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Vor den Schulen wird wild geparkt

Brieselang Vor den Schulen wird wild geparkt

Regelmäßig kontrollieren Mitarbeiter des Brieselanger Ordnungsamtes vor den Grundschulen, ob sich die Kraftfahrer an die Verkehrsregeln halten. Denn wenn so manche Eltern ihre Kinder zum Unterricht bringen, stellen sie sich einfach ins absolute Halteverbot. Dadurch gefährden sie sich und auch andere.

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Ordnungsamtsleiter Matthias Gericke (2.v.l.) mit seinen Kollegen vor der Zeebra-Schule. Auch am Hort lassen manche Eltern ihre Kinder verbotenerweise aussteigen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Brieselang. Es ist kurz vor 8 Uhr, gleich beginnt der Unterricht. Da kommt noch ein Auto angefahren, in dem ein Vater sein Kind zur Schule bringt. Diesmal biegt er dazu auf den Hof der Grundschule ab. Die Ordnungsamtsmitarbeiter können sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Denn sonst ist er dafür bekannt, sein Kind im absoluten Halteverbot vor der Zeebra-Grundschule abzusetzen. Heute hält ihn die starke Präsenz der Verwaltungsmitarbeiter davon ab. Er will kein Verwarngeld riskieren.

Kontrollen vor den beiden Grundschulen gehören zum Standardrepertoire der Außendienstmitarbeiter von Brieselang. „Nach den Sommer- und Herbstferien sind wir 14 Tage lang abwechselnd morgens vor den Schulen, ansonsten einmal in der Woche“, sagt der Brieselanger Ordnungsamtsleiter Matthias Gericke. An der Zeebra-Grundschule ist die Marie-Curie-Straße die einzige Zufahrt zum Tor der Schule sowie zum benachbarten Wohngebiet. Manchmal kommt ein Auto nach dem anderen. Trotzdem scheuen manche Eltern den kurzen Fußweg von den etwas weiter entfernt liegenden Parkplätzen und halten auf der Fahrbahn oder fahren auf Gehweg und Grünstreifen.

„Es ergeben sich immer wieder gefährliche Situationen, wenn die Eltern ihre Kinder aus dem Fahrzeug springen lassen und dahinter Autos kommen“, so Gericke. Ein Vater, der gerade sein Kind in die Zeebra-Schule gebracht hat, glaubt nicht, dass die Ordnungsamtsmitarbeiter allzu viel bewirken können. „Hier sind wegen der engen Zufahrt manchmal chaotische Verhältnisse.“ Seiner Ansicht nach müsste grundsätzlich etwas passieren, etwa die Straße umverlegt werden, damit die Situation entspannt wird.

Von einigen Eltern bekommen die Außendienstmitarbeiter auch Kommentare zu hören. „Der Klassiker ist: Habt ihr nichts Besseres zu tun? Andererseits gibt es viele Eltern, die wollen, dass wir hier sind und kontrollieren“, sagt Matthias Gericke. Auch an der Robinson-Schule. Dort parkte kürzlich eine Mutter auf der Gegenfahrbahn. Und immer wieder wird wild gewendet, nachdem die Eltern ihre Kinder abgeliefert haben. „Beim Rückwärtsfahren passiert das meiste. Da besteht die Gefahr, dass ein Kind erfasst wird. Deshalb machen wir das hier“, sagt Rainer Gruhn, der in der Regel zusammen mit einem weiteren Kollegen die Kontrollen durchführt. Seit Jahresbeginn hat das Ordnungsamt 43 Verstöße von Falschparkern vor Schulen registriert, zwei bis drei pro Kontrolle. An diesem Morgen waren die Eltern vorbildlich.

Darüber hinaus schaut der Außendienst auch an anderer Stelle, ob falsch geparkt wird. Ein Schwerpunkt ist der Penny-Parkplatz. Dort stehen immer wieder unerlaubt Lkws. Aber auch im Güterverkehrszentrum sind die Mitarbeiter regelmäßig anzutreffen. „Dort wird auf Grünflächen oder Gehwegen geparkt, weil die Angestellten nicht den kurzen Weg zur Arbeit laufen wollen“, sagt Gericke. 614 Parkverstöße seien es allein 2016 in Brieselang gewesen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Kontrollen von Hundebesitzern, damit unter anderem der Leinenzwang eingehalten wird. Mittlerweile ist das aber kein großes Problem mehr. „Als der Leinenzwang eingeführt wurde, haben wir es erst locker gehandhabt und die Leute darauf hingewiesen. Danach gab es Verwarngelder. Das hat sich herumgesprochen“, sagt Gericke. So kommen nur noch gelegentlich Verstöße vor – auch gegen die Vorschrift, Hundekotbeutel mit sich zu führen.

Eine Besonderheit in Brieselang stellt der Streifendienst am Wochenende dar. Die vier Außendienstmitarbeiter wechseln sich dabei ab, kontrollieren bei ihren Streifengängen in den Nächten zu zweit Spielplätze, Schulen und Kitas. Oder gehen Hinweisen auf Ruhestörung nach. Etwa 100 solcher Fälle sind es im Jahr. „Und sie haben auch schon Straftäter festgestellt, die Graffiti gesprüht haben“, sagt der Ordnungsamtsleiter. Bei Festen kontrolliert der Außendienst, ob die Auflagen eingehalten werden.

Von Andreas Kaatz

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