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Havelland Von der Ich-AG zum Unternehmen
Lokales Havelland Von der Ich-AG zum Unternehmen
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10:35 18.11.2017
Seit 2004 ist Bernd Zander selbstständig. Als Ich-AG startete er, heute beschäftigt Zander sechs Mitarbeiter. Quelle: Christin Schmidt
Zollchow

Das Feuer im Kamin knistern, die Nähmaschine rattert, überall verteilt liegen Schaumstoffteile und Stoffe. Für kreative Menschen ist die Werkstatt von Bernd Zander ein Paradies. In wohlig warmer Atmosphäre entstehen hier neue Bezüge für Sofalandschaften, Stühle oder Sessel. Als gelernter Raumausstatter beziehungsweise Facharbeiter für Polster- und Tapeziertechnik – so hieß der Beruf als Bernd Zander ihn 1978 in Schollene erlernte – schenkt der 55-Jährige Familienvater Polstermöbeln ein zweites Leben.

Das dunkelgrün gegerbte Rindsleder, das über einer Stange an der Decke hängt, wird schon bald die Oberfläche eines Sessels verschönern, verrät Zander. Aber nicht nur Polsterarbeiten gehören zu seinem täglich Brot. Dekorationen, Gardinen und Fußböden – all das umfasst das Leistungsspektrum eines Raumausstatters. Bernd Zander liebt seinen Beruf, dass weiß jeder, der mit ihm über seine Arbeit spricht. Seit fast 40 Jahren übt er diesen inzwischen aus. Dabei sah es nach der Wende für die Branche schlecht aus. „Das gesamte Polstergeschäft brach zusammen. An jeder Ecke gab es plötzlich Möbel aus dem Westen“, erinnert sich Zander.

Inzwischen bildet Bernd Zander sogar Nachwuchs aus

Qualität spielte damals keine große Rollen, die Menschen schauten auf den Preis. Die Unternehmen mussten um Aufträge kämpfen, versuchten Nischen zu besetzen, um zu Überleben. Zanders damaliger Arbeitgeber spezialisierte sich auf das Verlegen von Fußböden. Ein Geschäft, das gut lief, denn bis dato hatte sich die Auswahl an Belägen oftmals auf PVC beschränkt. Mit der Verfügbarkeit neuer Materialien aus den alten Bundesländern stieg die Auftragslage.

Der gebürtige Zollchower wollte aber nicht nur Fußböden verlegen. Er wechselte den Arbeitgeber, fünf Jahre später, im Jahr 2004, folgte der Gang zum Arbeitsamt. Bernd Zander musste überlegen, wo seine berufliche Reise hingehen soll.

Seine Werkstatt hat Bernd Zander vor Jahren in eine Polsterwerkstatt umgebaut. Heute entstehen hier neue Bezüge für verschiedenste Sitzmöbel. Quelle: Christin Schmidt

„Für mich war damals der Schritt in die Selbstständigkeit naheliegend. Es gab ein Programm vom Arbeitsamt und ich wollte es einfach versuchen“, sagt Zander. Dreizehn Jahre später sitzt eine Mitarbeiterin in seiner Werkstatt an der Nähmaschine. Fünf weitere Mitarbeiter, darunter ein Lehrling, sind unterwegs, um Kundenaufträge zu erfüllen, in erster Linie sind es Fußbodenarbeiten.

Die Dinge haben sich toll entwickelt, Bernd Zander ist zufrieden. In der Region kennen ihn inzwischen viele. Auf Werbung verzichtet er fast gänzlich, seine Kunden finden in erster Linie über Mund-zu-Mund-Propaganda zu ihm. Er schaut sogar mit Optimismus auf die kommenden Jahre: „Der Beruf hat wieder Zukunft, das Polstern hat in letzter Zeit stark zugenommen. Immer mehr Menschen lassen ihre Couchgarnitur neu beziehen oder die Federung austauschen, statt ein neues Sofa zu kaufen“, weiß der Unternehmer.

Er hat den Eindruck, es wird wieder zunehmend auf Qualität gesetzt. Statt alle paar Jahre billige Möbel zu kaufen, investieren die Kunden mehr Geld und lassen hochwertige Stühle und dergleichen aufarbeiten, so Zander.

Aufträge vom Havelland bis nach Wien

Sechs Menschen aus der Region hat er in Arbeit gebracht. Weiter wachsen möchte er aber nicht. „Es gibt genug Arbeit auf dem Markt, wenn man es mit Gewalt steigern will, ist das möglich, aber wofür?“, fragt Bernd Zander. Vor einigen Jahren musste er gegen eine schwere Krankheit kämpfen. Ärzte gaben ihm damals den Tipp, dass Stress der Auslöser dafür sein kann. Das hat er sich zu Herzen genommen.

Er denkt zwar noch immer gern an Aufträge wie den in einem Altersheim in Deggendorf in Bayer zurück, wo er mit seinen Mitarbeitern nachts Fußböden erneuerte und auf dem Volksfest Spaß hatte. Oder die Arbeit in einem Modegeschäft in Wien, bei der sogar seine Frau mithalf. Inzwischen zieht er aber Aufträge ringsum den Kirchturm vor. Die Nachfrage sei hier groß genug.

Bernd Zander hofft, dass das so bleibt und dass er jemanden findet, der sein Unternehmen einmal übernehmen wird. „Es wäre schade, wenn das alles einfach verschwinden würde.“

Von Christin Schmidt

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