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Vorsicht vor Trickbetrügern

Polizei berät Senioren in Brieselang über Schutz vor Kriminellen Vorsicht vor Trickbetrügern

Wie kann man für Sicherheit im eigenen Heim sorgen? Oft reicht es, das Licht anzulassen oder einen ordentlichen Gartenzaun anzubringen, hieß es bei einer Veranstaltung in Brieselang, zu der der Seniorenbeirat in der Seniorenwoche eingeladen hatte. Auch vor dem Enkeltrick wurde gewarnt.

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Christine Geyer, Martina Bethke von der Präventionsgruppe der Polizeiinspektion Havelland zusammen mit dem Brieselanger Ordnungsamt-Leiter Matthias Gericke und Bürgermeister Wilhelm Garn saßen im Podium.

Quelle: Melanie Höhn

Brieselang. Was tun, wenn ein Handwerker seine Dienste an der Haustür anbietet oder man am Telefon einen Lottogewinn zugesagt bekommt, für den man aber vorher noch Geld überweisen muss? „Seien Sie nicht so gutgläubig und immer ein bisschen misstrauisch“, rät Martina Bethke, Mitarbeiterin der Präventionsgruppe der Polizeiinspektion Havelland. Und ganz wichtig: An der Haustür auf keinen Fall etwas überstürzt unterschreiben und sich wenn möglich immer bei den Nachbarn Rat holen. Mit einer Kollegin gab sie am Mittwoch Tipps rund um das Thema Sicherheit, das sich gut in das diesjährige Motto der 22. Brandenburgischen Seniorenwoche „Sicher und geborgen“ einfügte. Zu der Veranstaltung hatte der Seniorenbeirat Brieselang neben der Polizei-Präventionsgruppe auch den Leiter des Brieselanger Ordnungsamtes, Matthias Gericke, sowie Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) in die Gaststätte „Sportlerklause“ in Brieselang eingeladen.

Ein großes Problem ist der sogenannte Enkeltrick, bei dem sich die Betrüger am Telefon als nahe Verwandte ausgeben und vorgeben, dass sie einen Kredit oder eine Arztrechnung nicht bezahlen können. Manchmal erzählen sie auch etwas von einem Autounfall. „Diese Personen versuchen, das Vertrauen der älteren Menschen zu erlangen und wollen, dass diese oft hohe Summen Bargeld abheben“, erklärte Bethke. Dann holen sie aber das Geld nicht persönlich ab, sondern schicken einen vermeintlichen Freund vorbei. Dieser Trick klappt oft. Viele Senioren gehen auf die Anrufer ein, weil sie Gesprächsbedarf haben und sich von der Person am anderen Ende des Hörers leicht einfangen lassen. Doch man sollte jeden Namen hinterfragen und versuchen, am Telefon nicht vertrauenswürdig zu sein, riet die Präventionsspezialistin. Auch sei es wichtig, keine Details zu privaten Angaben preiszugeben und Rücksprache mit den Angehörigen zu halten, fügte ihre Kollegin Christine Geyer hinzu. „Man muss sich trauen, der Polizei Bescheid zu geben, wenn einem etwas nicht in Ordnung vorkommt“, so Geyer.

Im Havelland gibt es zu diesem Thema bereits etwa 350 Fälle. Im letzten Jahr haben die Taten extrem zugenommen, denn das Netzwerk ist groß. Inzwischen gehen zivile Fahndungskräfte der Sache auf den Grund. Für die Polizei ist es ganz wichtig, dass sich Betroffene die Geschehnisse detailliert merken und möglichst viele Fakten widergeben können. Ansonsten haben es die Ermittlungsbehörden schwer, Verfahren einzuleiten und die Täter zu schnappen. „Wir arbeiten auch viel mit Banken zusammen. Kreditinstitute werden hellhörig, wenn ältere Menschen eine größere Summe Geld abheben“, äußerte sich Bethke.

Ein weiterer Schwerpunkt der gestrigen Veranstaltung war das Thema Einbruch. Um sich zu schützen, helfe eine intakte Nachbarschaft, wo jeder auf den anderen achtet, schon ungemein. „Das Haus sollte immer einen belebten Eindruck machen. Und es ist gut, wenn unter dem Carport ein Auto steht, auch wenn niemand zu Hause ist“, sagte Christine Geyer. Ein Attrappen-Fernsehlicht simuliert Leben im Haus, auch eine Jalousie gibt einen gewissen Einbruchschutz. Sicherheitstechnische Beratung der Polizei kann auf Anfrage kostenlos durchgeführt werden.

Die Seniorin Gabriele Wegener aus Brieslang wollte wissen, worauf sie am Haus achten müsse, um sich vor Einbrechern zu schützen. „Die Terrassentür ist am gefährlichsten. Generell gilt: Jedes Fenster sollte mindestens die Widerstandsklasse 2 besitzen“, antwortete Geyer. Für Bürgermeister Wilhelm Garn fängt die Sicherheit schon beim Gartenzaun an. „Wenn ein Einbrecher schon Schwierigkeiten hat, ein Grundstück zu betreten, kann er nicht so schnell entkommen“, sagt er. Dies sei eine erste Hemmschwelle. Auch Beleuchtung und ein Bewegungsmelder helfen enorm. „Licht ist Sicherheit“, fügte Kurt Jakob, Vorsitzender des Seniorenbeirates Brieselang, hinzu.

„Und was ist, wenn sich jemand als Polizist an der Haustür ausgibt, muss ich ihn hereinlassen?“, fragte die Seniorin Heidi Fritz aus Brieselang. „Immer skeptisch sein. Wenn ein Durchsuchungsbefehl vorliegt, sind es immer zwei Leute, die vor der Tür stehen“, so Geyer. „Wir als Polizei haben eine Chipkarte als Ausweis, nur die Kriminalpolizei trägt eine runde Marke.“

Von Melanie Höhn

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