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Von der Havel an die Berliner Staatskapelle

60 Jahre Musikschule Rathenow Von der Havel an die Berliner Staatskapelle

Die Rathenower Musikschule war zuletzt immer wieder Gesprächsthema. Vor allem die drohende Schließung wurde heiß diskutiert. Jetzt wird aber zunächst daran erinnert, dass die Schule vor 60 Jahren gegründet wurde. 

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Schüler der Städtischen Musikschule bei einem Konzert im September.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Die Rathenower Musikschule war in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder Gesprächsthema. Nicht nur der Besuch des Internationalen Symphonieorchesters erregte Aufsehen. Vor allem die drohende Schließung wurde heiß diskutiert. Dabei ist eines nahezu untergegangen: der 60. Geburtstag der Einrichtung. Am kommenden Samstag wird das Jubiläum nun mit einem Konzert im Saal der Musikschule in der Alten Mühle gefeiert. Eingeladen sind auch ehemalige Schüler und Lehrer sowie alle Interessierten.

1953 mit 50 Schülern als Außenstelle der Brandenburger Volksmusikschule gegründet, wurde die Einrichtung von 1960 bis 1995 Musikschule des Kreises Rathenow mit 220 Schülern und entwickelte sich schließlich zur heutigen Städtischen Musikschule Rathenow mit mehr als 500 Schülern. Die ersten Töne erklangen im "Waldschloss", 1976 erfolgte der Umzug in die Große Hagenstraße und 2007 wurde schließlich die Alte Mühle bezogen.

Am Samstag werden ab 19 Uhr auf der Bühne im großen Saal Musiker stehen, die in Rathenow einst den Grundstein für ihre Karriere legten. Dazu gehört auch Petra Schwieger. Von 1983 bis 1989 besuchte sie die Rathenower Musikschule. Heute spielt sie auf den großen Bühnen dieser Welt und ist erste Geigerin an der Berliner Staatskapelle. Ihre einstige Lehrerin in Rathenow, Annette Lapschies, erinnert sich mit einem Lächeln an das Talent: "Während andere erleichtert waren, wenn die Stunde um war, wollte Petra gern noch weiter spielen." Die Schülerin selbst sagt: "Die Musikschule war ein wichtiger Bestandteil meines Lebens." Ähnlich ging es auch Ekaterina Bauer. Mit sieben bekam sie ihren ersten Klavierunterricht, allerdings nicht in Rathenow, sondern in Kopejsk in Russland. 2001 zog sie mit ihren Eltern und den beiden Brüdern ins Havelland.

Die 23-Jährige kann sich noch gut an ihren ersten Tag an der Städtischen Musikschule erinnern. Damals stand ihr Klavierlehrer auf der Treppe und begrüßte sie mit Handschlag. "Ich war sehr aufgeregt", erzählt die junge Frau. Bis 2005 nahm sie in Rathenow Klavierunterricht. Anschließend wechselte sie an das Musikgymnasium Schloss Belvedere in Weimar, wo sie ihr Abitur ablegte. Heute studiert Ekaterina Bauer an der Hochschule der Künste in Berlin. Ihr Ziel ist es, später Musik zu unterrichten, vielleicht sogar in Rathenow. Vorstellen könne sie sich das durchaus. Der Anfang ist bereits gemacht, demnächst soll sie hier die musikalische Früherziehung übernehmen. Sie wäre nicht die erste Schülerin, die als Lehrerin an ihre alte Musikschule zurückkehrt. Auch Anke Heinsdorff, heute Leiterin der Einrichtung, lernte hier das Klavierspielen.

Am Samstag wird es also ein großes Wiedersehen geben. Auch Petra Schwieger und Ekaterina Bauer werden dabei sein und noch einmal in ihrer alten Musikschule die Instrumente erklingen lassen. Beide verbinden positive Erinnerungen mit der Einrichtung, in der sie einen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbrachten und kommen gern zurück in "einen fantastischen Saal und ein großartiges Gebäude", so Schwieger.

Karten für das Konzert am Samstag gibt es nicht. Wer dabei sein will, kommt einfach um 19 Uhr zur Alten Mühle.

Von Christin Schmidt

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