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Von Israel nach Friesack – wenn das Geld reicht

Crowdfounding-Kampagne beim Frierock-Festival Von Israel nach Friesack – wenn das Geld reicht

Wenn am 7. und 8. August in Friesack das Frierock-Festival steigt, dann könnte auch The Agelcy aus Tel Aviv dabei sein. Allerdings fehlen dafür noch 1800 Euro. Deshalb starten die Event-Organisatoren erstmals eine Crowdfounding-Kampagne – und hoffen damit auch auf ihre Fans.

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„The Angelcy“ aus Tel Aviv könnten im August beim Frierock-Festival auftreten.

Quelle: www.theangelcy.com

Friesack. Seit 1998 organisieren rund 20 junge Menschen aus der Region das familiäre Frierock-Festival in Friesack. Sie präsentieren dort, was es in der Welt der alternativen Musik zu entdecken gibt oder was ihnen einfach Spaß macht. Permanent reisen sie dafür von Konzert zu Konzert und bringen eine exklusive Auslese an regionalen und überregionalen Bands aus verschiedensten Musikstilen nach Friesack. Damit erreichen sie jedes Jahr rund 500 Besucher, von denen viele seit Jahren treue Stammgäste sind.

Am Wochenende des 7. und 8.August findet das Festival zum 17. Mal statt, und in diesem Jahr ist der Blick auf die israelische Band „The Angelcy“ gerichtet. Die Folkmusiker aus Tel Aviv tourten zuletzt immer wieder durch Europa und überzeugten die Frierock-Organisatoren vor allem mit ihren tollen Texten. Die Band singt auf Englisch und zweifelt an allem, was die israelische Politik momentan ausmacht.

Ein wachsender Teil der jungen Generation in Israel ist unzufrieden mit der politischen Situation im Land und spielt mit dem Gedanken auszuwandern. Deswegen gelten die „The Angelcy“ inzwischen als Hoffnungsträger. Die Musiker prangern in ihren Texten die Missstände in der israelischen Gesellschaft an, trotzdem wollen sie in ihrem Land bleiben und dort etwas verändern.

„Auch Brandenburg hat mit Abwanderung zu kämpfen. Immer mehr Jugendliche zieht es in die Städte. Somit passen The Angelcy mit ihrer Musik perfekt zu unserem Festival“, erklärt René Buschow. Der gebürtige Havelländer, der mittlerweile in Berlin lebt und dort als Biologe arbeitet, hilft seit 15 Jahren bei der Organisation des Frierock-Festivals mit. „Ich möchte, dass den Jugendlichen etwas geboten wird“, bringt er seine Motivation auf den Punkt.

René und seine Freunde engagieren sich ehrenamtlich für das Festival und machen mit ihrer Veranstaltung keinen Gewinn. Im Gegenteil, in den vergangenen Jahren mussten sie teilweise auch etwas aus ihrem eigenen Geldbeutel zuschießen. Damit „The Angelcy“ trotz der finanziellen Auflage ins Havelland kommen können, haben die „Frierocker“, so nennt sich das Organisationsteam des Festivals, eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. So sollen insgesamt 1800 Euro gesammelt werden, um die Anreise, die Gage und die Unterbringung der Band finanzieren zu können. Beim Crowdfunding, auf Deutsch „Schwarmfinanzierung“, handelt es sich um eine Methode, bei der Menschen über das Internet Geld an Projekte spenden können, deren Finanzierung sonst unmöglich wäre. Als Gegenleistung erhalten die Spender dafür meist eine kleine Aufmerksamkeit. Bei den „Frierockern“, erhält jeder Spender sogar etwas mehr. Ab einer Spendensumme von 20 Euro gibt es ein Fan-Armband und ein Festivalticket für das Wochenende.

Das 17. Frierock-Festival

Die Crowdfunding-Kampagne für The Angelcy aus Tel Aviv kann man im Internet unter www.frierock-festival.de unterstützen.

Wer bei „The Angelcy“ einmal reinhören möchte, kann dies unter www.theangelcy.com tun.

Das 17. Frierock-Festival findet am 7. und 8. August auf der Freilichtbühne in der Friesacker Thiemannstraße statt. Das Wochenendticket kostet an der Abendkasse 15 Euro.

Mit dabei sind 51 Grad (Punk aus Halle), B6BBO (Power-Polka aus Berlin), Blue Moon Struck (Blues Rock aus Berlin), Distemper (Ska-Punk aus Moskau), Plattencrash (Rock aus Nauen), Punch Up Pogos (Punkrock aus Elstal), Reizgas (Metal aus Potsdam), The Colts aus Olpe), The Whsks (Ska und Raggae aus Rostock), We are Crooks (Metalcore aus Potsdam), What (Punk aus Bernau) und Wucan (Hardrock aus Dresden).

Wer mehr als 30 Euro spendet bekommt auch einen persönlichen Download-Code, mit dem das Album der israelischen Band heruntergeladen werden kann. „Der Preis ist wirklich fair“, betont René. Für die meisten Bands würde man in einem Berliner Club alleine schon zehn Euro bezahlen. „Bei uns gibt es für 20 Euro zwei Tage lang tolle Musik zu hören“, sagt er.

Bis zu der benötigten Summe fehlt den Organisatoren noch ein gutes Stück. In den vergangenen zwei Wochen konnten sie erst 140 Euro, das sind umgerechnet acht Prozent, sammeln. Zuversichtlich sind die „Frierocker“ trotzdem. Sie wollen in den nächsten Wochen Kontakt zur israelischen Community in Berlin aufnehmen und dort um Unterstützung werben.

Von Markus Kollberg

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