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Von der Folklore zum Tango Argentino

Nauen Von der Folklore zum Tango Argentino

Seyin Arpetin hat sein Leben dem Tanz verschrieben, war erst erfolgreich mit verschiedenen Folklore-Gruppen in Asien und Europa unterwegs und entdeckte vor einigen Jahren den leidenschaftlichen Tango Argentino für sich. Jetzt möchte er sein Wissen an Tanzbegeisterte weitergeben.

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Seyin Arpetin tanzt seit seiner frühesten Kindheit.

Quelle: Laura Sander

Nauen. Sorgfältig schnürt Seyin Arpetin seine Tanzschuhe zu – sie sind sein wichtigstes Werkzeug. Dann fließt Spannung durch seinen Körper und er nimmt den lichtdurchfluteten Raum unter dem Dach des Nauener Familien- und Generationenzentrums ganz für sich ein. Mit fließenden Bewegungen nutzt er jeden Meter aus, Leidenschaft blitzt in seinen Augen auf. „Tango Argentino ist selbstbewusst und sehr intensiv. Man muss sich körperlich und seelisch absichern, denn die Leidenschaft sollte nicht über den Tanz hinausgehen“, so der 48-Jährige, der ab September auch Anfänger für den Tanz begeistern möchte. „Am 11. September findet hier in Nauen zunächst ein dreistündiger Workshop statt – als Einstieg. Ab dem 14. September gebe ich dann einmal in der Woche ab 19.30 Uhr ein Einsteigerkurs“, so Arpetin, der sich bereits in seiner frühesten Jugend ganz dem Tanzen verschrieben hat.

Folklore statt Tango

In Südostanatolien aufgewachsen, war in den 1970er-Jahren für Seyin Arpetin jedoch noch nicht an den körperbetonten und innigen Tango zu denken. „Ich habe mit sechs Jahren einen Auftritt von Carlos Gavito, einem berühmten argentinischen Tangotänzer, im Fernsehen gesehen und war beeindruckt. Schnell stand für mich fest, dass ich tanzen musste.“ In der Schule schloss er sich einer kurdischen Folklore-Gruppe an. „Ich hatte immer eine große Klappe und konnte mich sehr gut in der Gruppe behaupten. Folklore ist sehr kompliziert und man muss jeden Schritt kennen, bevor man ihn macht“, so der 48-Jährige. Fünf Mal in der Woche trainierte die Formation gemeinsam und war auch bei Wettbewerben erfolgreich.

Tango lebt vom Laufen

1990 kam Arpetin nach Deutschland und wurde selber Leiter einer Folklore-Gruppe. „Wir hatten viele Auftritte, aber mir wurde schnell langweilig und ich begann Standard-Latein zu tanzen. Das war in Potsdam.“ Bei einem Workshop, den er gemeinsam mit seiner Tanzpartnerin besuchte, kam er erstmals mit dem viel freieren Tango Argentino in Kontakt. „Der Tango lebt vom Laufen. Figuren ergeben sich aus dem Geheimnis des Folgens und Führens – die Kommunikation zwischen den Tanzpartnern muss funktionieren“, so Arpetin, der drei Jahre lang Kinder in Hennigsdorf in kurdischer Folklore unterrichtete. „Es war so toll zu sehen, wie die Kinder in der Folklore aufgegangen sind und ich habe das wirklich gerne gemacht. Der Tango hat mich jedoch nicht mehr losgelassen.“

Improvisation und Körpergefühl

Es folgte eine jahrelange Ausbildung. „Ich habe viel mehr gemacht, als ich musste – ich wollte schließlich alles wissen“, so der 48-Jährige, der sich seine Tanzsucht über Jahre hinweg nur mit Kellnern finanzieren konnte. „Mittlerweile unterrichte ich seit einem Jahr einzelne Paare und habe Erfahrungen gesammelt. Ich freue mich auf den Kurs hier im Familien- und Generationenzentrum“, so Arpetin, der in Hennigsdorf lebt. „Beim Tango Argentino gibt es zwar Techniken, man muss sie jedoch selber zusammensetzen und improvisieren. Zunächst ist es wichtig, sich in seinem eigenen Körper wohlzufühlen.“

Tango Argentino

Der Unterschied zum Standardtango wird die ursprünglichere und weniger reglementierte Form des Tanzes und weltweit Tango Argentino genannt.

Obwohl es sich beim Tango Argentino im Kern um einen Improvisationstanz handelt, hat sich eine Vielzahl von Tanzelementen herausgebildet. Für die Kommunikation zwischen Führendem und Folgendem existiert trotz der Verschiedenheit der Ansätze eine recht einheitlich gehandhabte Bewegungs-Grammatik.

Daher wird es zunächst ums Laufen, um Gewichtswechsel und Wiegeschritte gehen. „Tango ist Talent. Dabei ist es egal, ob man schon Tanzerfahrung hat – es ist etwas ganz anderes, sich von den Standard-Schritten zu lösen und selber zu entscheiden, wo es als nächstes hingeht.“ Machbar sei es jedoch allemal, so der 48-Jährige weiter. „Ab November bin ich dann bereits um 17 Uhr hier in Nauen. Bis 21.30 Uhr wird es zwei Gruppen geben – eine fortgeschrittene und eine für Einsteiger – so kann sich jeder optimal weiterentwickeln.“ Feste Schuhe ohne Hacken und der Spaß am Tanzen sind die einzigen Voraussetzungen, die Interessierte ins Nauener Familien- und Generationenzentrum mitbringen sollten.

Mehr Informationen unter www.fgz-nauen.de.

Von Laura Sander

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