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Havelland Viele Fledermäuse in den alten Bunkern
Lokales Havelland Viele Fledermäuse in den alten Bunkern
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15:05 23.02.2016
In den schmalen Ritzen in den Bunkern finden die Fledermäuse ihren Unterschlupf. Quelle: fotos: Nabu
Parey

Fledermäuse sind für viele Menschen geheimnisvolle Wesen: Mit ihrem Echo-Ortungssystem haben sie eine sehr komplizierte und effektive Methode entwickelt, die es ihnen ermöglicht, sich im Dunkeln zurechtzufinden und Insekten zu jagen, ohne ihre Augen einzusetzen. Dabei stoßen sie Ultraschallwellen aus, die von Objekten als Reflexionen zurückgeworfen werden.

Gemeinsam mit der Naturwacht Westhavelland kontrollierten René Riep, Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland und Klaus Thiele vom Landesverband Mammologie 15 Bunker im Westhavelland. Alle Quartiere werden von Fledermäusen genutzt. „Zwischen drei und 35 Tiere sind in jedem Bunker“, berichtet René Riep von der Besichtigungstour zu den ehemals vom Militär genutzten Bunkern. „Auf Grund der doch recht milden Witterung ist das ein recht ordentliches Ergebnis“, sagt der Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes. „Wir sind zufrieden“, sagt er. Angetroffen haben die Kontrolleure vier Fledermausarten.

Nachtaktive Tiere

Alle 40 in Europa vorkommenden Fledermausarten haben einen vom Klima bestimmten Jahresablauf. Daher benötigen sie Quartiere, die ihnen Schutz vor schlechter Witterung und Feinden bieten. Fledermäuse sind in der Regel nachtaktive Tiere. Zum Schlafen ziehen sie sich in Baumhöhlen, Dachböden und ruhige Ruinen zurück.

Bei dem Rundgang. Quelle: Nabu

Im Spätsommer suchen die meisten europäischen Fledermausarten nach geeigneten Winterquartieren, die ihnen für die kalten Monate ausreichend Schutz bieten. Im Westhavelland finden Fledermäuse solche Winterquartiere in Bunkern, die zu DDR-Zeiten von der NVA und der Sowjetarmee angelegt wurden.

In diesem Jahr haben hier das Braune Langohr, die Fransenfledermaus, die Wasserfledermaus und zwei Mopsfledermäuse ihr Winterquartier bezogen. Zwei Tiere sind beringt. Anhand der Ringkennzeichnung wird es dem Nabu möglich sein herauszufinden, woher die beiden Mopsfledermäuse kommen. Die Mopsfledermaus kommt nur noch sehr selten vor. Sie steht auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Tiere.

Bei Bölkershof (Steckelsdorf Ausbau) nutzen Fledermäuse einen ehemaligen Vorratskeller als Quartier. Damit die Tiere dort noch mehr Unterschlupfmöglichkeiten bekommen, wird der Nabu weitere Hohlblocksteine in den Keller legen. René Riep wird die Ortsteilfeuerwehr Steckelsdorf bitten, beim nächsten Abpumpen der Brunnen in Bölkershof etwas Wasser in den Keller zu lassen, damit das Quartier feucht genug bleibt für Fledermäuse.

Hier finden die Tiere Unterschlupf. Quelle: Nabu

Vorgefunden haben die Kontrolleure auch eine aufgebrochene Bunkertür. Die Tür wird der Nabu reparieren und wieder verschließen. „Es gibt eben immer wieder unvernünftige Menschen“, meint Riep zu der demolierten Tür und zu dem vor mehren Bunkern liegenden Müll, den der Nabu entsorgen wird. Nicht kontrolliert wurden auf der Tour drei weitere Bunker auf dem Truppenübungsplatz Klietz. Diese Aufgabe übernehmen Nabu-Mitglieder aus Sachsen-Anhalt, die noch weitere Bunker auf dem Truppenübungsplatz besuchen.

Für den Winterschlaf legen die Fledermäuse spezielle Fettvorräte an. Deren alleiniger Zweck ist es, während des Aufwachsens die notwendige Energie zu liefern, mit der wieder die normale Körpertemperatur erreicht werden kann. Während des Winterschlafes sinkt die Körpertemperatur der Fledermaus bis auf wenige Zehntel Grad über die Umgebungstemperatur, aber nicht tiefer als die Temperatur, bei der das Blut nicht mehr in der Lage ist, Sauerstoff zu transportieren. Häufig finden in den Winterquartieren auch Paarungen statt. Im März beginnen die Fledermäuse, in ihre Sommerquartiere zu wandern.

Von Norbert Stein

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