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Dramatisch viele Autofahrer sind nicht angeschnallt

Falkensee Dramatisch viele Autofahrer sind nicht angeschnallt

Am Montag und Dienstag hat die Polizei in Falkensee (Havelland) groß angelegte Verkehrskontrollen durchgeführt. Das Ergebnis: 29 Fahrer bekamen ein Bußgeld wegen Fahren ohne Gurt aufgebrummt, sechs bekommen einen Punkt in Flensburg weil sie das Handy am Ohr hatten und vier weil sie bei Rot übe die Ampel gefahren sind.

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Karsten Schurwin (vorne) und Carsten Tetzlaff haben die Ampel an der Schönwalder Straße genau im Blick.

Quelle: Ralf Stork

Falkensee. An der Schönwalder Straße, kurz vor der Kreuzung mit der Falkenhagener Straße steht am Dienstagnachmittag ein unauffälliger Audi. Drinnen sitzen die beiden Polizeibeamten Karsten Schurwin und Carsten Tetzlaff und beobachten den Verkehr. Hält sich ein Autofahrer nicht an die Regeln, zeichnet Schurwin den Verstoß mit der Videokamera auf.

Carsten Tetzlaff gibt über Funk Fahrzeugtyp und Kennzeichen weiter. An allen vier Kreuzungsarmen sind weitere Polizisten postiert, immer zu zweit und gut sichtbar in neongelben Warnwesten. Die winken die per Funk übermittelten Verkehrsrüpel dann mit der roten Kelle von der Straße.

Gerade ist Karsten Schurwin und Carsten Carsten Tetzlaff eine Frau aufgefallen, die unangeschnallt hinterm Steuer sitzt. Der rote Golf biegt in die Bahnhofstraße ab. Dort stehen schon die Falkenseer Revierpolizisten Andreas Wruck und Roland Schener bereit und holen den Wagen aus dem Verkehr. Die Frau sitzt ruhig in ihrem Wagen und gibt sich einsichtig.

„In den meisten Fällen wissen die Autofahrer ganz genau, warum wir sie angehalten haben“, sagt Andreas Wruck, während sein Kollege einen Bußgeldbescheid in Höhe von 30 Euro ausstellt. Werde ein Fahrer doch mal ausfallend, habe man nach so vielen Dienstjahren ein so dickes Fell, dass man trotzdem ruhig bleibe, so Wruck.

Die Frau fährt schließlich langsam weiter, angeschnallt natürlich, obwohl sie eigentlich schon seit DDR-Zeiten fast immer ohne Gurt unterwegs sei, weil sie sich sonst zu stark eingeengt fühle und schnell Panik bekomme. Mit dieser Aversion gegen die Anschnallpflicht ist sie in Falkensee offensichtlich kein Einzelfall: Allein während der Kontrolle am Dienstagnachmittag wurden insgesamt 15 Fahrer ohne Gurt erwischt. Bei den Kontrollen am Vortag waren es 14. Hinzu kommen vier Fahrer, die bei rot über die Ampel gefahren sind und sechs, die während der Fahrt ihr Handy am Ohr hatten.

Die Rotsünder müssen für ihr Vergehen 90 Euro bezahlen und bekommen einen Punkt in Flensburg. Was viele möglicherweise nicht wissen: Telefonieren beim Fahren ist sogar noch teurer. Wer ohne Freisprechanlage in sein Handy spricht muss 100 Euro bezahlen und bekommt ebenfalls einen Punkt in Flensburg.

Die aufwendige Kontrolle ist Teil der Aufklärungskampagne „Die Gefahr liegt im toten Winkel“ die die Polizeidirektion West in verschiedenen Städten durchführt. Hintergrund ist der tragische Tod eines zehnjährigen Mädchens in der Stadt Brandenburg, die im Januar von einem abbiegenden Lkw übersehen und tödlich verletzt worden war.

„Wir haben uns bewusst die Kreuzung FalkenhagenerStraße/Schönwalder Straße ausgesucht, weil es dort allein im vergangenen Jahr sechs sogenannte Abbiegeunfälle und drei Verletzte gab“, sagt Daniel Keip, Pressesprecher der Polizeidirektion West. Die Polizisten stellten während der Kontrolle nicht nur Bußgeldbescheide aus, sondern verteilten auch den Flyer „Die Gefahr liegt im toten Winkel“ an Autofahrer und andere Verkehrteilnehmer.

Darin finden sich unter Umständen lebensrettende Tipps wie beim Abbiegen immer den Schulterblick einsetzen (für Kraftfahrer) oder der Hinweis an Radfahrer, dass sie von einem Lkw- oder Busfahrer nicht gesehen werden, wenn sie selbst den Fahrer im Spiegel nicht sehen können.

„Mit den Kontrollen wollen wir das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer für die Gefahren erhöhen“, sagt Daniel Keip. Auch in anderen Städten der Region werden in den kommenden Wochen Schwerpunktkontrollen durchgeführt werden.

Der Flyer „Die Gefahr liegt im toten Winkel“ kann unter www.polizei.brandenburg.de heruntergeladen werden.

Von Ralf Stork

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