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Havelland Von Abitur bis Zumba
Lokales Havelland Von Abitur bis Zumba
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07:00 13.01.2016
An der Weltkarte: Deutschlerner aus vielen Kontinenten an der Volkshochschule in Falkensee. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

In ihrem Befehl Nr. 22 regelte die SMAD, die Sowjetische Militäradministration in Deutschland, den Wiederaufbau und die Neugründung von Volkshochschulen. In einem überlieferten Schreiben aus dem Jahr 1946 ist der Beginn eines Trisemester an der Falkenseer Volkshochschule genannt. Anlass, in diesem Jahr das Jubiläum „70 Jahre Volkshochschule“ zu feiern. Nicht groß, eher der spärlichen Faktenlage angemessen. Für April ist eine Erzählwerkstatt vorgesehen, für Juli eine Filmvorführung von „Feuerzangenbowle“ auf dem Dachterrasse der Volkshochschule in Falkensee.

„Natürlich sind wir weiter auf der Suche nach Material, seien es Erinnerungen, Fotos oder Dokumente aus Nachkriegs- und DDR-Jahren“, sagt Frank Dittmer, Leiter der Volkshochschule. Einiges über die Jahre nach Kriegsende liegt vor, so Aufzeichnungen von August Kochanek, seit 1948 Direktor der Einrichtung mit Sitz in Nauen. „Zu Beginn war die Teilnahme sehr groß. Das war etwas Neues. Vor allem wollte man Sprachen lernen, Russisch, Englisch, Französisch. Nebenbei gab es auch noch Kochen, Nähkurse und Haushaltsunterricht, aber auch gesellschaftswissenschaftliche Lehrgänge.“

Von den Anfängen ist viel geblieben: Sprachen gehören nach wie vor zu den Hauptfeldern der Volkshochschule, Kurse an der Nähmaschine sind der Renner. „Selber Nähen liegt im Trend, auch bei jüngeren Teilnehmern“, hat Frank Dittmer beobachtet. Neben Sprachen und allem, was man mit Kunst und Kreativität umschreiben kann, gibt es seit Jahrzehnten einen dritten wichtigen Bereich in der Arbeit der Volkshochschule: berufliche Weiterbildung.

Insgesamt bietet die Volkshochschule des Havellandes im neuen Semester 418 Kurse mit 9500 Unterrichtsstunden an, davon 211 Kurse in Falkensee. Zwanzig davon sind bereits ausgebucht. „Wenn die Kurse ins Internet gestellt werden, wird sofort gebucht“, hat der VHS-Chef einen Trend ausgemacht. Das betrifft vor allem Angebote für Rückentraining und Wirbelsäulenstärkung. Das betrifft auch bestimmte Fremdsprachen in ihren Weiterführungsphasen, das betrifft das Vermitteln der Gebärdensprache und ausgebucht sind auch bestimmte Kunstkurse.

Aber in 190 Kursen besteht weiterhin die Möglichkeit zur Teilnahme. Von Abitur und Achtsamkeit bis Zumba und Zehn-Finger-Schreiben reicht das Angebot. Nicht immer kommen genügend Teilnehmer zusammen, so gelingt es seit Jahren nicht, ausreichend Abitur-Aspiranten zu finden. Sie müssen sich bereits bis Anfang April anmelden, um im September mit dem Lehrgang zu beginnen, das ist etwas umständlich.

Über Bildungsfreistellung und berufliche Weiterbildung informieren sich zwar viele im Internet, aber eher wenige nutzen dann das Angebot.

Bei anderen Kursen ist der Weg kurz. Bei den Sprachen sind wieder englisch, spanisch, italienisch und französisch besonders gefragt, aber auch russisch und norwegisch kann gelernt werden. Im Bereich Gesundheit können wegen fehlender Räume längst nicht alle Wünsche erfüllt werden, aber Entspannungskurse, Antistress-Training und Yoga laufen weiter. Im Kunstbereich gibt es die Klassiker wie Aquarellmalerei ebenso wie neue Angebote, etwa das Herstellen von großen Pappmache-Figuren, inspiriert von Niki de Saint Phalle. Im PC-Bereich soll Wissen über Internetshops und über Tonstudios vermittelt werden.

Zu den Kursen, die neu für die Falkenseer sind, gehört passend zur Gartenstadt auch dieses: Garten-Planung und Garten-Baumschnitt.

„Wir setzen die Kooperation mit den Krankenhäusern fort und bietet wieder drei Chefarzt-Vorträge an“, sagt Frank Dittmer, dabei auch einen besonderen Vortrag, darin geht es um den OP-Saal der Zukunft. Jeder darf mal minimalinvasiv operieren, hat der Dozent angekündigt - an einem Gummibärchen. Fortgeführt wird auch das Angebot der Webinare, wo per Bildschirm Wissen vermittelt wird. Der Andy-Warhol-Kurs Ende Januar ist hier fast ausgebucht. „Ob das die Wissensvermittlung der Zukunft ist, weiß ich nicht“, sagt Frank Dittmer, aber die Falkenseer gehören zu den 40 Volkshochschulen in Deutschland, die das Angebot ausprobieren.

Von Marlies Schnaibel

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