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Viele Bedenken gegen Windkraft im Wald

Milower Land Viele Bedenken gegen Windkraft im Wald

Am 11. August endet die Frist, um Einwände gegen den Bau von 13 Windkraftanlagen im Wald bei Großwudicke einzureichen. Während einige Bürger die Hoffnung schon aufgeben haben, sich gegen die Pläne der Firma Enercon wehren zu können, macht Bürgermeister Felix Menzel deutlich, dass jetzt jede Stimme zählt.

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Ein Windrad mitten im Wald, das wollen viele Bürger aus dem Milower Land verhindern. Bis 11. August können sie ihre Einwände schriftlich erheben.

Quelle: Foto: dpa

Milower Land. Bis Freitag konnte sich jeder die Pläne für die 13 Windkraftanlagen ansehen, die die Firma Enercon noch in diesem Jahr im Wald zwischen Schmetzdorf, Kleinbuckow, Groß- und Kleinwudicke errichten will. „Täglich kamen Bürger zu uns in die Gemeindeverwaltung, das Thema beschäftigt die Menschen“, berichtet Bürgermeister Felix Menzel. Viele hätten bereits von ihrem Recht Gebrauch gemacht und ihre schriftlich formulierten Einwände in der Gemeindeverwaltung abgegeben. Die Frist dafür endet am 11. August. Bis dahin will auch der Land- und Forstwirt Christoph Krenzel aus Vieritz seine Bedenken zu Papier bringen.

„Ich habe schon etwas gegen den Regionalplan formuliert und ich werde es jetzt wieder tun“, so Krenzel. Warum er die Windräder mitten im Wald nicht möchte? „Dafür gibt es viele Gründe. Zum Beispiel sehe ich in dem Gebiet öfter den Schwarzstorch, der dort irgendwo seinen Horst haben muss. Außerdem brütet dort der Seeadler. Das Ganze ist doch alles paradox. Ich kann einfach nicht verstehen, dass man für ein solches Vorhaben eine so große, zusammenhängende Waldfläche opfern will, statt die Anlage, wie es die Gemeinde vorgeschlagen, auf einem freien Feld zu errichten“, erklärt der Landwirt.

Winterquartier der Fledermäuse unterm Rotorblatt

Auch Friedrich-Wilhelm Schulze aus Großwudicke kann nur mit dem Kopf schütteln. Der 88-Jährige wohnt direkt an der Bahntrasse und in unmittelbarer Nähe zu den geplanten Anlagen. „Ich habe auf meinem Hof Fasane, einen Wiedehopf und andere Vögel, die möchte ich auch in Zukunft noch sehen. Dieses Vorhaben ist eine Katastrophe. Ein ganzes Waldgebiet wird zerrissen.“ Kritisch sieht das Ganze auch René Riep, Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland. „Für den dort ansässigen Seeadler wird ein Abstand von drei Kilometern zum Brutplatz empfohlen. Allein in diesen Bereich fallen nach aktuellem Plan fünf Anlagen“, erklärt Riep.

Ein weiteres Problem, dass der Naturschutzexperte benennt ist Infraschall. In Dänemark, wo man ebenfalls auf Windenergie setzt, werden Anlagen zum Teil nicht mehr gebaut, weil der Infraschall, der nachweislich von diesen Anlagen ausgeht, verschiedene Tierarten beunruhigt, so Riep. Zudem würde sich künftig das Winterquartier von etwa 50 Fledermäusen direkt unter einem Rotorblatt befinden. „Ganz abgesehen von der Energiebilanz solcher Großanlagen, für deren Herstellung schon Unmengen an CO 2 ausgestoßen werden“, gibt Riep zu bedenken.

Gemeinde stellt Zuwegung nicht freiwillig zur Verfügung

Aber nicht alle sind dem Vorhaben gegenüber kritisch eingestellt. „Die Waldbesitzer freuen sich natürlich über die Einnahmen. Sie haben ja auch alles in Gang gesetzt“, sagt Christoph Krenzel. Schon jetzt seien Veränderungen im Wald zu spüren, denn durch die notwendigen Planungsarbeiten habe der Verkehr zugenommen. „Wenn die Wälder so stark frequentiert werden, findet natürlich eine Beunruhigung der Tiere statt“, so Riep. Für ihn ist klar, es geht um sehr viel Geld, das aber nicht in der Region ankommen wird.

Bisher wollen zwei Waldbesitzer – beide stammen nicht aus der Region – ihre Waldflächen an Enercon verpachten. Die Gemeinde wird aber die im öffentlichen Eigentum befindlichen Zuwegungen nicht freiwillig zur Verfügung stellen. „Wir sind nicht gegen Windenergie, aber den Bereich Wald und insbesondere den jetzt betroffenen Teil halten wir für absolut ungeeignet“, erklärt Felix Menzel. Positiv eingestellt gegenüber Windenergie ist auch die Energie-Genossenschaft Westhavelland eG. Deren Mitglieder würden sich gerne an einem Windradprojekt beteiligen.

Energie-Genossenschaft lehnt Projekt ab

Dann könnte auch die Region davon profitieren und müsste nicht nur die Belastungen ertragen. „Allerdings kann und will sich die Energie-Genossenschaft nur an Projekten beteiligen, die von den Gemeinden und der Bevölkerung unterstützt werden. Das Projekt im Wald im Milower Land stößt auf heftige Ablehnung und wäre daher nie ein Projekt für uns“, macht Jens Aasmann, Vorstandsmitglied der Energie-Genossenschaft und Amtsdirektor in Rhinow deutlich.

Felix Menzel fürchtet derweil, dass viele Bürger resignieren, weil sie meinen, es sei schon alles gesetzt. „Dem ist nicht so. Wichtig ist, dass jeder aktiv wird und etwas schreibt. Sich jetzt auf andere zu verlassen, wäre fatal“, so Menzel.

Frist läuft am 11. August ab

Noch bis einschließlich 11. August können Einwände gegen den Bau der 13 Windräder schriftlich erhoben werden.

Entweder direkt beim Landesumweltamt, Genehmigungsverfahrenstelle West, Postfach 60 10 61 in 14410 Potsdam oder in der Gemeindeverwaltung Milower Land, Friedensstraße 86, 14715 Milower Land, OT Milow.

Auch das Landesforstamt, die Volksinitiative „Rettet Brandenburg“ und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) wollen Einwände erheben.

 

Von Christin Schmidt

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