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Vom Fahrdienst bis zum Gesundheitstrainer

Auftakt zur Seniorenwoche im Havelland Vom Fahrdienst bis zum Gesundheitstrainer

Um Mobilität im Alter geht es in der 23. Brandenburgischen Seniorenwoche im Havelland, die am Mittwoch in Paretz eröffnet wurde. Ein Ziel des Kreisseniorenbeirates ist es, vor allem Menschen in Ortsteilen ins gesellschaftliche Leben zu integrieren.

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Zum Demografieprojekt Havelland gehören auch Begleiter im Alltag für gehbehinderte Menschen.

Quelle: Privat

Paretz. Einen Erfolg kann der Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates Havelland Heinz Golze nach knapp einem Jahr Amtszeit schon verbuchen: Ende Juni wird es im Amt Rhinow auch eine Seniorenbeirat geben. „Wieder ein weißer Fleck weniger“, so Golze am Mittwoch in der Akademie Paretz. Dort eröffnete er die 23. Brandenburgischen Seniorenwoche im Landkreis Havelland, die unter dem Motto „Mobilität im Alter“ steht. Dabei waren unter anderem Vertreter der Seniorenbeiräte aus dem Havelland, einige Bürgermeister, der amtierende Landrat Roger Lewandowski und Ex-Landrat Burkhard Schröder.

Der hatte während seiner Amtszeit maßgeblichen Anteil daran, dass der Landkreis 2010 das Demografieprojekt ins Leben gerufen hat, erinnerte und lobte Kreisdezernent Andreas Ernst. „In den Bereichen Mobilität, Gesundheit und Pflege sowie Wohnen und Wohnumfeld haben der Kreis und die beteiligten acht Kommunen bisher schon eine Millionen Euro investiert, um den älteren Menschen den Alltag zu erleichtern.“ Ernst zählte einige sehr gute Beispiele auf: Der Rufbau in Nauen fährt seit vier Jahren und kann außerhalb der Hauptverkehrszeiten angefordert werden. Es ist ein gemeinsames Projekt der Stadt und der Johanniter. „Besonders für Menschen in den Ortsteilen ist das Gelegenheit, besser am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können“, so Ernst.

In Friesack hat die Stadt in Abstimmung mit der Arbeiterwohlfahrt einen Patientenfahrdienst eingerichtet, mit dem Kranke zu einem Facharzt transportiert werden, wenn sie eine Überweisung des Hausarztes haben. Ebenso sehr gut angenommen sei der Fahrservice Falkensee für ältere Menschen, die zum Arzt oder zum Einkaufen wollen, so Andreas Ernst. Zum Nachmachen empfohlen wurde das in Nauen vor Jahren begonnene Projekt „Strategische Bänke“. Was nichts weiter bedeutet, dass sich Senioren bei ihren Spaziergängen oder Einkaufswegen an bestimmten Punkten ausruhen können. Solche Sitzgelegenheiten würden aber nicht nur von Senioren genutzt.

Nicht direkt zum Demografieprojekt Havelland gehören die Bürgerbusse in Brieselang und Dallgow-Döberitz, trotzdem werden sie finanziell vom Landkreis unterstützt. Ehrenamtliche fahren die Kleinbusse zu bestimmten Zeiten in ihrer Gemeinde. In Brieselang nutzen seit 2008 rund 88 000 Leute dieses Angebot, in Dallgow waren es seit 2013 schon 13000. „Im ganzen Land Brandenburg gibt es nur fünf Bürgerbusse und im Landkreis Havelland allein zwei“, würdigte Ernst.

Allerdings gab Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn zu bedenken, „dass immer mehr ältere Leute bei etwas mitmachen möchten, aber kaum einer in verantwortlicher Position. Wir haben genug Indianer und brauchen wieder mehr Häuptlinge.“ Die Kommunen müssten darüber nachdenken, solche hauptamtlichen Koordinatoren-Stellen vielleicht zu schaffen.

Ketzins Bürgermeister Bernd Lück erinnerte an das Rufbussammeltaxi in Ketzin/Havel, das die Stadt jährlich mit bis zu 5000 Euro unterstützt. Für einen Betrag von 5 Euro wird der Bürger nach Anmeldung mit einem Großraumtaxi von der Wohnung abgeholt, in die Stadt gefahren und wieder nach Hause gebracht. Zwei Touren pro Woche sind im Angebot. „Ich wünsche mir eine noch größere Nachfrage aus den Ortsteilen“, so Bernd Lück.

Wie Senioren in Bewegung bleiben und sich fit halten können, ohne Geld ausgeben zu müssen, erklärte Gerontologin Gisela Gehrmann aus Potsdam. Dort gibt es sogenannte Gesundheits-Buddys, also Ehrenamtliche, die zum Hausbesuch kommen, um in der Wohnung mit den älteren Menschen zu üben. „Das ist für die Nutzer kostenlos und lässt schon nach kurzer Zeit Erfolge erkennen.“ Man müsse nur solche Leute finden, die Zeit. Lust und die Fitness haben, zu helfen.

Von Jens Wegener

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