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Havelland Vor 20 Jahren begann der Wiederaufbau
Lokales Havelland Vor 20 Jahren begann der Wiederaufbau
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11:44 11.01.2016
Heinz-Walter Knackmuß in der Kirche.   Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

 Heinz-Walter Knackmuß erinnert sich genau. Es war der 15. September 1996. Damals trafen sich 47 Frauen und Männer aus Rathenow und Umgebung, um den Förderverein zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche zu gründen. In diesem Jahr feiert der Verein Jubiläum – und kann auf zahlreiche Aktionen rund um den Kirchenbau zurückblicken.

Es hat mit handelnden Personen zu tun

Warum wurde der Wiederaufbau der Kirche zur Erfolgsgeschichte, die man sich weit über die Grenzen Rathenows erzählt? Es hat mit den handelnden Personen zu tun und mit Kontinuität. Heinz-Walter Knackmuß, seit Anbeginn Vorsitzender des Fördervereins, das mit Recht sagen, der Wiederaufbau der Kirche sei sein Lebenswerk. Auf einem Bild hat die verstorbene Ehrenbürgerin der Stadt Rathenow, Erika Guthjahr, ihren Eindruck von der brennenden Kirche festgehalten. Dieses Bild hat später viele überzeugt, sich der Wiederaufbaubewegung anzuschließen.

Und es ist dem Förderverein gelungen, das Anliegen zur Sache der gesamten Stadt zu machen. Über alle Parteigrenzen hinweg und über alle religiösen Grenzen beteiligten sich Spender am Wiederaufbau der Kirche. Große Summen – auch Erbschaften und Stiftungen – wurden ebenso überwiesen, wie kleine Geldbeträge.

Motive des Malers Gerhard Henschel

Und immer wieder Heinz-Walter Knackmuß, der zusammen mit den anderen Mitgliedern des Förderkreises Ideen entwickelte.Zuerst wurden nach Gründung des Vereins die Fenster im Chorraum erneuert. Die Motive stammen von dem Rathenower Maler Gerhard Henschel. Dann folgte der Wiederaufbau des Turmes. Viele Rathenower erinnern sich, wie die Turmspitze mit einem Hubschrauber aufgesetzt wurde und wie die Glocken erstmals erklangen. Der Glockenguss wurde ganz wesentlich von Heinz Mundt mitfinanziert.

Die Kirche vom alten Hafen gesehen. Quelle: Markus Kniebeler

Auf die Arbeit des Förderkreises wurden schon bald auch Rathenower aufmerksam, die inzwischen in Westdeutschland oder anderen Ländern Europas und der Welt lebten. Auch sie unterstützten den Wiederaufbau. Nach dem Turm kam der Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Hauptschiff dran, es folgte die Erneuerung des Daches und schließlich die Einwölbung der Marienkapelle.. Inzwischen ist auch die Fassade des Kirchenschiffes restauriert.

Unvergessen sind in Rathenow die Hafenfeste, mit denen Herbert Bauer und einige Mitstreiter Jahr für Jahr Geld für die Kirche und deren Wiederaufbau sammelten. Zurzeit hat der Förderkreis 240 Mitglieder. Im vergangenen Jahr kamen neun neue Mitglieder hinzu.

Doch der Förderkreis beschränkt seine Arbeit nicht auf den Wiederaufbau der Kirche. Im vergangenen Jahr wurden Kirchenführer ausgebildet, die während der Bundesgartenschau die Kirche vorstellten. Schon in den Jahren davor organisierte der Verein die Turmbesichtigungen und Kirchenführungen. Mit Ausstellungen und anderen Aktionen soll ebenso Geld in die Kasse kommen, wie mit weiteren Aktionen.

Über eine Million Euro in 20 Jahren

Über eine Million Euro sind auf diesem Weg in den vergangenen 20 Jahren privat gesammelt worden. Und der Förderkreis hat noch eine Menge vor. Zunächst sollen die Kreuzgewölbe im Chorraum eingebaut werden, dann die Emporen und schließlich die Schuke-Orgel.

Dachsteine, Kupferplatten, Säulensteine

Baubegleitende Aktionen spülten immer wieder Geld ind die Kasse des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Aktuell kann man Kupferplatten erwerben, Dachsteine, Rautenfenster, Säulensteine und Orgelpfeifen.

Stifterbriefe werden in Platin, Gold, Silber und Bronze ausgegeben.

Ein Buch mit Geschichten rund um den Wiederaufbau erschien im Jahr 2011.

Die Landesgartenschau 2006 und die Bundesgartenschau 2015 brachten besonders viele Besucher in die Kirche.

Zu den prominenten Mitgliedern gehören neben anderen Manfred Stolpe, Matthias Platzeck und Frank-Walter Steinmeier.

Von Joachim Wilisch

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