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Havelland Vogt-Plastic investiert groß im Industriepark
Lokales Havelland Vogt-Plastic investiert groß im Industriepark
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16:04 21.11.2017
An einer neuen Sortieranlage der Vogt-Plastic GmbH. Links Betriebsleiter Johannes Wolf, der demnächst in Rente geht, und rechts der neue Betriebsleiter Helge Große. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Die Vogt-Plastic GmbH baut ihr Werk im Industriepark Premnitz erheblich aus. Das Familienunternehmen, das seinen Ursprung in Rickenbach im Schwarzwald (Baden-Württemberg) hat, war 2004 nach Premnitz gekommen, als es die Zentrifugentechnik des insolventen Teppichrecyclingwerkes Polyamid 2000 übernahm. Vor gut einem Jahr, als die Investition noch nicht begonnen hatte, beschäftigte das Unternehmen dort rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jetzt, da die Erweiterung dem Ende entgegen geht, teilt die Vogt GmbH mit, dass im 1. Quartal 2018 die Zielzahl von 70 Beschäftigten sehr wahrscheinlich erreicht sein wird.

Die Vogt-Plastic GmbH recycelt Kunststoffe von Verpackungen, die deutschlandweit in den gelben Säcken gesammelt werden. Die Verpackungen werden vorsortiert, zerkleinert, gewaschen, in verschiedene Sorten getrennt, geschmolzen und dann zu Granulaten geformt, die an Kunden aus verschiedenen Industriezweigen verkauft werden können. „Unsere Granulate können die Neuware, die in der Mehrzahl aus Erdöl hergestellt wird, eins zu eins ersetzen“, erklärt Geschäftsführer Andreas Vogt (47 Jahre), dessen mittlerweile 70-jähriger Vater Josef Vogt das Unternehmen 1978 gegründet hat. Im Gegensatz zur Neuware aus Erdöl ergebe sich bei den recycelten Kunststoffen aber unter anderem ein besonderer Vorteil für die Umwelt. Bei der Herstellung von einer Tonne Granulat werden im Unterschied zur Neuware eine bis zwei Tonnen des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid eingespart.

Andreas Vogt, Geschäftsführer der Vogt-Plastic GmbH. Quelle: Bernd Geske

Vogt-Plastic betreibt derzeit vier Werke. Je eines in Rickenbach und Hottingen, beide im Schwarzwald, eines in Rheinfelden am Hochrhein und das in Premnitz. Insgesamt hat das Unternehmen heute 220 Beschäftigte. Als es nach Premnitz kam, waren es noch 100. Damals 17 in Premnitz. „Wir erweitern unsere Verarbeitungskapazität in Premnitz erheblich“, sagt Geschäftsführer Andreas Vogt. Bislang waren 30 000 Tonnen Kunststoffe pro Jahr verarbeitet worden. Künftig werden es 80 000 Tonnen sein – aber nicht allein Kunststoffe, sondern Leichtverpackungen aus dem gelben Sack insgesamt.

Kamen Mengen früher stets vorsortiert an, sind in Premnitz jetzt die Anlagen so erweitert worden, dass die Inhalte der gelben Säcke dort sortiert werden. Das Unternehmen hat für die Erweiterung von einer anderen Firma am gleichen Standort eine rund 6000 Quadratmeter große Halle und eine angrenzende 1,5 Hektar große Fläche gekauft. In der Halle wird Technik zum Sortieren, Zerkleinern, Reinigen und Trennen installiert. Auf der Freifläche wird der Mengenstrom für das Eingangslager geregelt.

Andreas Vogt: Das ist ein Bekenntnis zum Standort Premnitz

Andreas Vogt bestätigt, dass das Unternehmen in Premnitz einen zweistelligen Millionenbetrag investiert. „Das ist ein Bekenntnis zu diesem Standort hier“, sagt er. Die Produktionsprozesse seien sehr komplex, deshalb sei man auf das hohe Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. „Wir haben hier die Menschen gefunden, die die Expertise haben und in der Lage dazu sind, diese Prozesse zu betreiben“, sagt der Geschäftsführer und betont, „wir investieren in Premnitz, weil wir die Menschen schon lange kennen und glauben, dass es funktionieren wird.“

Der Standort im Industriepark Premnitz erweist sich für das Unternehmen als günstig, weil sich andere Firmen in unmittelbarer Nähe befinden. Schon seit längerer Zeit gebe es eine Kooperation mit der EEW Premnitz GmbH, berichtet Andreas Vogt, von dort bekomme die Vogt-Plastic GmbH günstig ihre Energie geliefert. Außerdem könnten in der Müllverbrennungsanlage der EEW GmbH die Bestandteile des Abfalls in Energie umgewandelt werden, die sich nicht für das Recycling eignen.

Obwohl die Vogt-Plastic GmbH ihr Personal in Premnitz jetzt in kurzer Zeit mehr als verdoppelt, sind trotz des allgemeinen Fachkräftemangels in der Region die neuen Leute schon zum großen Teil gefunden. Gesucht werden lediglich noch Industriemechaniker mit Erfahrungen im Maschinenbau, Industrieelektriker und Automatisierungstechniker. Beginnend im nächsten Jahr, soll auch die Ausbildung verstärkt werden. Vogt-Plastic hat derzeit einen Auszubildenden, der Maschinen- und Anlagenführer lernt. Im nächsten Jahr sollen zwei neue eingestellt werden. Am 2. Januar wird die offizielle Inbetriebnahme der Produktionserweiterung sein.

Von Bernd Geske

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