-Verkehr gebeutelt ist.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. Die meisten Fahrzeuge sind innerorts in Brieselang auf der Karl-Marx-Straße zwischen L 202 und Schulplatz unterwegs, gefolgt von der Bredower Allee und vom Forstweg. Der Anteil schwerer Lkw (Fahrzeuge über 3,5 Tonnen) liegt meist bei 1 bis 5 Prozent. Dies sind einige Erkenntnisse aus der Verkehrszählung, deren Ergebnisse jetzt vorliegen.

„In den meisten Fällen wurde unser Bauchgefühl bestätigt“, sagt Bauamtsleiter Uwe Gramsch. So ergab die Erfassung Mitte März auch, dass offenbar ein Großteil der Autofahrer aus Nord über Kienast, Bredower Allee, Schillerstraße und Pappelallee zur L 202 und zur Autobahn fährt. Überrascht zeigte er sich aber, dass in der Karl-Marx-Straße zwischen Thälmannstraße und Landesstraße mit 5500 Fahrzeugbewegungen innerhalb von 24 Stunden in etwa genauso viele gezählt wurden wie auf der L 202 östlich der Pappelallee. Hingegen erwies sich die Nordanbindung über den Wiesenweg nach Alt-Brieselang wider Erwarten als sehr gering frequentiert. Nur rund 300 Fahrzeugbewegungen wurden im März erfasst.

Interessant ist die Veränderung der Verkehrsströme, nachdem der Kienast wegen Bauarbeiten komplett gesperrt wurde. Eine weitere Zählung Mitte April ergab im Norden 700 Fahrzeuge, in der Karl-Marx-Straße zwischen Thälmannstraße und L 202 sogar 9100. „Das sind fast so viele wie auf der L 202 zwischen Rostocker Straße und Pappelallee“, so Gramsch.

Wie der Bauamtsleiter betont, sind die Zahlen, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte, aber nur bedingt aussagekräftig. „Es ist für uns ein Einstieg.“ Denn gemessen wurde nur punktuell, nicht flächendeckend. Wie viele Fahrzeuge in welcher Richtung unterwegs waren, geht daraus nicht hervor. Ebenso wenig, in welche Richtung die Autos an Kreuzungen und Einmündungen abgebogen sind.

„Wir wollten erst einmal wissen, wie viele Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind“, sagt Gramsch. Die Zahlen sollen die Grundlage für künftige Prognosen bilden und – geht es nach ihm – zeitnah durch weitere und eventuell auch genauere Erhebungen untersetzt werden. Diese können hilfreich sein, um etwa die Dringlichkeit von Straßenbaumaßnahmen zu untermauern. So sieht sich der Amtsleiter nun umso mehr darin bestätigt, die Erneuerung der Karl-Marx-Straße voranzutreiben – so wie es aus der neuen Prioritätenliste hervor geht. Im Gemeindeentwicklungsausschuss wies der sachkundige Einwohner Ingolf Gast zudem darauf hin, dass man in naher Zukunft eine neu zu schaffende Verbindung von Brieselang-Nord am Kanal entlang bis zur Autobahnanschlussstelle im Blick haben sollte. „Damit könnten wir Pappelallee und Schillerstraße um mehr als die Hälfte entlasten.“

Beschäftigt hat sich der Ausschuss auch mit dem Lärmaktionsplan. Dabei geht es unter anderem darum, wie der von der Bahnlinie und von der Autobahn ausgehende Lärm reduziert werden kann, aber auch, wie die Einwohner an den Ortsdurchfahrten in Zeestow und Bredow künftiger ruhiger leben können. Dabei sind in Bredow etwas mehr Menschen betroffen als in Zeestow. Als realistische, weil auch kostengünstige Option wird dabei gesehen, die Geschwindigkeit durchgehend und selbst nachts auf 30 km/h zu reduzieren. Aber auch ein Tempolimit auf 100 km/h auf der Autobahn könnte den Lärm reduzieren. Inwieweit dort eine Genehmigungschance besteht, ist jedoch offen.

Von Andreas Kaatz

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