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Havelland Vision vom barrierefreien Falkensee
Lokales Havelland Vision vom barrierefreien Falkensee
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20:06 13.05.2016
Wollen Türen für Behinderte öffnen: die Falkenseerinnen Angelika Falk-ner-Musial (l.) und Silke Boll . Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

Wahrscheinlich kennt Silke Boll jede Rollstuhlrampe in Falkensee. In ihrem Rollstuhl ist sie viel unterwegs, will dabeisein, wenn in der Stadt etwas geschieht. Sie war auch dabei, als im vergangen Jahr zum europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in Falkensee eine große Aktion organisiert war. Der Offene Treff für Menschen mit Behinderung hatte das in Zusammenarbeit mit vielen Partnern organisiert. Aber in diesem Jahr fehlte dazu ein wenig die Kraft. Es ist das Dilemma des Offenen Treffs, dass viele ihm eine gute Arbeit und Absicht bescheinigen, aber zu wenig aktive Mitstreiter mitmachen. Von einem Neustart ist deshalb die Rede.

Die Anfänge des Offenen Treffs reichen in die Debatte um den Umbau der Kantschule zurück. „Wir wollten endlich eine barrierefreie Schule in Falkensee“, erinnert sich Silke Boll. Die zweifache Mutter und Lehrerin an einer Berliner Grundschule engagiert sich seit Langem in der Behindertenarbeit. Schon in den Achtziger Jahren war sie dabei, als die Behinderten sich bewusst und provokant als Krüppelbewegung bezeichneten. „Wir wollten mehr als Sonntagsreden“, sagt Silke Boll. Von denen hatte es 1981 im Uno-Jahr der Behinderten etliche gegeben. Heute ist einiges erreicht, auch in Falkensee. „Wir haben das Thema etabliert, wir sind nicht die anonymen Behinderten, die Anderen, wir haben dem Thema ein Gesicht gegeben“, sagt Silke Boll. „Und wir haben einiges erreicht“, fügt ihre Mitstreiterin Angelika Falkner-Musial an. Die neue Stadthalle zählt dazu. Da ist der Offene Treff und der aus ihm erwachsene Behindertenbeirat mit in die Planungsphase einbezogen worden. Auch das Bürgeramt ist barrierefrei. Auf den Umbau des Rathauses wird sehnsüchtig gewartet. „Gut auch, dass einzelne Investoren auf uns zukommen“, erzählt Angelika Falkner-Musial und nennt als Beispiel Detlef Klaar, als er das Bewegungsbad baute und für Sehbehinderte zweifarbige Fliesen im Fußboden verlegte.

Der Offene Treff versteht sich nicht als Selbsthilfegruppe, die nach innen wirkt, sondern als Gremium, das mitgestalten will. In dem umständlichen Namen „Offener Treff zur Behindertenrechtskonvention (BRK) in Falkensee – nichts über uns ohne uns“ wollten die Akteure alles sagen, was ihnen wichtig ist. Klar wird, sie wollen Mitgestalter sein. Sie sind eingeladen bei vielen Ortsterminen, da geht es um Kreisverkehre, Gehweggestaltung manchmal auch um Bäume herum, um leichte Sprache und Piktogramme. „Um das alles leisten zu können, brauchen wir mehr Frauen und Männer die mitmachen, die Freude am Gestalten der Stadt haben“, werben die beiden um Mitarbeit.

Denn um aktives Gestalten geht es hier. „Wir wollen bei der Diskussion über ein Leitbild und Integrierte Stadtentwicklung, dass unser Thema berücksichtigt wird“, sagen sie. Falkensee sieht sich gern als familienfreundliche Stadt, bei Gartenstadt wird schon vor dem Begriff zurückgeschreckt, wohl weil der Name auch eine Verpflichtung in sich trägt. „Wir wünschen uns, dass sich Falkensee das Ziel setzt über viele Schritte von einer barrierearmen zu einer barrierefreien Stadt zu werden.“

Von Marlies Schnaibel

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