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Volksbank zieht sich aus Milow und Hohennauen zurück

Kleine Filialen lohnen sich nicht mehr Volksbank zieht sich aus Milow und Hohennauen zurück

Einige Kunden der Volksbank Rathenow müssen demnächst weitere Wege in Kauf nehmen, wenn sie eine Filiale aufsuchen möchten. In Milow zieht sich das Geldinstitut zurück. In Hohennauen wird der Geldautomat abgebaut. Von weiteren Schließungen sind Orte im Elbe-Havel-Winkel betroffen. Dort schließt auch die Sparkasse kleine Filialen.

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Das Gebäude der Volksbank in Milow

Quelle: Christin Schmidt

Milow/Rathenow. Eigentlich wollte der Vorstand der Volksbank diese Mitteilung erst Anfang des kommenden Jahres bekannt machen. In Milow soll die Filiale des Geldinstitutes geschlossen werden. Außerdem wird der Geldautomat in Hohennauen abgebaut. Das sagte jetzt Bernd Knust, einer der Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Rathenow.

In Milow gibt es zurzeit eine Filiale, die noch zeitweise geöffnet ist. „Durchgehende Öffnungszeiten haben wir schon länger nicht mehr“, so Knust am Donnerstag. Nun soll also ganz geschlossen werden. Auch der Geldautomat wird abgebaut. „Der Geldautomat ist teurer, als der Rest“, erläuterte Knust das Problem. Um ihn zu betreiben sind hohe Summen an ein Rechenzentrum zu bezahlen. Darum werde nun auch der Geldautomat in Hohennauen abgebaut.

Weitere Schließungen im Landkreis Stendal

Weitere Filialschließungen plant die Volksbank im Landkreis Stendal. Und zwar in Kamern, Schollene, Klietz und Wust. Hier wird außerdem die Kreissparkasse Stendal ihre Filialen dicht machen.

Aus den Dörfern regte sich bereits Unmut. „Das kann ich nachvollziehen“, sagte Knust. Er verwies aber darauf, dass die Volksbank betriebswirtschaftlich stabil arbeiten müsse. „Der Kostendruck ist in der Niedrigzinsphase hoch“, sagte Knust. Davon seien nicht nur Privatanleger sondern auch Geldinstitute betroffen.

Die größte Filiale ist die Online-Filiale

Zudem steige die Zahl der Online-Kunden regelmäßig. „Das ist die größte Filiale, die wir haben“, so der Vorstandsvorsitzende weiter. „Diese Filiale hat rund um die Uhr geöffnet und wird vor allem von unseren jungen Kunden genutzt.“ Parallel dazu gehe die Zahl der Filialbesuche zurück.

Weitere Schließungen plant die Volksbank nicht, sagte Knust. Im Gegenteil: die Filialen in Rathenow, Premnitz, Nennhausen und Rhinow werden ausgebaut und gestärkt. Das gelte auch für die beiden verbleibenden Nachbarfilialen im Landkreis Stendal, Schönhausen und Havelberg.

Vorstandsvorsitzender Bernd Knust

Vorstandsvorsitzender Bernd Knust.

Quelle: Norbert Stein

Die Mitarbeiter, die von den Umstrukturierungen betroffen sind, werden in anderen Filialen weiterbeschäftigt. Entlassungen folgen den Schließungen nicht. In den Gebäuden, die im Westhavelland die Filiale und den Geldautomat beherbergen, ist die Volksbank Mieter, die Verträge werden gekündigt, so Knust.

Von den Filialschließungen sind deutlich über 2000 Kunden im Westhavelland und hauptsächlich im Elbe-Havel-Winkel betroffen. Sie müssen nun längere Wege in Kauf nehmen, um einen Bankberater aufzusuchen. Und auch ein Geldautomat der eigenen Bank steht nicht um die Ecke.

Bei der Generalversammlung im Juni wurde für das Geschäftsjahr 2014 Bilanz gezogen. Zufrieden zeigten sich damals die Vorstandsvorsitzenden Bernd Knust und André Wiedenhöft. Bei einem Betriebsergebnis von 2,8 Millionen Euro kann die Volksbank in 2014 insgesamt 1,3 Millionen Euro den Reserven zuführen und eine Dividende von sechs Prozent an ihre Mitglieder ausschütten.Dem Abschlussbericht stimmten die anwesenden 362 Mitglieder zu. Die Bank hat etwa 3500 Mitglieder. Privat- und Geschäftskunden haben insgesamt 31 100 Konten.

Bernd Knust unterstrich, dass die Volksbank Rathenow weiter ihr Angebot aufrecht erhalten werde. „Dem haben ja gerade die Umstrukturierungen gedient – auch wenn sie nicht angenehm sind.“

Bankhaus in der Region

Die Bank hat zurzeit noch in Rathenow und Havelberg elf Filialen geöffnet und 17 Geldautomaten aufgestellt. Demnächst sind es fünf Mini-Filialen und sechs Geldautomaten weniger. Die Bilanzsumme liegt in 2014 bei 277 Millionen Euro, ihr Eigenkapital bei 20, 7 Millionen Euro.

Die Einlagen liegen in 2014 bei 216 Millionen Euro und bedeuten einen leichten Rückgang gegenüber 2013, die im wesentlichen aus Sondereffekten in Folge des Hochwassers resultieren.

Die Kundenkredite liegen 2014 bei 129 Millionen Euro und damit im Plus gegenüber 2013. Bei einem Betriebsergebnis von 2,8 Millionen Euro kann die Volksbank in 2014 insgesamt 1,3 Millionen Euro den Reserven zuführen.

Von Joachim Wilisch

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