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Havelland Vor 55 Jahren bekam Egon Raab den Meisterbrief
Lokales Havelland Vor 55 Jahren bekam Egon Raab den Meisterbrief
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07:05 27.12.2017
Im Dezember 1962 erhielt Egon Raab seinen Meisterbrief. Quelle: Wolfgang Balzer
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Ketzin/Havel

Noch heute ist für Egon Raab der 19. Dezember 1962 ein besonderer Tag. Damals wurde ihm nach bestandener Meisterprüfung im Tischlerhandwerk vor dem Prüfungsausschuss der Handwerkskammer des damaligen Bezirkes Potsdam der Meisterbrief ausgestellt. Bis 2013 leitete er gemeinsam mit seinem Bruder Günter in der dritten Generation die wegen seiner Qualitätsarbeit bis heute über die Grenzen der Stadt Ketzin/Havel hinaus bekannte Tischlerei Raab. Es ist wohl der älteste und bekannteste Handwerksbetrieb in der Stadt Ketzin/Havel.

Gegründet wurde er 1894 von Großvater Albert Raab, allerdings noch in der Fischerstraße. Erst 1941 zog die Tischlerei zum heutigen Sitz in die Rathausstraße, in die Räume einer ehemaligen Gaststätte, um. „Das war der Tanzsaal“, sagt der langjährige Meister bei einem Besuch der Produktionshalle. Karl Liebknecht habe einst auf dem Hof zu den Ketzinern gesprochen, ist überliefert. Die Tafel am Haus, die an das Ereignis erinnerte, sei leider ebenso gestohlen worden, wie die Tafeln auf dem Marktplatz und am Haus des Gemeinschaftswerkes Soziale Dienste, weiß Egon Raab zu berichten.

Und der 80-Jährige weiß auch noch wie es nach dem Zweiten Weltkrieg war, als trotz der allgemeinen Materialknappheit die Arbeit in der Tischlerei gewährleistet wurde. Die Bäume schlugen sie selbst im Wald. Nach dem Transport der Stämme per Bahn nach Ketzin/Havel seien diese erstmal für ein Jahr zum Wässern in das in Bahnhofsnähe befindliche Erdeloch gekommen. „Um die Schädlinge rauszuziehen und das Schwarzwerden zu verhindern“, erzählt er.

Im Sägewerk Krause, damals schräg gegenüber vom Bahnhof ansässig, wurden die nassen Stämme geschnitten und die Bretter anschließend zum Trocknen auf dem Firmenhof gestapelt. „Pro Zentimeter Brettdicke für etwa ein Jahr, dass ist die Faustregel“, sagt Egon Raab. Daraus entstanden dann in traditioneller Handwerksarbeit Fenster, Türen, Frühbeetfenster, Särge und auf Bestellung auch Möbel.

Für eine Unternehmensführung eher ungewöhnlich war die Strategie von Günter und Egon Raab in der DDR. Nicht zu viel machen und nicht so modern, hieß ihre Devise. „Wir haben die Produktion kurz gehalten, sonst hätten wir in die Produktionsgenossenschaft des Handwerks eintreten müssen“, erklärt Egon Raab. Die mit dieser List erhaltene Selbstständigkeit hatte jedoch auch ihren Preis. In dieser Zeit hätten die PGHs vom Rat des Kreises regelmäßig Aufträge zugewiesen bekommen. „Wir nicht“, weiß der Tischlermeister.

Der Sargbau, Jahrzehnte ein Hauptproduktionszweig der Tischlerei Raab, ging schon zu DDR-Zeiten zurück. Investitionen in neue Maschinen wären zu teuer gewesen, außerdem hätten sie auch keine bekommen. Seit einigen Jahren werden in Ketzin keine Särge mehr hergestellt. „Die ausländische Konkurrenz mit Billigprodukten ist zu groß – eine Auswirkung der politischen Wende.“ Es sei vieles einfacher geworden, manches auch schwieriger, blickt Egon Raab zurück. Material gab es plötzlich genug, aber auch höhere Anforderungen an die Produkte.

„Mit den traditionellen Fenstern wäre es nicht weitergegangen, deshalb haben wir teure Hochleistungsmaschinen, speziell für den Bau von Holzfenstern und -türen, angeschafft“, so der Meister über die Nachwendezeit. Den Handwerksbetrieb weiterzuführen sei trotz dieser hochproduktiven Maschinen oft nicht einfach. So sind beispielsweise die Auflagen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Das sei finanziell schwierig, weil die Kosten und entsprechend die Preise für die Auftraggeber steigen. Auch Material und Personal seien teurer geworden.

2013 haben die Brüder Günter und Egon Raab den Führungsstab des Handwerksbetriebes an Egons Sohn Torsten weitergegeben. „55 Jahre Berufserfahrung sind noch immer wertvoll“, versichert Torsten Raab, der nun das Unternehmen unter recht schwierigen Bedingungen, wie er selbst urteilt, in vierter Generation weiterführt. Dabei möchte er auf Vaters Erfahrungen aber nicht verzichten.

Von Wolfgang Balzer

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