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Viskose-Abriss ist nahezu abgeschlossen

Premnitz Viskose-Abriss ist nahezu abgeschlossen

Der Abriss von Gebäuden auf der zehn Hektar großen alten Viskose-Fläche im Industriepark Premnitz ist bald abgeschlossen. In drei bis vier Wochen wird der letzte Rest der Produktionshalle Nr. 405 verschwunden sein. Er hat sich gezeigt, dass erhebliche Mehrmengen von Bauschutt anfallen. Die Stadt stellt sich auf eine Kostenerhöhung von zwei Millionen Euro ein.

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Von der großen Produktionshalle 405 ist nur noch ein kleiner Rest übrig.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Wer noch einmal etwas sehen will von den Bauten der großen alten Viskoseanlage, darf nicht mehr lange warten. In drei bis vier Wochen werden die wenigen noch stehenden Reste des letzten Gebäudes abgerissen sein. Der spektakuläre Teil dieser letzten großen Infrastrukturmaßnahme im Industriepark Premnitz, der Abriss, strebt damit seinem Ende entgegen. Bis zum Schluss hatten sich die Rückbaufachleute das bei Weitem größte Gebäude auf der Fläche gelassen: Die gewaltige Produktionshalle mit der Nummer 405. Sie hatte einst eine Grundfläche von 120 mal 170 Metern, mehr als zwei Hektar also. Für ein einzelnes Bauwerk ist das viel.

Bergeweise Schutt von den abgebrochenen Gebäuden liegt jetzt noch da. „Haufwerke“ nennt sie Fritz Meier von der Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft (ipg) in Premnitz, die im Auftrag der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) i.L. für die Revitalisierung zuständig ist. Diese Haufwerke sind Schuttberge von bis zu 500 Tonnen, erklärt er. Sie würden Schritt für Schritt auf ihre Schadstoffbelastung beprobt und analysiert. Nach nachdem, was die Analysen ergeben, werde festgelegt, wohin (und wie teuer) die jeweilige Schutteinheit entsorgt werden muss.

Fritz Meier (links) von der ipg in Premnitz mit Roy Wallenta, bis 31

Fritz Meier (links) von der ipg in Premnitz mit Roy Wallenta, bis 31. August Bürgermeister und seit 1. November Standortmanager von Premnitz.

Quelle: Bernd Geske

Vor Beginn der Revitalisierung war man davon ausgegangen, dass beim Rückbau von rund 500 000 Kubikmetern umbauten Raumes bei der Viskose um die 150 000 Tonnen Bauschutt anfallen. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass viel mehr Schutt zu entsorgen ist. „Wir haben unter der Erde wesentlich mehr Material gefunden“, sagt Fritz Meier, „als wir erwartet hatten.“ Wie das geschehen kann, erklärt er so: Nicht wenige Bereiche, die eigentlich hätten hohl und leer sein müssen, seien offenkundig in früheren Zeiten schon mit nicht mehr benötigten Bauschuttmengen gefüllt worden. Es sehe so aus, als sei von den damaligen Bauherren im Zuge von Umbauarbeiten nach dem Ersten Weltkrieg, nach dem Zweiten Weltkrieg und auch zu DDR-Zeiten so verfahren worden.

Die genaue Größenordnung der zusätzlich vorgefundenen Materialien werde jetzt ermittelt, sagt Fritz Meier, er spricht von erheblichen Mehrmengen. Auch die jeweilige Schadstoffbelastung werde festgestellt. Darauf baue die Berechnung der zusätzlichen Kosten auf. Der Stadt Premnitz komme es dann zu, einen entsprechenden Förderantrag bei der Investitionsbank das Landes (ILB) zu stellen. Was die Höhe möglicher zusätzlicher Kosten betrifft, spekuliert Fritz Meier nicht.

Baubeginn im September 2015

Feierlicher Beginn der Revitalisierung der alten Viskose-Fläche war am 14. September 2015. Als Ehrengast dabei war Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Die Viskose-Fläche ist zehn Hektar groß.

Als Investitionssumme für die Maßnahme sind vor deren Beginn zehn Millionen Euro geplant worden. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass es teurer wird.

Die Stadt Premnitz muss von den Kosten 10 Prozent Eigenanteil aufbringen.

Der Abriss soll Ende April 2014 beendet sein, die Neuerschließung der ganzen Fläche bis Ende 2016 fertig sein.

In ihrer Haushaltsplanung für 2017 geht die Stadt bislang davon aus, dass die Gesamtsumme für die Viskoserevitalisierung von zehn auf zwölf Millionen Euro wachsen könnte. Was wiederum eine Erhöhung des zehnprozentigen Premnitzer Eigenteilteils um 200 000 Euro ergeben würde. Fritz Meier teilt dazu lediglich mit, dass die Berechnung der Mehrkosten „so schnell wie möglich“ erfolgt.

Zu bewältigen ist jetzt noch der Rückbau von Kellern und Fundamenten. Einige bereits „leer geräumte“ Baugruben von Nebengebäuden sind schon mit Erdboden aufgefüllt worden. Man geht davon aus, dass bis zum geplanten Abschlusstermin 30. April 2017 der Rückbau auch beendet sein wird. Danach beginnt die Neuerschließung der Fläche mit allen erforderlichen Medien. Eine neue Straße auf das Gelände wird nicht extra gebaut, aber das Verkehrsanschlussgleis der Bahn, das es dort schon gibt, wird noch erneuert. Bis Ende 2017 wird die gesamte Revitalisierung abgeschlossen sein.

Von Bernd Geske

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