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Von Staatsmännern und Eremiten

Falkenseer Heimatjahrbuch mit regionaler Geschichte erschienen Von Staatsmännern und Eremiten

Seit dem Jahr 2000 gibt der Förderverein des Falkenseer Museums ein Heimatjahrbuch heraus. Im neuen Heft wird in 23 Beiträgen regionale Geschichte vom jungsteinzeitlichen Bauer bis zum Eremiten von Finkenkrug beschrieben.

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Ein Rücktritt, viel Tragik und immer wieder Asyl

Jeder Mann an jedem Ort, einmal in der Woche Sport: Der Falkenseer Heinz Krüger fotografierte SED-Chef Walter Ulbricht 1959 in Leipzig .

Quelle: Archiv Heinz Krüger

Falkensee. Hier treffen sie aufein-ander: der Eremit von Finkenkrug und der Geschworene aus Falkenhagen, der jungsteinzeitliche Bauer aus Lietzow und Tante Guste aus dem Lebuser Haus, der Pressefotograf, der die Welt sah, und der Maler, der die Welt malte. Möglich werden diese Begegnungen im Heimatjahrbuch 2016 für Falkensee und Umgebung.

Herausgegeben hat das Heft wieder der Förderverein des Museums. Seit dem Jahr 2000 wird diese besondere Art von Kalender für Falkensee und die Umgebung erarbeitet. Er enthält eine Reihe von Beiträgen, die Erstaunliches, Vergessenes, Trauriges und Komisches zu Tage fördern. All das kann Heimat sein. In seinem Vorwort gibt Burkhard Berg, Vorsitzender des Fördervereins, Gedankenanstöße, sich mit dem Begriff der Heimat auseinanderzusetzen. „Heimat ist sicher zuerst einmal Raumerfahrung: Land, eine Stadt, ein Haus, ein bestimmter Winkel im Garten“, schreibt er. Und all diese großen und kleinen Winkel werden im Jahrbuch beleuchtet.

Den spannendsten Beitrag des Heftes hat zweifellos Manfred Schulz geschrieben. Er erkundete das Leben eines Mannes, der als Eremit von Finkenkrug durch die Erinnerung älterer Falkenseer geistert. Mancher hat diesen Kurt Richter gesehen, wie er spärlich bekleidet bei Wind und Wetter durch den Ort lief, wie er sich mit gelegentlichen Gartenarbeiten über Wasser hielt, wie er spartanisch lebte und wie er ein großes Holzkreuz in seinem Garten aufgestellt hat. Manfred Schulz fand mehr über den Mann heraus: Der 1900 in Zeitz Geborene absolvierte eine Gärtnerlehre, 1943 kam er nach Ribbeck, wo er durch die Bodenreform drei Hektar Land und drei Hektar Wald erhielt. Er war beim Aufbau aktiv, so im Wohnungsausschuss, als Schöffe, als Schriftführer der SED-Ortsgruppe,in der Kirchengemeinde. 1948 bekam er jedoch Streit mit der Ortsbodenkommission, 1951 gab Richter Land und Boden und Kuh im Streit zurück und kehrte Ribbeck den Rücken. Er kam nach Finkenkrug, als Aussteiger hielt er sich fortan allen gesellschaftlichen Normen fern. 1979 starb er.

Der Leser des Heimatjahrbuches begegnet auch anderen Persönlichkeiten: Zwei sehr persönliche Nachrufe erinnern an den Maler Dieter Masuhr, der in diesem Jahr verstorben ist. Bei der Geschichte des Lebuser Hauses, das Hirtenhaus mit der Schwarzen Küche am Falkenhagener Anger, trifft der Leser auf einstige Bewohner wie Tante Guste. Der Falkenseer Kurt Krüger sah als Pressefotograf die Welt, fotografierte Walter Ulbricht ebenso wie kirgisische Schafhirten und Kinder in Guinea.

Torsten Bathmann hob ein juristisches Kapitel aus den Archiven: Er forschte gewohnt akribisch über das Schwurgericht in Falkenhagen und die dazu passenden Geschworenen im 19. Jahrhundert. Burkhard Berg sammelte Wissenschwertes über das bäuerliche Anwesen von Hans-Otto Wolff in der Bahnhofstraße 62, ehe das kleine Haus einem Neubau weichen muss.

Von Marlies Schnaibel

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