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Havelland Viskose-Brache in Premnitz wird abgerissen
Lokales Havelland Viskose-Brache in Premnitz wird abgerissen
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00:32 21.08.2015
Die Viskose-Verwaltung und BMSR-Werkstatt sind schon verschwunden.   Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

 Wenn die warme Jahreszeit geht, dann beginnt beim größten Infrastrukturprojekt im Westhavelland die heiße Zeit. Insgesamt zehn Millionen Euro liegen bereit, um die letzte große Brachfläche im Industriepark Premnitz zu beseitigen. Die Stadt allein muss den stattlichen Eigenanteil von einer Million Euro aufbringen. Das Vorhaben soll in den Jahren 2015 bis 2017 realisiert werden. Im Frühjahr haben die ersten Arbeiten auf der rund zehn Hektar großen Fläche begonnen. Die meisten Nebengebäude sind mittlerweile schon abgerissen worden, und nun kommen die großen Brocken dran: Im September soll der Rückbau der gewaltigen Hallen beginnen und zum Auftakt werden die beiden großen Schornsteine klein gemacht.

Ein Festakt ist für den 14. September geplant

Das EU-weite Vergabeverfahren für die Schlote und Hallen wird in diesen Tagen abgeschlossen. Der wirtschaftlichste Bieter wurde bereits ausgewählt. Jetzt muss nur noch die sogenannte Stillhaltefrist abgewartet werden, in der nicht berücksichtigte Bieter einen Widerspruch einlegen können. Zu erwarten ist das eher nicht, somit könnte noch in dieser Woche der Zuschlag erteilt werden. Wie Bürgermeister Roy Wallenta mitgeteilt hat, ist für den 14. September ein Festakt von der Unternehmergemeinschaft des Industrieparks und der Stadt mit geladenen Gästen geplant. Im Rahmen dieser nicht öffentlichen Veranstaltung soll mit einer symbolhaften Handlung feierlich der Auftakt für den großen Abriss vollzogen werden. Einerseits wird damit gewürdigt, dass die letzte große Premnitzer Industriebrache beseitigt wird. Andererseits wird daran erinnert, dass vor 100 Jahren die Industrialisierung der Stadt begann.

540 000 Kubikmeter umbauter Raum

Bei der Revitalisierung der alten Viskosebrache wird ein umbauter Raum von 540 000 Kubikmetern abgerissen.

Das ergibt eine Menge von rund 150 000 Tonnen Bauschutt, der zum Teil mit Schadstoffen belastet ist.

Die Maßnahme kostet zehn Millionen Euro und wird in den Jahren 2015 bis 2017 realisiert. Die Fläche ist rund zehn Hektar groß.

Wie Roy Wallenta sagt, soll in der Tat zuerst genau die große Halle abgerissen werden, in der damals die Produktion von Schießbaumwolle begann. Premnitz war einst als Standort ausgewählt worden, um Pulver für den Ersten Weltkrieg herzustellen. Nur um eine Größenordnung zu vermitteln: Beim Abriss der Nebengebäude kamen bislang rund 10 000 Tonnen Schutt zusammen. Für die Hallen und Schlote ist berechnet worden, dass sie einen gewaltigen Berg von 140 000 Tonnen Schutt ergeben. Dazu gehört die sogenannte Tiefenenttrümmerung. Was bedeutet, die Kellergeschosse werden bis 3,50 Meter tief in die Erde hinein entfernt.

Der Abriss soll im Februar 2017 beendet sein

Besonders aufmerksam ist von den Premnitzern vor kurzem verfolgt worden, wie die einstige Viskose-Verwaltung und die frühere BMSR-Werkstatt abgerissen wurden. Das sind Gebäude, an denen viele Erinnerungen von früheren Beschäftigten hingen. Hier ist die Tiefenenttrümmerung schon fast angeschlossen. Die Gruben werden mit frischem Sand aufgefüllt. Bis Ende Februar 2017 sollen laut Plan auf der Viskose-Fläche alle Abrissarbeiten abgeschlossen sein. Danach beginnt die Neuerschließung der Fläche, also die Verkehrsanbindung und die Versorgung mit allen erforderlichen Medien. Schließlich soll im Anschluss die Neubesiedlung durch den in Premnitz bislang noch nicht öffentlichen genannten Investor beginnen. Es soll ein international tätiges Unternehmen sein.

Bürgermeister Roy Wallenta hat darauf hingewiesen, dass die Stadt in diesen Tagen noch eine weitere Pflichtaufgabe erfüllen wird, die ihr das Projekt abverlangt. Auf der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 24. September soll der Beschluss zur Auslegung des Bebauungsplanes „Nr. 9 Viskose“ gefasst werden. Dadurch soll (und muss) für die freigeräumte Fläche Baurecht geschaffen, damit die Nachfolgeinvestition realisiert werden kann.

Von Bernd Geske

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