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Havelland In Premnitz wird jetzt mit dem Tablet vollstreckt
Lokales Havelland In Premnitz wird jetzt mit dem Tablet vollstreckt
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17:53 27.02.2018
Anika Lang, Vollstreckerin der Stadt Premnitz, fühlt sich mit ihrem neuen Tablet und dem Dienstfahrrad bestens ausgerüstet. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Einen Vollstrecker stellt sich der normale Bürger eher streng, kalt und unnahbar vor. Der totale Gegenentwurf dazu ist Anika Lang, die Vollstreckerin der Stadt Premnitz.

Freundlich lächelnd steht sie bei säumigen Schuldnern vor der Tür, um deren Außenstände einzutreiben. Angst vor Zornausbrüchen hat sie keine, schließlich ist sie gut bewaffnet mit ihrem Charme.

Die Laune der Vollstreckerin ist noch einmal gehoben worden, als sie im Oktober mit einer „mobilen Außendienstlösung“ ausgerüstet worden ist.

Sie hat nun einen Tablet-PC mit einem Programm, das per LTE-Funk vom Schuldnerzimmer aus in Echtzeit mit der dienstlichen Datenbank zusammenwirkt. Das ist modern, in der Region ein Alleinstellungsmerkmal und spart Zeit.

Früher immer mit einer dicken Aktenmappe unterwegs

Früher musste sich Anika Lang auf ihre Beitreibe-Touren stets genau vorbereiten. Noch einmal den aktuellen Stand im System der Verwaltung prüfen, einschlägige Blätter zur Mitnahme bereit legen und ihre Route auf der Stadtkarte festlegen.

Jedes Mal hatte sie eine dicke Aktenmappe auf ihrem Dienstfahrrad mitzuschleppen. Diese Zeiten sind vorbei. Mitnehmen muss sie jetzt nur noch ihr kleines Tablet, auf dem sie schreiben kann, das sich bei Bedarf aber auch mit einer Tastatur aufrüsten lässt. Gibt sie ins Gerät die „Kunden“ mit ihren Anschriften ein, wirft es die beste Route aus.

Bei durchschnittlich zehn Schuldnern, die sie pro Woche anfahren muss, ist die Arbeitserleichterung erheblich. Beim Packen der Tasche etwas nicht bedacht zu haben ist kein Problem mehr, per Tablet kann alles Wichtige sofort abgerufen werden.

Im Laufe des vergangenen Jahres hat die Premnitzer Vollstreckerin 597 neue Fälle bekommen. Ende 2017 war bei 346 von diesen die offene Forderung beigetrieben worden. In Geld ausgedrückt, wurden durch Vollstreckungsmaßnahmen insgesamt 53 400 Euro herein geholt.

Wenn Grund-, Gewerbe- oder Hundesteuer nicht bezahlt wird

Außenstände laufen auf, wenn die Leute ihre Grundsteuer, Gewerbesteuer oder Hundesteuer nicht bezahlen. Es kann um Verwarngelder bei Ordnungswidrigkeiten und Ablagern von Müll im öffentlichen Raum gehen. Es kann auch sein, dass die Stadt Amtshilfe bei nicht gezahlten Rundfunk- oder Kita-Gebühren leistet oder Unterhaltszahlungen und unberechtigt erhaltene Sozialleistungen herein holt.

Wer auf die erste Mahnung nicht reagiert, bekommt von der Stadt ein Schreiben, in dem „weitere Maßnahmen“ angekündigt werden. Sollte die Verwaltung über die entsprechenden Daten verfügen, kann sie eine Konto- oder Lohnpfändung veranlassen.

Bei Summen über 100 Euro werden die betreffenden Personen zu einer Vermögensauskunft (früher Offenbarungseid) in die Behörde vorgeladen.

Im vergangenen Jahr 53 400 Euro beigetrieben

Seit September 2016 ist Anika Lang Vollstreckerin der Stadt Premnitz.

Im Oktober 2017 ist sie mit einer mobilen Außendienstlösung ausgerüstet worden.

Im Laufe des vergangenen Jahres hat sie 597 neue Fälle auf den Tisch bekommen.

Erledigt wurden davon 346 Fälle.

Beigetrieben, also hereingeholt, hat die Stadt im Jahr 2017 Außenstände in Höhe von insgesamt 53 400 Euro.

Im mobilen Außendienst kümmert sich die Premnitzer Vollstreckerin in erster Linie um Außenstände unter 100 Euro.

In jeder Woche bearbeitet sie im mobilen Außendienst durchschnittlich zehn Fälle.

Beträge unter 100 Euro treibt Anika Lang durch ihr persönliches Erscheinen mit dem Tablet ein. „Ich habe festgestellt“, berichtet sie, „dass ich mit Freundlichkeit am ehesten mein Ziel erreiche.“ Führt das Reden übers Geld nicht zum Erfolg, kann sie auch Gegenstände aus der Wohnung mitnehmen. Geeignete Dinge sind ein teures Handy, ein zweiter Fernseher und Elek-trogeräte verschiedenster Art.

Möglich ist auch eine Kfz-Pfändung. In dieser Beziehung ist Anika Lang übrigens auch kürzlich erst mit einem modernen Hilfsmittel ausgerüstet worden. Früher musste sie eine schwere Park-Kralle an ein Autorad montieren. Jetzt verfügt sie über einen „Ventilwächter“. Das ist ein kleines Teil, das als Pfandsiegel wirkt.

Die Premnitzer Vollstreckerin kann es mit leichter Hand auf ein Reifenventil schrauben. Versucht ein Unbefugter danach, es wieder abzudrehen oder mit dem Auto davon zu fahren, lässt der Ventilwächter die Luft aus dem Reifen.

Von Bernd Geske

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