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Volles Haus beim Oktoberfest

Paretz Volles Haus beim Oktoberfest

Beim diesjährigen Oktoberfest war die Paretzer Kulturscheune bis auf den letzten Platz besetzt. Die Gäste konnten zwei Blasorchester erleben, wurde doch gleichzeitig das Fest der Blasmusik gefeiert. Wie es sich für ein Oktoberfest gehört, ging es auch urbayerisch zu. So ertönte das Alphorn und es gab Haxn mit Sauerkohl zu essen.

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Es durfte auch getanzt werden: Beim Fest der Blasmusik in der Paretzer Kulturscheune hielt es so Manchen nicht mehr auf den Stühlen.

Quelle: Wolfgang Balzer

Paretz. Ein bisschen musikalische Wies’n-Gemütlichkeit mit reichlich Blasmusik gab es am Sonnabend beim Oktoberfest im Ketziner Ortsteil Paretz zu erleben. Dabei ließen gleich zwei Blasorchester die Herzen der Gäste höher schlagen. Aber auch die Ketziner Stadtpfeifen und Jodel-Moni samt Alphorn sorgten für beste Stimmung in der voll besetzten Kulturscheune des Ortes.

Nach dem Aus für das traditionelle Scheunenfest waren sich die Stiftung Paretz und das Ketziner Blasorchester schnell einig, davon wenigstens das Fest der Blasmusik zu erhalten. Die nunmehr zweite Auflage am Sonnabend begeisterte mehrere hundert Zuhörer beim Oktoberfest mit den Orchestern aus Ketzin/Havel und aus Stücken sowie mit den Nachwuchsmusikern der dritten bis fünften Klassen, den „Ketziner Stadtpfeifen“.

„Eine überaus gute Idee“ beurteilte Werner Biskup, Leiter des Stückener Orchesters, die Veranstaltung nach dem bejubelten gemeinsamen Auftritt beider Orchester mit fast 50 Musikanten. Eine gute Sache für die musische Erziehung nannte Daniela Dietzel aus Ketzin das Mitwirken der Ketziner Stadtpfeifen, ein vom Bund gefördertes Gemeinschaftsprojekt für Blasmusik der Kunst- und Musikschule, der Ketziner Europaschule und des Blasorchesters. Töchterchen Sophia (11) freute sich beim Einpacken ihrer Querflöte über den lautstarken Beifall und die lobenden Worten der Mama.

Währenddessen mussten die Veranstalter weitere Tische stellen und die Frauen der Blasmusiker hatten alle Hände voll zu tun, beim Verkauf ihrer selbst gebackenen und der spendierten Kuchen keine Warteschlange entstehen zu lassen. So duftete es von allen Seiten. Crepes, Weißwurst, Bratwurst und am Abend Haxn mit Sauerkohl standen für die Oktoberfest- und Blasmusikfreunde bereit.

Vom „Ein Prost, ein Prost, ein Prösterchen“ auf der Bühne ließen sich Selma (6) und ihre Freundin nicht beeindrucken. Nach dem Kinderschminken bastelten beide Mädchen unter der Anleitung von Anja Mattenklott ihre als Fensterdekoration gedachten Fadenkreuze.

Einen Moment war es auch still in der Scheune. In eigener Sache sprachen die Ketziner Blasmusiker über den Ketziner Bürgerhaushalt, den die Stadt mit 50 000 Euro aufgelegt hat. Ihre traditionell havelblauen Uniformen zeigen nach 20 Jahren, nun ja, Gebrauchsspuren. Und so gab es den Vorschlag, 6000 Euro vom Kuchen des Bürgerhaushaltes für neue Uniformen einzustellen. Nur, so die Bitte der Musikanten, müssten genügend Ketziner in den nächsten Tagen für dieses Vorhaben votieren.

Das Potpourri böhmischer Blasmusik war gerade verklungen, da gab es plötzlich Jubel am Tisch neben dem Bierwagen. Der Ketziner Friedrich Schulze hatte in der Tombola den Hauptgewinn gezogen: Eine Stunde lang wird das Ketziner Blasorchester nur für ihn persönlich spielen. Am meisten jubelte darüber der Blasmusikfan selbst. „Ich bin bei jedem Auftritt des Ketziner Blasorchesters dabei. Außerdem ist das in der Scheune schon mein zweiter Gewinn“, erzählte er. Er habe auch schon die kostenlose Nutzung eines Pkws für drei Tage gewonnen.

In diesem Moment wurde zu tschechischen Melodien bereits kräftig geschunkelt und auch ein Tänzchen gewagt. „Ist doch toll“, freute sich Stifterin Helga Breuninger über die Begeisterung und war sich mit Bernd Kawan, Vorsitzender des Blasorchester e.V., darin einig, die gelungene Veranstaltung in der Kombination „Oktoberfest und Fest der Blasmusik“ im nächsten Jahr fortzusetzen.

Danach wurde es doch noch so richtig urbayerisch. Jodel-Moni legte das Alphorn zurecht, ihr musikalischer Partner präsentierte das musikalische Löffelschlagen und musizierte mit einer ganzen Sammlung von Kuhglocken. Und Disco stand am Abend auch noch auf dem Programm.

Von Wolfgang Balzer

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