Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Vier Künstlerinnen im Fokus

Neue Ausstellung im Kulturzentrum ab Donnerstag Vier Künstlerinnen im Fokus

Alle zwei Jahre verwandelt die große Ausstellung Land(schafft)Kunst das kleine Dorf Neuwerder in eine riesige Galerie. Im kommenden Sommer ist es wieder so weit. Wer sich so lange nicht gedulden will, der bekommt ab Donnerstag im Kulturzentrum einen Vorgeschmack. Vier Künstlerinnen, die in Neuwerder ausgestellt haben, zeigen ihre Werke.

Voriger Artikel
Rathenower Ortsteil feiert doppelt Jubiläum
Nächster Artikel
Zweiter Anlauf für riesige Windräder

Ulrike Hogrebe in ihrem Atelier in Neuwerder.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow/Neuwerder. „Vier aus 35“, so lautet der Titel der Ausstellung, die am kommenden Donnerstag im Rathenower Kulturzentrum eröffnet wird. Bei dem titelgebenden Quartett handelt es sich um die Künstlerinnen Anna Arnskötter, Susanne Wehr, Ulrike Hogrebe und Nane Friedel. Diese vier Frauen waren Teil jener 35-köpfigen Künstlergruppe, die im vergangenen Sommer den Ort Neuwerder in eine riesige Galerie verwandelten.

„Land(schafft)Kunst“ lautet der Titel der Ausstellung, die alle zwei Jahre in dem Kolonistendorf stattfindet. Das Besondere sind neben den Künstlern die Ausstellungsorte: Denn die Dorfbewohner stellen Räumlichkeiten zur Verfügung, um den Künstlern ein Forum zu geben. Und so kommt es, dass Garagen, Schuppen und Scheunen, dass Innenhöfe, Vorgärten und Veranden sich zu Bühnen verwandeln, auf denen zeitgenössische Kunst erblüht.

Dieses einzigartige Zusammenspiel von Ausstellungsort und Ausstellungsobjekt kann man natürlich nicht reproduzieren. Und doch werden die Besucher, die sich ab dem kommenden Donnerstag ins Foyer des Kulturzentrums begeben, eine Ahnung von der kreativen Vielfalt bekommen, welche die Biennale auszeichnet.

Mit Ulrike Hogrebe hat alles angefangen. Ende der 90er Jahre begann sie, in ihrem Atelierhaus in Neuwerder regelmäßige Ausstellungen zu veranstalten. Mit eigenen Werken. 2006 lud sie dann erstmals andere Künstler ein, ihre Werke zu präsentieren. Und weil ein Kolonistendorf nun mal nicht über ein Netz von Galerien verfügt, stellten die Bürger kurzerhand Räumlichkeiten zur Verfügung. Die erste „Land(schafft)Kunst“-Ausstellung war ein so durchschlagender Erfolg, dass sie zur Institution wurde.

Bilder, so ambivalent wie unsere Träume

Die Initiatorin der Ausstellung ist auf dieser immer auch mit eigenen Werken vertreten. Im Kulturzentrum wird Hogrebe Arbeiten präsentieren, die im vergangenen Jahr entstanden sind. „Hogrebes Bilder erzählen miniaturhafte Geschichte, die zwischen Harmlosigkeit und leicht bedrohlicher Surrealität changieren. ... Sie sind so ambivalent wie unsere Träume“, heißt es im Katalog zur letzten Land(schafft)Kunst.

Ein Gegengewicht – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes – zu der leichthändigen Malerei Hogrebes stellen die Skulpturen Anna Arnskötters dar. Aus Beton oder Keramik fertigt die in Lentzke bei Friesack lebende Bildhauerin Objekte, die mit ihren Türmen, Treppen und Vorsprüngen Behausungen aus einem imaginären Königreich gleichen.

Susanne Wehr und Nane Friedel schließlich steuern Fotografien zu der Ausstellung bei. Erstere ist seit Jahren in den Wäldern der Mark unterwegs, um den Mythos Wald einzufangen. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten, die bizarren Formen von Wurzeln und Ästen, das Nebeneinander von Blüte und Verfall – all die kann man in den Arbeiten Susanne Wehrs entdecken.

Die Fotografien von Nane Friedel haben ein Motiv: Hochsitze. Die in Schönholz lebende Künstlerin hat die Wälder und Felder ihrer Umgebung durchstreift und Hochsitze abgelichtet – zu jeder Jahreszeit. Die Jagdeinrichtungen gewinnen so ein vom Zweck losgelöstes Eigenleben, werden zu Sehnsuchtsorten, von denen der Blick ins Weite gerichtet werden kann.

„Wir haben für die Ausstellung im Kulturzentrum bewusst Künstler ausgesucht, die aus dem Havelland kommen und sich mit ihrer Umgebung auseinandersetzen“, sagt Ulrike Hogrebe. Wie bei den Ausstellungen in Neuwerder werde auch im Kulturzentrum die Spannung zwischen Landschaft und Individuum thematisiert.

Die Vernissage am kommenden Donnerstag um Foyer des Kulturzentrums wird von dem bekannten Übersetzer und Moderator Bernhard Robben eröffnet. Für die musikalische Begleitung sorgt, mit seinem Akkordeon, Bardo Henning aus Berlin. Allein dieser Mann, das sei hier verraten, ist es wert, ins Kulturzentrum zu kommen. Die Werke der vier Künstlerinnen sind es allemal.

Vier Künstlerinnen

Anna Arnskötter wurde 1961 in Greven/Westfalen geboren. Nach dem Studium der Bildhauerei an der Freien Akademie Nürtingen und der Kunsthochschule Weißensee lebt und arbeitet sie als freie Bildhauerin in Lentzke bei Friesack.

Nane Friedel, 1949 in Berlin geboren, hat Architektur studiert und war dann fast anderthalb Jahrzehnte als Keramikmalerin tätig. Seit 2012 beschäftigt sich die Schönholzerin mit Fotografie.

Ulrike Hogrebe ist Malerin und lebt in Neuwerder. Im Jahr 2006 iniitierte sie die Gemeinschaftsausstellung „Land(schafft)Kunst“, die seitdem alle zwei Jahre in Neuwerder stattfindet.

Die Fotokünstlerin Susanne Wehr wurde 1960 in Bad Hersfeld geboren. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin.

Von Markus Kniebeler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg